Suleica
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RetroClassics 2010


Bericht X
Restaurierungsbericht Ur-Suleica
von Volker und Martina

Schnäppchen

Beim Zelten auf unserem Lieblingsbauernhof in Bayern , trafen wir eine Familie mit einem Eriba aus Hamburg .Wir verabredeten, in den Herbstferien, einen Besuch und damit fing alles an .Die Suche nach einem Hotelzimmer ,das für eine Handwerkerfamilie bezahlbar ist war schwierig. 90€ pro Tag für alle muss man schon ausgeben, was für 3 Tage + Verflegung + Sprit schnell bei 500€ enden kann. Das war zuviel! So ein netter kleiner Wohnwagen wie die Hamburger das wäre doch was. Ein „normaler“ Wohnwagen kam für uns nicht in Frage .Nach tagelanger Suche im Netz war klar, dass ein kleiner Eriba mit 4 Personen zu klein ist ,bei einer Körpergröße von 190 cm und zwei Kindern ginge das nur mit Zusatzzelt. Bei der weiteren Suche, wurden wir bei Ebay auf den Ur-Suleica aufmerksam. Ich schaute, mit einer roten Nummer im Gepäck, mir den Wagen an und wurde schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Alles faul und verrottet, geschätzte 3-4Jahre Arbeit, nee... das für 3000,- € ?! Unverrichteter Dinge fuhr ich zurück nach Hause. In den Niederlanden schauten wir uns hunderte Wohnwagen an, aber mit dem Suleica im Hinterkopf gefiel uns keiner, man hatte immer eine Ausrede warum es der oder der nicht ist. Zurück in Bonn schauten wir noch mal was die Auktion des Suleica machte. Ich versprach meiner Frau die Motorräder zu verkaufen, wenn ich den Haufen Suleica Schrott kaufen darf.(Anm.d.F.:Die Motorräder sind immer noch nicht verkauft!!!). Für 1950,- € ging der Zuschlag an uns, ich gehe davon aus das keiner sonst den Wagen haben wollte.

unrestauriert außen



Die Überführung war sehr abenteuerlich, Blinker und Bremslicht gingen nicht, außerdem war die Auflaufbremse hin, bei jeder Bremsung knallte uns der Wagen auf die Anhängerkupplung. Einmal sprang, während der Fahrt auf der Autobahn die Tür auf, woraufhin Gaffa-Tape Abhilfe schaffte. Für 500,- € fürs Jahr mietete ich eine Hallenecke, in der Halle neben der Werkstatt, wo ich nach Feierabend schnell die Arbeit am Suleica aufnehmen konnte. Auch sonst hatte es nur Vorteile die Tischlerei nebenan nutzen zu können. Um nicht die ganze Halle zu versauen baute ich eine Staubwand, mit PE-Folie und Dachlatten. Vor den ersten Arbeiten, erst mal alles mit dem Fotoapparat innen und außen festhalten ...

unrestauriert innen





Dann flog alles raus, die stinkenden Polster, die schimmeligen Möbel, die kaputten Verkleidungen. Einige Dinge wurden erst mal auf Seite gestellt (als Schablone und Muster). Der alte Kühlschrank und die Spüle mit Gasfeld blieben auch, der Rest ging in 12 großen Müllsäcken auf den Müll. Unter dem Innenboden lagen wasserdurchtränkte Glasfasermatten die ganzen Spanten waren faul, wie auch der einlaminierte, 20cm hohe Weichfaserstreifen im Bereich wo die zwei Schalen angesetzt wurden (nur beim Ur-Suleica). Bei der Serie wurde die Karosse aus einem Stück gefertigt.

innen Mittelstreifen


Das Fahrwerk kommt ab, sechs Schrauben lösen und zu Dorit Reis nach Köln, die bauten ein Neues mit mehr zulässigem Gesamtgewicht, Tempo 100 Zulassung und 8cm gekröpfter Deichsel.

Fahrwerk




Die Endscheidung für ein neues Fahrwerk fiel mir nicht leicht, erstmal ist es nicht mehr Original und kostet wieder mindestens 2200,- €. Doch Sicherheit geht vor, gerade wenn man mit Kindern unterwegs ist. Durch die Restauration ist der Wagen doch 100-150 kg schwerer geworden, da wäre bei dem alten Fahrwerk keine Zuladung mehr möglich. Vollbeladen wiegt er jetzt fast 900 kg vorher war das zulässige Gesamtgewicht 800 kg, jetzt 980 kg. Das Fahrwerk hat 1350 kg z.G. ist aber abgelastet wegen der Zugmaschine. Durch die Kröpfung hängt der Wohnwagen in der Waage und hinten nicht mehr so tief, im ganzen ist er 8cm höher wie vorher, so dass ich jetzt auch noch Kurbelstützen montieren kann, die es vorher beim Ur-Suleica nicht gab. Dafür waren noch Verstärkungen im Boden nötig. Die Stützen sind so montiert, dass das Gewicht auf den GfK Aussenrohrrahmen drückt. Um die Hülle beweglich zu halten, stellte ich sie auf vier Rollbretter. Das neue Fahrwerk unter den Wagen zu bekommen war Dank einem geliehenen Gabelstabler nur 4 Stunden Arbeit, alles hat super gepasst.

Schleifen




Die schlimmste und zeitaufwendigste Arbeit ist das Abschleifen der alten Farbschichten ca. 250 Stunden. Da sind auch schon wieder schnell mal 200,- € für Schleifmittel und Schleiftellerweg. Immer wieder spachteln und schleifen, das Laternendach war kaum zu retten und musste komplett mit Polyesterharz und Glasfasermatten belegt und verstärkt werden, dafür musste es ganz trocken sein und grob angeschliffen werden, um ein guten Verbund zu bekommen.

Dach




Im ganzen habe ich 25 m² Glasfasermatte, 20 kg Harz und 20 kg diverse Polyesterspachtel verarbeitet. Alle Beulen habe ich nicht ausgespachtelt, aber wenn man einmal dran ist, ist es schwer aufzuhören ..... nur noch die eine .................  Es ist ein Wagen von 1961, ein Prototyp, das darf man auch sehen. Die erste Grundierung ist eine Epoxygrund der aufgespitzt wird (nur mit Absauganlage und Atemschutz), danach Spachtel und noch mal Grund und wieder schleifen die ganzen 20 m².Beim Lack habe ich mich für einen PU-Lack, ein Eisenbahnlack, im Ral 9001 entschieden, der macht Bewegungen mit und ist sehr strapazierfähig. Da der Lack sehr dünn ist und ich mit so großen Flächen wenig Erfahrung hatte, mußte ich drei mal lackieren. 10 Liter Lack und 10 Liter Grund sind jetzt auch noch drauf.

Spachtel

Lack






Innen habe ich aus wasserfestem 9mm Sperrholz, alle waagerechten und senkrechten Spanten, nach Schablonen neu geschnitten und einlaminiert. Dabei sind die Abstände für die spätere Einrichtung und Polsterhöhe wichtig. Zweimal Rückenpolster plus zweimal Sitzpolster gleich Wagenbreite, oder auch Liegefläche, minus Verkleidung. Besser man schmeißt die alten Polster erst am Ende weg. Der Boden wird mit Styrodur isoliert, das nimmt kein Wasser auf wie Styopor.Als Bodenplatte diente eine 9mm dicke, wasserfest verleimte Sperrholzplatte vom Holzhändler, darauf kam später, Korkboden lackiert, der ist warm, wohnlich und lässt sich gut reinigen.

Spanten



Die komplette Innenhaut isolierte ich mit 20 mm Extrem-Isolator 22 m² zu 12,- €, dazu 10kg Neopren Bodenkleber zu  50,- €. Die Dämmung ist sehr elastisch und leicht, sie passt sich den Rundungen des Suleicas gut an. Der Kleber sollte Temperaturschwankungen von – 20 °C bis + 80 °C aushalten. Vorher sollten Kabel verlegt werden, für 220 V und 12 V, die lassen sich super mit Doppelseitigem Klebeband (vom Baustoffhandel für Dampfsperre) auf die Innenwand kleben. Um auf Nummer sicher zu gehen habe ich ein Ölflexkabel, das auch in Maschinen verbaut wird genommen. Wenn es nicht aufgeklebt ist, unter der Dämmung, liegt es in flexiblem Lehrrohr. Lampenhalter und Möbelhalter, sollten auch schon an den richtigen Stellen befestigt worden sein. Der Kontaktkleber wird, mit einem Zahnspachtel, auf beide Seiten aufgetragen, dann ablüften lassen und die passend zugeschnittenen Teile fest auf die Wände gedrückt. Achtung!!! Korrekturen sind nicht möglich, wenn fest... dann fest!

Isolierung

Der Wandaufbau besteht aus der Dämmung (20mm), Schaumstoff (8mm) und weichem, weißen Kunstleder mit Vliesrücken. Um das richtige Leder zu günstigem Preis zubekommen, haben wir uns einige Muster zuschicken lassen. Für jedes Stück Verkleidung habe ich eine Schablone aus Pappe angefertigt und danach den Schaumstoff und das Kunstleder zugeschnitten. In der Breite mußte ich prozentual noch was für die Nähte der Steppungen dazurechnen (pro m1,4 cm). Das Kunstleder wird dann mit dem Sprühkleber auf den Schaumstoff und um die Kanten geklebt. Die Steppung war trotz solider Nähmaschine für mich nicht machbar, das hat ein Dekorateur aus der Nachbarschaft genäht. Der macht das bestimmt nicht noch mal.Später klebte ich dann die abgesteppten Lederstücke mit ca. 15 Dosen Sprühkleber auf die Isolierung.

Wandverkleidung





Das Laternendach hat beim Ur-Suleica vier rechteckige Lüftungsklappen, von innen ist an den Seiten des Laternendachs keine Bespannung gewesen. Um diesen Originalzustand zu erhalten und trotzdem die Seiten zu dämmen, klebte ich 20 mm Styrodur auf diese und verkleidete die Seiten mit Sperrholz, was mit GfK belegt wurde. So ist die alte Optik gewahrt und modern gedämmt um Schwitzwasserbildung zu vermeiden.

GFK- Laternendach innen



Durch den dickeren Aufbau war es jetzt möglich Fälze und Dichtungen in die Lüftungsklappen einzubauen, so dass eindringendes Wasser auch wieder raus laufen kann.

Laternenfenster


Eine besondere Herausforderung war die Tür, die stand unten 4 cm und oben 1,5 cm ab, weil sich im Laufe der letzten 50 Jahre das ” Ei ” gesetzt hatte. Dadurch ist der Wagen 8cm breiter geworden. Da die Karosserie so blieb, musste die Tür in der Mitte, und Teile des Wäschefachs von der Innenseite aufgetrennt werden. Mit einem Spanngurt habe ich die Tür leicht überspannt und mit viel Gfk belegt. Da sie immer noch schiff war und spannte mussten ich die Fälze des Rahmens teilweise neu konstruieren.

Tür

Auf alten Bildern, die im Netz zu finden sind, ist ganz deutlich zu erkennen, dass die Tür nie gepasst hat. Durch vergleichen der Beulen - und ich kenne jetzt jede einzelne - gehe ich davon aus das es nur einen 430er Ur-Suleica gibt und nicht 3 Stück. Die Bilder im Internet, wo der Ur-Suleica noch andere Kotflügel hatte, erklärt sich nur durch eine Änderung der hässlichen eckigen, in die runden die jetzt noch dran sind. Diese These unterstützten ganz viele Details und Beulen die auf den Bildern mit den eckigen Kotflügeln zu finden sind. Beim abschleifen der alten Farbe, bin ich zudem  auf einige alte Änderungsarbeiten an den Radkästen gestoßen. Auch einzigartig ist die vordere Stufe unter den Frontfenstern; die Trittstufe in den Wagen, die von der Tür verdeckt wird; der Wulst vom Rohrrahmen unten; die kleine Kante wo die Schalen zusammengefügt wurden; keine Kurbelstützen; keine Laternenschwenkfenster.




Ursprünglich waren die Fensterscheiben in die Fensterflügel geklebt und einlaminiert. Um auch bei den Fensterflügeln Gummidichtungen mit Doppelverglasung einbauen zu können mußte ich die Rahmen verbreitern und mit GfK auch die Eckradien vergrößern. Die Scheiben sind aus einer 3 m x 2 m und 3 mm starken Plexiglasscheibe geschnitten.Die Eckscheiben wollte ich selber biegen, die Schablonen waren aus Gips schon fertig, da mußte ich leider feststellen das die Furnierpresse nicht, wie angegeben, auf 200 °C  sondern nur 120 °C aufheizen konnte, so sind einige Rückschläge nicht immer zu vermeiden. Die vorderen Eckscheiben habe ich vor einem Gasstrahler leicht gebogen, das ist mit Vorsicht zu genießen. Laut Degussa, der Hersteller von Plexiglas ist, lässt sich 3mm Plexi nur in einem Radius von 990 mm kalt biegen. Alle kleineren Radien müssen warm bei ca. 160 °C gebogen werden, also auch die vorderen Eckfenster. Sonst entstehen kleinen Risse in der Scheibe.Die Schirmchen über den Fenstern waren vorher von innen befestigt und später durch GfK mit dem Wagen verbunden worden. Aufgrund des schlechten Zustands mußte ich die Schirmchen neu mit Gfk belegen so das außen ein Rand zur Außenmontage entstand.


Die Möbel habe ich nach altem Vorbild gefertigt, die Einteilung blieb, nur die Küche ist etwas anders um den heutigen Ansprüchen zu genügen. So ist die Spül- Gaskombination, die später eingebaut wurde, wieder eingebaut worden wie auch der Kühlschrank. Man muß auch mal Glück haben! Die Arbeitsplatte mit Alukante ist aus einer Küche von 1961.Die Handtuchstange ist eine alte Duschstange mit neuem Chromrohr (Kleiderstange).Die Polster haben wir aus Kostengründen aus großen Schaumstoffplatten geschnitten und bezogen. Alle Bezüge sind abnehmbar und waschbar. Unter dem Bezug ist der Schaumstoff mit Nesselstoff überzogen, so lassen sich die Bezüge besser aufziehen.







Die Fahrzeugelektronik ist mit einem Bad FI und zwei Sicherungsautomaten abgesichert.Die Innenlampen sind auf 12 V und 220 V umgerüstet (alte Badlampen 60er).Die Hecklampen habe ich nach außen gelegt um Undichtigkeiten schon im Vorfeld auszuschließen. Die Lampen sind aus dem LKW-Zubehör, weil die Original  Beleuchtung nicht mehr zu retten und zu klein war.


Ich könnte noch Stunden so weiter schreiben, es würde den Rahmen aber sprengen noch tiefer ins Detail zu gehen. Das Wichtigste für so ein Projekt ist, dass die Familie einen bei allem unterstützt und alle an einem Strang ziehen. Denn die 800 bis 1000 Stunden im Jahr sind nicht immer einfach abzuzwacken von der Freizeit, nach Feierabend und vom Urlaub. Da meine Kinder noch klein sind und noch oft mit uns in Urlaub fahren, lohnt sich der Suleica auf jeden Fall. Die Kosten für alles beliefen sich schnell auf 8000,- €, obwohl alles selber gemacht ist! Wobei das Fahrwerk und die Anschaffung schon die Hälfte ausmachen. Wir haben immer auf günstige gute Alternativen beim Kauf der Materialien geachtet, sonst kann es ganz schnell auch viel, viel mehr werden.Ach so, die Zeltgarage kostet noch einmal 600,- €, nach der “ARBEIT“ stellt man den Wagen nicht einfach so nach draußen! Dies soll keine Abschreckung sein, aber wer nicht alles selber machen kann, sollte die Finger von so einem Wagen lassen, oder genug Geld haben. Eine günstige Alternative war es am Ende nicht, aber eine schöne und einzigartige. Bereuen tue ich das nicht. Dieser Wagen ist etwas ganz Besonderes und ist dieses Jahr 50 Jahre alt geworden. Es macht immer noch viel, viel Spaß mit ihm in Urlaub zufahren.
Volker & Martina
Nun noch ein paar Bilder von einigen Details des Ur-Suleicas...









Bericht IX
Restaurierungsbericht Suleica 500
von Andrea und Thorsten

-Unser Suleica 500 Rally 70 Renovierungsbericht von Andrea und Thorsten-
Nachdem wir nach dreijähriger Renovierungszeit mit familiär- bzw. krankheitsbedingten Unterbrechungen nun endlich auch unser Schätzchen wieder gebrauchsfertig haben und bereits im Sommer 2010 die (wir sagen immer die, eigentlich der, da SuLeiCaravan und im Folgenden jetzt der genannt) Su  erfolgreich eine zweite Feuertaufe absolviert hat, wollten wir nun endlich auch unseren Renovierungsbericht beisteuern.

1970

Meine Eltern hatten sich 1971 im Sommer für den Kauf des Suleica 500 Rally 70 entschlossen, im Gespräch war auch ein Fahti, da die Produktionsstätte näher an unserem damaligen Wohnort nahe Münchens lag. Na ja, es wurde ein Suleica und bereut hat es bislang niemand. Ich kam dann im Oktober 1971 zur Welt und fand das immer witzig, quasi das gleiche Baujahr wie unser Schätzchen zu haben.

Avignon 1973

Der Su wurde anfangs brav genutzt, als Windelbomber war ich mit dabei in Frankreich und an anderen schönen Plätzen und habe viele schöne Erinnerungen an die Urlaube im Wohnwagen, z.B. versteckte ich gerne all meine gesammelten Schätze auf der Ablage über der Gardinenhalterung meines Kinderschlafabteils.

und der Beweis: ich bin immer mit dabei

Überhaupt, diese Lösung mit dem abtrennbaren Schlafabteil fand ich schon als Kind einfach klasse. Und dass man schon in den 1970-ern immer und überall mit diesem Wohnwagen ins Gespräch kam war auch immer ein Erlebnis.

Original


Dann lebte der Su einige Jahre auf einem festen Stellplatz eines Campingplatzes und ging nicht mehr so viel auf Reisen. Über die Jahre und nach einigen Umzügen landete der Su dann in den 1980-ern wieder auf einem festen Stellplatz eines Campingplatzes und bekam eine Sonderanfertigung als Überdachung, da zwischenzeitlich die Dichtungen nicht mehr ihren Zweck erfüllten und über eine komplette Renovierung oder über das  Austauschen der Dichtungen keiner konkret nachdachte.
So verstaubte er und wurde als Schlafraum genutzt, aber für mich stand immer fest, irgendwann da wird er geweckt! Der Zeitpunkt kam, als ich selber 2004 eine Tochter bekam und mein Mann und ich so in Erinnerungen schwelgten an frühere Campingurlaube unserer Kindheit.


Zum Glück fand mein Mann den Su auch ganz klasse und war Feuer und Flamme für das Renovierungsprojekt (aller Anfang ist euphorisch). Außerdem setzte so langsam der Suleica-Hype ein und dank der tollen Arbeit unserer Webmaster Mark und Uwe waren wir frohen Mutes, das Projekt zu schaffen. Gedacht, getan, wir holten den Suleica im Mai 2007 ab und überführten ihn mit kundiger Hilfe eines eifrigen Helferleins mit Ahnung von Oldtimern von Bayern nach NRW.

die Abholung

Es folgten Bemerkungen von „sieht doch gar nicht so schlimm aus“ zu „ach du grüne Neune“ (der Rest ist Schweigen, frei nach Hamlet). Auf jeden Fall meinten einige Spötter, wir hätten viel zu tun und wenn es nicht klappt könnten wir zur Not ja einen Hühnerstall draus machen.

zu Hause

Kam ja mal gar nicht in Frage! Egal, wir beschlossen, alles neu zu machen und Innen anzufangen und rissen frohen Mutes und voll motiviert erst einmal alles raus. Die Holzteile lagerten wir als Muster zwischen, übrigens in einem Hühnerstall eines oben genannten Spötters. Dann war der Su  innen fast nackig, es sah ziemlich grauslig aus, aber es konnte ja nur besser werden.

unser Tochter hilft tatkräftig mit

Wir stellten diverse Überlegungen an, wie wir unser Schätzchen denn Innen und Außen gestalten wollten, vom Wahnwitz zur never-change-a-winning-team-Mentalität war alles dabei. Kurz und gut wir schweiften ab in Traumsphären, besonders nachdem wir so gesehen hatten, was einige Mitstreiter so gemacht haben. Aber dann dachten wir, es ist doch eigentlich ein Privileg, den Suleica von Anfang an zu haben und eigentlich passte ja alles, so wie es mal ursprünglich geplant worden war prima für unsere Zwecke.

alles muss raus

Wir fassten den Entschluss, die Inneneinrichtung im Grunde mit kleinen Verbesserungen zu übernehmen und die Außenfarbe ähnlich wie im Originalzustand zu wählen.

für unsere Tochter ein riesen Spaß

Wie gesagt, der Su war innen nackig, der Holzboden völlig okay und wir fingen an mit dem Innenausbau, sprich erst einmal isolieren. Wer es schon mal gemacht hat, weiß um was es geht und wem es noch bevor steht, wird es merken … es dauert seine Zeit, alles schön anzupassen, aber der Flash vom Klebergeruch erleichtert es, haha.


Beim Suleica geht halt nix mal eben, es wurde früher alles per Hand angepasst und den Weg muss man auch wieder gehen. Darum dauert es seine Zeit, ist aber mit etwas handwerklichen Geschick, viel Geduld und Motivation machbar.

ich liebe meinen Mann

Nach der Isolierungsarbeit standen wir wie alle anderen Mitstreiter in Sachen Renovierung vor dem Problem, welche Bespannung hätten Sie denn gerne? Diverse Sattler machten drei Kreuze und lehnten dankend ab und wir schoben den ersten größeren Frust.


Dann kam uns eine glorreiche Idee, irgendwann mitten in der Nacht, grübelnder Weise. So ein Projekt verfolgt einen ja in den Schlaf.


Wir hatten selber in der Wohnung einen Baumwollputz als Wandbelag verwendet, der quasi wie Putz mit der Kelle aufgetragen wird. Wir wanden uns an den Lieferanten unseres Vertrauens und testeten, ob der Putz denn auch auf den Isolierungsmatten halten würde, besonders wenn er über Kopf aufgetragen wird. Es klappte im Kleinversuch und wir wollten es wagen.

Isolierung

Weitere Vorteile dieses Baumwollputzes sind, er lässt sich super per Hand bei Rundungen angleichen und bis an die Dichtungen ranziehen, er nimmt zur Not Feuchtigkeit auf und trocknet wieder ab und es sieht unserer Meinung nach um Längen besser aus als irgendeine Verspannung.

Fertig

der Putz oben d'rauf


Ganz zu Schweigen, dass die Farbauswahl unendlich ist.
Doch dann zog unser kundiges Helferlein die Bremse und meinte, wir sollten doch erst einmal von Außen anfangen.

und ein Dach über dem Kopf

Okay … passende Unterkunft wart dazu gefunden, Helferlein hat sich bereit erklärt, wirklich tatkräftig und unterstützend mitzuwirken (obwohl er ja schon wusste, was ihn erwartete­, Hut ab!) und dann ging das Drama los: Schleifen, Spachteln, Schleifen, Spachteln die Unendlich. Ich möchte mich hier nicht wiederholen. Wusste gar nicht, wo GfK-Staub überall hinkriechen kann. Ekelhaft

Schleifen/Spachteln, Schleifen/Spachteln, usw.


Aber über diesen Teil einer Renovierungsarbeit wurde schon zu Genüge bei Anderen berichtet. Danke übrigens für den Tipp mit den Rangiergriffen, wir fanden Mark und Uwes Griffe so toll, dass wir sie auch verwendet haben. Passt einfach super.


Dann kam eine richtig große Zwangspause aus nicht weiter zu benennenden gesundheitlichen Gründen und unser Projekt lag ein Jahr lang komplett flach. Hinzu kam noch ein privater Rückschlag und unsere Motivation war erst einmal im Keller. Dann irrten wir etwas in der Gegend rum, um Lösungen zu unserem Lackierproblem und den Restarbeiten zum Thema Spachteln zu finden. Irgendwann hatten wir aber doch das ganze Drama hinter uns, einen Lackierer gefunden und das erste Renovierungswunder war für uns da:




der Suleica stand da im Lack und uns standen die Tränen des Glücks in den Augen. Denn endlich konnten wir weiter machen und das machen, was wir selber in die Hand nehmen konnten.




Mit Hilfe unseres kundigen Helferleins haben wir zunächst die neuen Scheiben  mit den neuen Dichtungen eingebaut. Die Laternendachfenster und die hinteren gebogenen Scheiben sowie die Innenscheiben hatten wir wiederverwendet. Die blau getönten Außenscheiben waren natürlich blind gewesen. Das dauerte auch seine Zeit, aber es ging voran. Dann machten wir uns an die Innenverkleidung und ich verbrachte ein paar Tage mit einem Minikunststoffspachtel, um den Putz in Kleinarbeit auf die überall befindlichen Rundungen des Su aufzutragen, irgendwann war das auch getan.

die glückliche Andrea und der noch glücklichere Thorsten

Und das beste war, endlich verließen wir den Su nach getaner Tagesarbeit und er sah besser aus, nicht schlimmer. Der Innenausbau ging voran. Thorsten tobte sich holztechnisch an jedem Wochenende des letzten Sommers aus. Es fielen so Sätze wie „ich pass mal eben die Halterungen für die Gasflaschen an „ und dann wart er quasi zwei Tage nicht mehr gesehen. Das Thema mal eben bei dem Suleica …

Bad

Im Bad haben wir einen kompletten Kunststoffwaschtisch verbaut und die Klappen unter den Tisch, die im Rally 70 verwendet worden waren, gegen Schiebetüren getauscht. Dann haben wir einen Kühlschrank eingebaut, den wir bislang nicht hatten und den Rest des Küchenbereichs in der Hinsicht neu gestaltet, dass wir eine neue Spüle und ein neues Kochfeld mit Glasabdeckungen eingebaut haben. Alle Holzteile wurden bis auf die Sitzbankauflagen und die Trennwände nach den aufgehobenen Mustern neu gemacht. Die Polster hatte meine Mutter zwischenzeitlich mal komplett neu angeschafft und die waren und sind auch noch super.


mit Originalgaslampe

Stromleitungen hatten wir zuvor auch schön in Leerrohren neu verlegt, die Überbauten über den Sitzecken haben wir im Dekor des neuen Holzes angepasst und auch wiederverwendet. Die Innenaufteilung des Kleiderschrankes haben wir optimiert.


Teilweise haben wir auch die alten Beschläge wieder genommen, da sie uns einfach gefallen haben und auch aus nostalgischen Gründen. Das Verarbeiten des beidseitig farbigen Verdunklungsstoffes zu Vorhängen nahm auch noch einige Zeit und Schweiß in Anspruch.
Man muss ja alles messen und irgendwie ist auch gar nichts gleich. Zuletzt verlegten wir einen farbigen Korkboden. Wie schon erwähnt, es geht bei dem Su nix mal eben. Aber dann war eigentlich alles gut. Wir hatten nur noch keinen TÜV. Urlaub hatten wir schon mal gebucht, so als Motivationsschub. Wir haben uns dann noch mal neue verstärkte Reifen zugelegt, die alte Achse war auch noch in Ordnung und bekam einen neuen Lack. Ansonsten war technisch überraschender Weise nach all den Jahren eigentlich noch alles in Ordnung und wir beließen es im Originalzustand. Zum Glück waren wir ja auch im Besitz sämtlicher Originalpapiere. Eigentlich machte uns dann nur noch der Gas-TÜV ein wenig Ärger, die kompletten Leitungen hatten wir neu verlegt und irgendwo passte was noch nicht.

los geht's

Aber alles wurde gut, wir bekamen sogar unser Wunschkennzeichen mit SU 1971. Im Sommer 2010 brachen wir dann endlich auf in unseren wohlverdienten Campingurlaub nach Italien, Cavallino.

unterwegs

Und da war es wieder: „Entschuldigen Sie, ist der alt oder nur auf alt gemacht? Kommt der aus Amerika? …“ Ein Suleica fördert definitiv die Kommunikation, bereits auf der Fahrt. Wir hatten unseren Spaß und unsere Tochter fand es auch klasse.
Fazit:

Vacanze!!!!!

Feuertaufe bestanden, einige Kleinigkeiten müssen wir noch anpacken. So ist ein hinteres Fenster nicht 100%ig dicht und war es wohl auch nie, wenn man den Spuren am GfK innen glauben darf. Zudem sind wir noch auf der Suche nach einem passenden Rallystreifen mit ganz kleinen Karos in schwarz und silber, so wie er früher angebracht war. Es helfen immer wieder Blicke auf die Renovierungsarbeitfotos.


Da weiß man, was man geschafft hat. Die investierte Arbeit und Zeit kann man nicht bezahlen, die gesammelten Rechnungen schmeißt man besser weg, aber es ist ein tolles Gefühl, wenn alles fertig ist. Und der Suleica gehört zur Familie.

unser Bettchen oder auch das Kinderzimmer

Vielen Dank noch mal an dieser Stelle an alle, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen und danke für diese tolle Homepage mit den hilfreichen Tipps und links über unseren schnuckeligen Kultwohnwagen. Liebe Grüße auch von unserem Suleica 500 Rally 70!

und unser Su im vollen Einsatz

Andrea Höhne-Koehn und Thorsten Koehn mit Vivienne
An der Pfannenschmiede 4
45549 Sprockhövel
mailto:andrea.hoehne@gmx.de

Bericht VIII
Restaurierungsbericht Suleica 430
von Olaf

auch mich hat der Suleica-Virus gepackt und lässt mich bis heute nicht mehr los und wird es wohl auch nicht mehr. Meine Erfahrungen, Ideen und Fehlschläge will ich auf dieser Seite gern mit anderen teilen, damit "Neu-Suleicaner" wissen, was man machen kann und wie man es am besten machen kann.

Die Abholung meines Suleica's aus Bremen

Alles muss raus. Innen war alles umgebaut und nichts mehr original.

Die zusätzlich angebrachte Innenverkleidung musste entfernt werden.

Noch steht er auf Opel Alufelgen. Die originalen Reifen waren schon 25 Jahre alt und nicht mehr für die Fahrt von Bremen nach Berlin geeignet. Innen ist bis auf den Boden fast alles raus.

Der Boden ist raus, es kann weitergehen.

Nachdem zwei Monate lang die alte Farbe runtergeschliffen war, ist der Suleica schon einmal mit Standox-Spritzplastic auf Polyesterbasis grundiert und wieder geschliffen.

Das zweite Mal grundiert und angeschliffen.

Da stand er nun in einer Garage und ist mit Cremeweiß lackiert. Aus Sicherheitsgründen ist dem Lack Weichmacher beigefügt worden. Kann ich jedem empfehlen, damit der Lack nicht mehr rissig wird.

Einen Tag später wurde dann noch ein blauer Streifen auflackiert.


der Schriftzug ist auch auflackiert. Beim Schildermacher als Negativ laserscharf geplottert.


Die Kederschiene ist abgemacht worden,geradegebogen und poliert worden.Anschließend wieder angeschraubt.Diesmal aber gerade.

Die Vorreiber meines Suleica waren bis auf ein Laternendachfenster nicht mehr vorhanden.Also aus Messing selber gegossen.Ist ne Sau Arbeit,aber lohnt sich.

Leider waren nicht alle Kurbelstützen vorhanden :-((.

Die Scharniere....ausgefräst, verchromt, aufgearbeitet und wieder einlaminiert. Sieht toll aus.

Die Kurbelstützen. Da es Sie nirgends mehr gibt, wurden neue Winterhoff stützen auseinander genommen, die Unterteile nachgebaut (natürlich verstärkt) und passgerecht wieder angeschraubt. Die alten Schrauben waren so vergammelt, dass Sie nun aus V2A erneuert wurden.

endlich angebaut....perfekt.


Das neue Zugrohr (Sonderanfertigung gekröpft) für die neue VGB 13 Achse von Knott.

Die Fensteraussteller waren nicht mehr schön. Also ab zum Galvanisieren. In diesem Fall vernickelt.

Das Küchenfenster schon eingebaut mit blau gefärbten Scheiben.

Die neuen Dachhauben. Die Alten waren nicht mehr vorhanden und die Luken waren mit Plexiglas zugeklebt.

Leider ist das Wetter nicht das Beste, und ich komme nicht so recht weiter. Sollte es wieder wärmer werden, wird die neue Achse mit dem Zugrohr verbaut. Dann kommt der Boden und die Inneneinrichtung d’ran. Die ist nämlich auch nicht mehr vorhanden. Über detailgetreue Zeichnungen mit Maßen wäre ich sehr dankbar. Der Innenaufbau soll nämlich so ziemlich original wieder hergestellt werden.

Die letzten Tage hatte ich Zeit am Suleica weiterzubauen.

Die alte und die neue Achse. Es ist eine VGB 13 Achse mit 1300KG von Knott. Die passt super unter den alten Suleica 430.

Die Stossdämpferhalterungen mussten selber aus verzinktem U-Profil angefertigt werden, damit alles wieder originalgetreu unter den Suleica passt. Die Dämpfer sind auch von Knott und sind für den Einbau nach hinten (Zug und Druck) geeignet.

Die alte und die neue Achse. Das Zugrohr ist auch von Knott unter der Bezeichnung KR13-82C extra zu bestellen und ist gekröpft. Die vordere Aufnahme des Rohres ist auch mitgeliefert und passt perfekt in die alte Aussparung.

Die vordere Aufnahme des Zugrohres.

So sieht es dann von unten aus.

Die Aufnahme der Dämpfer musste ich zweimal bauen, da die rechte und die linke Karosserieseite nicht genau gleich war.

Das fertige Fahrgestell wurde nun unter den Suleica geschraubt. Sogar die Abstände der Achsbefestigungen waren ohne nachzuarbeiten perfekt.

Das Fahrwerk von unten. Das Zugrohr wurde von einem Fachmann an die Achse angeschweißt. Sicher ist sicher. Selbst die Räder in der Dimension 185R14C 8PR 104/102N M+S passen perfekt.

Als nächstes wird dann die Inneneinrichtung neu angefertigt. Ist ja leider nicht mehr viel von übrig geblieben. Auf jeden Fall ist noch ein Haufen Arbeit zu erledigen bis der Suleica wieder unterwegs sein kann. Die Fahrwerksteile habe ich alle bei Trailerparts24 gekauft. Da kann man sich alles zusammenstellen, und preiswerter als direkt bei Knott ist es auch. Selbst die Bremsenberechnung von Achse und Zugrohr die man für den Tüv braucht ist mitgeliefert worden.

....Fortsetzung folgt........

Gruss aus Berlin
Olaf

Bericht I
von Mark und Uwe
Restaurierung eines Suleica 500 Rally 70, Baujahr 1974

2003 - seit laengerem haderten wir schon mit dem Kauf eines Wohnwagens. Wir waren bisher mit einem Zeltcaravan der Marke Holtkamper auf Tour gegangen. Ein tolles Teil, aber eben ein doch ein Zelt und wir wollten feste Waende um uns haben, um auch mal in wetterunbestaendigere Landstriche fahren zu koennen. Die heutigen Wohnwagen kamen fuer uns nicht in Frage: sie gefielen uns einfach nicht! Dann entdeckten wir die Marke Schaefer-Suleica und..., yeah, wir wussten, das ist er! Und garnicht mal solange brauchten wir, um auch einen zu finden, der zum Verkauf stand. Trotz nagelneuem TUEV war er allerdings in einem sehr maroden und schlechten Zustand. Innen total verbastelt und aussen war der Lack in einem miserabelen Zustand ( Blasenbildung, ganze Schollen Lack standen ab und blaetterten ). Ein Vorzelt der Fa. Veltel war mit dabei und OK! wir kauften diesen Oldie.

bei Kauf

Orginalgrundriss von 1974 bei Kauf 2003

und so sah der Lack ueberall aus (hier das Mitteldach, die Seitendaecher sind schon grob gesaeubert)

das Vorzelt der Fa. Veltel

Also begaben wir uns an die Arbeit! Ersteinmal wurde der graue Streifen per Hand nass abgeschliffen und innen versuchten wir den Wagen erstmal wieder wohnlich zu machen und auf unsere persoenlichen Beduerfnisse zu zuschneiden. Es gab keine Heizung mehr, der Elektrolux-Kuehlschrank war defekt, der Tisch in der hinteren Dinette fehlte, ein Herd war nicht mehr vorhanden, die Gasleitung vollkommen marode und nicht mehr zu benutzen, Gardinen und Vorhaenge fehlten gaenzlich... also musste alles neu gemacht werden. Und zu allem Verdruss mussten wir auch noch feststellen, dass wir einen Achsschwingfederschaden haben!
Fahren unmoeglich, Lebensgefahr!

Orginalachse der Fa. Hahn

Also wurde eine neue Achse samt Deichsel (gekroepft) der Fa. Knott unter unseren Suleica massgeschneidert gebaut incl. Antischlingerkupplung (WS 3000) der Fa. Winterhoff, hydraulischen Stossdaempfern und einer Auflastung von 1200 kg auf 1300 kg.

neue Deichsel der Fa. Knott

waehrend der gesamten Restaurierungszeit immer auf Achse

2004 - nachdem wir den gesamten Wohnwagen bis auf das Gelcoat abgeschliffen hatten, nahmen wir uns das Innere vor. Im Heckbereich wurde ein Festbett mit Klappmechanismus ( 150x200 ) installiert, der Schrank und die von den Vorbesitzern missgestaltete ehemalige Waschkommode wurden ausgebaut. Anstelle der Kommode bauten wir einen Toilettenraum ein. Anstelle des Schrankes wurde eine Kommode eingebaut, die von nun an unseren Kuehlschrank, zwei Schubladen und einen Apothekerschrank beherbergt. Aus der vorderen Dinette machten wir eine Rundsitzgruppe und wo fruehrer die Gasflaschen waren, liegt heute unser Reserverad. Der Kuechenblock wurde neu konzipiert. Ein neuer Zweiflammenherd wurde eingebaut und darunter befindet sich jetzt eine 5 kg Gasflasche, mit Luftoeffnung nach unten ( gesetzlich vorgeschrieben ). Schubladen und Besteckkasten wurden auch neu angefertigt.

neuer Grundriss nach Umbau Ende 2004

bei Kauf 2003

2004

2005

bei Kauf 2003

2004

2005

bei Kauf 2003

2004

2005

bei Kauf 2003

2003

2004

2005

2005 - Mit dem Inneren soweit erstmal zufrieden, sollte unser Suleica nun auch von aussen wieder ansehnlich werden. Wie bereits erwaehnt, war er zu diesem Zeitpunkt schon vollkommen "lackfrei" und wir fingen mit der Lackierung an. Vorgesehen waren 3 Abschnitte, der untere Bereich, der Dachbereich und zuletzt die Seitenbereiche. Die neue Farbe sollte Atlantikgrau werden, allerdings in drei unterschiedlichen Farbnuancen. Hand in Hand mit der Lackierung ging der Austausch aller poroesen Fenstergummidichtungen. Dort wo es notwendig war wurden auch neue Scheiben eingebaut.

Die Lackierstation

Lackierung Teil I - die zwei unteren Schalen und der Heckbereich (nebelgrau)

Lackierung Teil II - das Dach und um das Frontfenster herum (atlantikgrau)

Lackierung Teil III - die oberen Seiten (platin) - und endlich komplett FERTIG

Diese 3-Teilung war notwendig, da wir vom Tag des Kaufes unseren Suleica genutzt haben, um auf Tour zu gehen. Es war Bedingung, dass unser Suleica zu jeder Zeit der Restaurierung einsetztbar und fahrbereit bleibt und ist.

Camping Bosco di Molinazzo im Tessin bei Bellinzona

Polyestertreffen in den Niederlanden

Camping De Lakens bei Zandvoort - holländische Nordseeküste

und hier die private Webside der Macher von Suleica-Caravans
http://markuwe.de

mit Vorzelt

Bericht II
von Matthias
Restaurierung eines Suleica 500 Rally 70, Baujahr 1971

Wie in Bericht I von Mark und Uwe habe auch ich mich entschlossen parallel aussen und innen gleichzeitig zu restaurieren.
2004 erwarb ich meinen Suleica, Bj. 1971 der seit 1983 stillgelegt ist - in einem katastrophalen Zustand. 4 Lackschichten wollten enfernt werden und wie wohl allgemein bekannt, Loecher ohne Ende wollten gefuellt werden.
Originalzustand bei Kauf 2004 und wie alle Suleicas auf Fotos ein "echter Schauspieler", was seinen Zustand angeht.


Man fragt sich: "der Lack ist doch toll!"
aber war er nicht; abgeblaetterter Lack wohin man sah


nach endlosem Schleifen und Spachteln mit normalen Fueller (heute wuerde ich Spritzspachtel nehmen), danach noch viele kleine Loecher kitten, also Fleckspachteln, und wieder schleifen


ca. 10 L. Altlacke zusammengeschuettet und lackiert ( smile, schoenes Tuerkis), haette ich eigentlich in dieser Farbe belassen sollen, haette mit den neuen Scheiben bestimmt Klasse ausgesehen!


danach wieder Feinspachteln -Exenter in die Hand und wieder schleifen- dann nochmal 8 L. Altlacke zusammengeschuettet und Lackiert......in "Badezimmergruen"


wieder schleifen und endlich FERTIG !!
Mercedes-Benz Brilliant-Silber (S-Klassen-Silber)
und als kleines "Highlight" die Kotfluegel in blaumetallic


2005 Und jetzt gehe ich dem Inneren an den Kragen! Und auch darueber werde ich euch natuerlich berichten.


da ich seit ueber 20 jahren professioneller DJ/LJ bin, nebenbei die erste DJ-Schule Deutschland gegruendet habe, Veranstaltungsservice seit 5 Jahren betreibe und, lach, mit Camping eigentlich weniger am Hut hatte, (ausser das die Schwiegereltern so ein Geraet besitzen und damit auf nem Campingplatz rumhocken) habe ich "den" Suleica eher genommen um aus "ihm" ein Messemobil, Kunstobjekt, Werbefahrzeug zu machen.
Hier noch ein paar Eindruecke wie es bisher so weiter ging:

schon mal mit Beleuchtung

Beleuchtung im Detail

Rangiergriffe in Plexiglas mit LED-Hinterleuchtung

und hier noch was was die Zukunft angeht! nen Versuch ist es doch wert, oder? :-)), waere dann der erste 500er, der schwimmfaehig waere




Bericht III
von Bine und Sven
Restaurierung eines Suleica 430, Baujahr 1965


kitten, schleifen, kitten, schleifen und immer wieder laminieren





fertig fuer die Lackierung

die Grundierung

Das Endergebnis





Scheidung & Hochzeit


Das Auseinanderbauen dauerte ca. 3 Std., die Hochzeit gerade mal 1,5 Std. Es ist gar nicht mal so schwer das Teil unten raus zu bekommen.
Benoetigt werden:
ein Rangierwagenheber, ein paar Holzkloetze, ein wenig Werkzeug und das absolute Gottvertrauen in seinen Suleica, dass die 4 kleinen wackeligen Stuetzfuesse die gesamte Karosserie tragen werden.......
Ausbau:
1.
Vorne so tiel wie moeglich runter, damit der Suleica hinten so hoch wie moeglich kommt.
2. Hinten unter den Fuessen abstuetzen.
3. Alle 6 Schrauben (je 2 am Radkasten und 2 in der Gasflaschenkappe) loesen und entfernen.
4. Feststellbremse anziehen!!!
5. Vorne mit dem Wagenheberhoch (an dem Kupplungskopf), ggf. Reibung durch eine Decke verhindern.
6. Vorne aufhoeren mit Pumpen, wenn die Reifen entlastet sind und noch ein wenig Spiel ist, um die Achse anzuheben, dann die Reifen entfernen.
7. Vorne die Stuetzen auffahren und unterfuettern.
8. Wagenheber leicht ablassen.
9. Nun steht der Wagen auf seinen eigenen 4 Fuessen.
10. Vorn wieder runter bis zum Boden.
11. Die Achse mit dem Wagenheber anheben und die Reifen abmontieren, um die Achse tiefer zu legen.
12. Bremse loesen.
13. Das Fahrgestell unter dem Wohnwagen wegziehen, indem man die Achse querstellt und so um die Stuetzfuesse hermmanovrieren kann.
14. Fertig.
Einbau:
1. Raeder ab.
2. Fahrgestell wieder einfaedeln und positionieren.
3. Feststellbremse anziehen!!!
4. Reifen montieren mittels des Wagenhebers.
5. Vorne mit dem Wagenheber an dem Kupplungskopf wieder so hoch pumpen, bis die vorderen Stuetzen wieder entlastet sind.
6. Vordere Stuetzfuesse einkurbeln
7. Vorne langsam wieder runter und dabei d'rauf achten, dass die Achse sich an der richtigen Stelle wieder einfaedelt.
8. Letzte Korrektur an der Achsenschraube durch Ruetteln und Ruecken des Suleica und letzte Anpassungen mittels eines Dornes vornehmen.
9. Schrauben, natuerlich neue, rein und festziehen.
10. Vorne wieder hoch und auf das Stuetzrad stellen.
11. Fertig. Unser Fahrgestell wurde entrostet, Rostschutz und Lackierung in mattschwarz aufgetragen. Weitest gehend wurden alle Schrauben, das defekte Radlager, die Stossdaempfer und ein wenig Kleinkram ersetzt oder erneuert. Das Reifen-Felgen-Problem ist noch nicht geloest, aber wie auf den Bildern ggf. zu erkennen hat unser Wagen schon eine Spurverbreiterungsplatte von 10mm drauf gehabt......reicht leider aber nicht!
Aussen so weit so gut, gehts jetzt innen weiter; und so sieht ein Suleica aus, der bei Ebay fuer ca. 1600,- Euro ersteigert wurde und in den schon knapp 8.500,- Euro investiert worden sind und an dem seit nun einem Jahr gearbeitet wird! :-) Man koennte den derzeitigen Zustand auch beschreiben mit: "Aussen hui, und innen pfui" :-)))))


aber auch das wird sich demnaechst aendern! Und ganz ausfuehrlich koennt ihr alles auf unserer Privathomepage nachlesen:
http://www.superleichtcaravan.de

Bericht IV
von Roger und Sandra
Restaurierung eines Suleica 500, Baujahr 1967

Zustand bei Kauf

Nach ca. 5-monatiger Suche und sicherlich 3.000 gefahrenen Besichtigungskilometern nach Deutschland von uns aus der Schweiz hatten wir ihn endlich gefunden. Unseren Suleica G 500 mit Jahrgang 1967. Der Erstbesitzer hat bis zum Verkauf an uns ueber 90.000 dokumentierte Kilometer mit seinem Suleica zurueckgelegt. Mit viel Muehe und Kosten hat der Vorbesitzer ueber 37 Jahre alle werterhaltenden Investitionen getaetigt, die noetig waren, um den Suleica in diesem Zustand zu erhalten. Angefangen von der sich abloesenden Innenverkleidung im Jahr 1975 ueber eine Doppelverglasung, einem neuen Fahrwerk, bis hin zur Lackierung und vielem mehr. Alles in allem hat der Vorbesitzer in unseren Suleica sicherlich nochmals den damals bezahlten Betrag investiert.




hier sieht man sehr gut die angedachte 3-Raumteilung durch die  geöffnete Toilettentür

fuer uns war jedoch sehr schnell klar, dass wir den Suleica trotz seines technisch sehr guten Zustandes komplett neu machen wollten. Vor allem die fehlenden Trennwaende im Eingangsbereich, zusaetzliche Verstaerkungen der Stuetzfussauflagen, sowie das Verschliessen der nicht mehr benötigten Heizungs- und Kuehlschrankluftueftungen waren uns wichtig. Selbstverstaendlich auch kleine Details wie Vorhangschienenfuehrungen, Wasserversorgung, Kuehlschrank, programmierbare Heizung, sowie ein komplett neuer Schaltplan fuer alle zukuenftigen Anpassungen oder Beduerfnisse muessen beruecksichtigt werden.





Die folgenden Bilder werden einigen Suleicabesitzern sicherlich die Traenen in die Augen treiben. Wir moechten jedoch darauf hinweisen, dass unser Suleica unter Verwendung aller vorhandenen und originalen Teile wieder aufgebaut wird. Selbstverstaendlich mit den uns vorschwebenden Anpassungen. Also nun hier unsere ersten Fotos der Raeumung...............!














und wieder in Deutschland! geschliffen, mit neuem Boden und fertig fuer die neue Lackierung und die neuen Fenster und Gummidichtungen

lackiert!




und mit neuer Innenbespannung




und jetzt kommen die Moebel wieder rein und wir koennen endlich mit unserem Suleica auf Reisen gehen.

Der Einbau beginnt!




und die Abnahme durch das schweizer Verkehrsamt

Bericht V
von Werner und Monika
Hier ist ein Bericht mit Fotodokumentation über die Restaurierung eines Suleica 500, der etwas Besonderes und Einmaliges werden sollte.

Es war im Jahr 2001, als meine Frau und ich zum ersten mal einem Suleica begegnet bin. Als passionierte US Car-Oldtimerfahrer, besuchen wir jedes Jahr etliche Events dieser Art. Dieses Treffen im Jahr 2001 in Bad Doberan sollte meine zukünftigen Besuche verändern. Schon bei der Suche nach einem geeigneten Platz, stach uns ein grün weiß lackierter 57er Chevy mit einem 500er Suleica am Haken, sofort ins Auge.


Noch nie haben wir vorher so ein Fahrzeug gesehen. In dieser Szene sieht man eher einen Airstream oder kleine DDR Wohnwagen. Unsere Überlegung war, den bisherigen Zustand zu verändern, indem wir nicht mehr in unserem Chevy Van schlafen müssten und keine, ständig nur Probleme machenden Pavillons aufzubauen bräuchten, die undicht sind oder weg fliegen. Meistens schaffen diese kein Jahr lang ohne Probleme zu bereiten. Im Van schläft es sich zwar schon sehr ordentlich, aber es sieht immer aus wie nach dem Krieg, weil man einfach zuviel mitschleppen muss.
Also haben wir uns mit dem Besitzer des Suleica unterhalten und der hat uns diesen ausführlich gezeigt. An dieser Stelle, möchten wir uns noch einmal recht Herzlich bei Lorenz Weiß aus Itzehoe bedanken, der uns infiziert hat und uns die Adresse eines Mannes gegeben hat, in dessen Scheune schon ewig ein 500er steht……. Du bist schuld--.
Also habe ich nach dem Treffen gleich mit dem Besitzer des evtl. zu verkaufenden Suleicas telefoniert und nach einigem hin und her konnte ich ihm seinen Suleica abschwatzen.



Am Wochenende darauf sind wir mit rotem Kennzeichen bewaffnet nach Verl gefahren und haben uns das Fahrzeug angesehen. Es war ein Typ Q mit einer zusätzlichen Liegefläche vorne, wo die Füße bis unter das Waschbecken des Waschraumes liegen. Trotzdem der Wagen lange in der Scheune stand, war er im Innern völlig fertig.





Was wahrscheinlich einer der Vorbesitzer fabriziert hat. Alle Abdeckhauben des Laternendaches waren zerstört und somit lief Wasser ungehindert ins Innere. Alle Schränke waren angefault an den Unterkanten, der Fußboden zum größten Teil eingebrochen, Farbe im Waschbecken, vom Muff und Schimmel gar nicht zu Reden, Osmoseschäden ohne Ende und außen sehr wellig und uneben, die Tür schien auch aus einem anderen Fahrzeugtyp, Flugzeug oder U-Boot zu sein, Fenster, Gummis alles Schrott, kein Kfz Brief mehr da, u.s.w.………Aber er hatte auch seine guten Seiten, die beste ist die, dass es sich um einen der ersten 500er handelte, es war alles komplett da was später bei der Rekonstruktion sehr hilfreich ist, die Wandverkleidung war im relativ guten Zustand, wenn auch unten zum Teil etwas angefault und er war rollfähig.



Also bezahlt, angehängt und mitgenommen. Die Reifen sahen äußerst porös aus, was nicht gerade ein gutes Gefühl vermittelte. Aber mit langsamer Fahrt gingen die 350 Km gut. Ich war sehr überrascht, wie gut er hinterher läuft. Zuhause angekommen, wurden schon Einrichtungspläne geschmiedet (typischer Blödsinn). Bis dahin sollten nämlich noch mal 4 Jahre vergehen, denn so lange stand er nun in unserer Scheune. Da sich so ein Projekt, wenn es einen Top Erfolg werden soll, nicht auf die „Schnelle“ machen lässt, verzögerte sich ständig der Anfang der Restaurierung. Er sollte auch in einem Zug fertig gemacht werden, wofür eigentlich nur maximal ein Jahr angedacht war. Ein Jahr hat schon nur der äußere Teil gedauert, vom ersten Abschleifen bis zur Lackierung.
In den 4 Jahren des Stillstandes reiften dann aber doch so ziemlich genaue Vorstellungen über das Aussehen innen wie außen und die technische Ausrüstung. Das Ziel war, einen absolut einmaligen Suleica zu erschaffen, der nur auf uns Zwei zugeschnitten ist und dabei das Aussehen vor der Funktionalität steht. Das heißt ebend, wenn ich unser Bett mache, dauert das etwas länger, weil ich den Nierentisch nicht zu einer Liegefläche versenken kann. Das Design soll möglichst die 50 / 60er Jahre widerspiegeln, innen wie außen. Zur Ausstattung soll folgendes gehören: Eine Zentralheizung mit einer thermostatischen Regelung für vorne, hinten und Bad getrennt zu regeln; eine Klimaanlage; eine 100 Liter Tiefkühltruhe; ein 100 Liter Kühlschrank ohne Frostfach; ein Gas-Cerankochfeld;


eine moderne Spüle; eine eigene Stromversorgung mittels 2,5 KW Stromaggregat; wenigstens 120 Liter Frischwasser; mit Drucksystem und Außenzapfstelle; Warmwasser mit Umwälzung damit sofort am Hahn heißes Wasser läuft; ein elektrisches drehbares WC mit integraler Luftabsaugung; eine möglichst versteckte HiFi-Anlage; allerlei Informationsmöglichkeiten über Stromspannung, Temperatur innen wie außen, wie kalt ist der Kühlschrank und die Tiefkühlung u.s.w. eine moderne 230 Volt Anlage mit Absicherung jeder Steckdose oder Gerätes sowie einen Fi Schutzschalter; ein automatisches Batterieladegerät; jedes Schrankfach,  jedes Staufach soll beleuchtet sein; die Stromeinspeisung soll unter dem Wagen verdeckt liegen; die gesamte Batteriekapazität soll 400Ah haben; und noch einige kleine andere Extras, sollten in diesem Suleica verwirklicht werden. Das alles innerhalb eines Jahres, aus heutiger Sicht war das sehr „Optimistisch“ Um es schon vorweg zu nehmen, die gesamte Restaurierung dauerte 2 Jahre, fast jeden Tag bis zu 10 Stunden und auch meistens Samstag und Sonntag.
Restaurierungsbeginn
Als allererste Tat, habe ich den Wagen von losem umherliegendem Zeug befreit. Unter anderem lag auch noch eine Tafel Sarotti Schokolade im Kühlschrank von 1991. Hat wacker durchgehalten, aber keiner wollte sie probieren. Nach der Befreiung von losen Vorhängen, Gardinen und Stoffresten wurden alle Holzeinbauten ausgebaut und eingelagert um noch später wieder als Modell oder auch zur Reparatur zu dienen. Im Anschluss wurde der Fußboden „ausgefegt“ und somit war der Suleica vollkommen leer. Man konnte jetzt sich genau überlegen, wie es mit der Wandverkleidung weiter gehen soll. Im oberen sichtbaren Bereich war sie allgemein im guten Zustand. Die Übergänge zum Fußboden waren zum Teil vergammelt und schimmlig, woher auch dieser typische Geruch kommt. Ich habe mich dazu entschieden, die Flächen hinter den Bänken und im Küchenschrank bis zur Oberkante abzuschneiden und auch zur Ausbesserung andere Stellen zu benutzen. Einzig im Bad musste eine neue Verkleidung ran,


da die Größe des Raumes verändert wurde und auch etliche Fehlstellen wie z.B. vom Fallwassertank oder Schrank vorhanden waren. Im Nachhinein bin ich auch ganz zufrieden, dass ich nicht die gesamte Verkleidung abgerissen habe. Die neue Wandverkleidung ist ein Kunstleder, was bis heute Schwierigkeiten mit der Verklebung hat. Wie ich auch bisher bei anderen Suleicas gesehen habe, gibt es leider keine Lösung, die der originalen Verkleidung auch nur annähernd ähnlich sieht. Das Original ist von Du Pont, diese Firma gibt es noch, aber leider nicht mehr diese Sorte „Adretta Stepptex“.
Nun wurde draußen weiter gemacht, da auch das Wetter hier gut mitspielte. Erst einmal die alte Lackschicht schleifen und Bestandsaufnahme machen. An dieser Stelle kann man leider dem Suleica Prospekt nicht recht glauben, worin es heißt: „GFK mit einer Gelcoatschicht“ ??? Wo war die geblieben an meinem Wagen? Es war ganz eindeutig zu sehen, dass der Lack direkt auf das GFK aufgetragen war.




Da es sich bei unserem 500er um einen der ersten handelt, schien auch einiges mit der Tür nicht zu klappen. Die sieht aus, als währe sie aus einem Flugzeug oder Eisenbahnwagon. Es passte nichts an dieser Tür. Der Mittelabsatz war auf einer Seite glatte 2cm höher als auf der anderen Seite. Mit viel Polyesterauftragen und -füllen, passt nun dieser Teil der Tür wenigstens rechts und links an seinen Anschluss. Aber leider blieb ich gegen die Spalten oben und unten machtlos. Die Aussparung der Karosse ist schlichtweg anders als die Gegenform der Tür. Es konnte zwar etwas zur besseren Abdichtung, durch Erhöhen der Auflagefläche bis zur Dichtung erreicht werden, aber auf Dauer keine zufrieden stellende Lösung. Im Dach erstreckten sich über die gesamte Fläche hunderte winzige Löcher, so genannte Osmoseschäden, aber es waren auch etliche größere Flächen angefressen. Leider auch ein Zeugnis, fehlenden oder zu dünnen Gelcoats. Das ist äußerst langwierig zu beseitigen und man kommt nicht sonderlich gut bis zur Mitte des Daches heran. Draufsteigen geht auch nicht, da bricht das Dach ein. So klein diese Löcher auch sind, sie lassen sich sehr schlecht füllen. An den Laternenfensterausschnitten war teilweise das GFK ausgefressen und musste neu auflaminiert werden. Bei dieser Gelegenheit habe ich gleich alle Öffnungen für die Zwangsbelüftung verschlossen und ebenso die Schornsteinlöcher. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn Kochen mit Gas und die älteren Kühlschränke (sind nicht zum Innenraum abgedichtet) verbrauchen den Sauerstoff im Fahrzeug und außerdem wird die Luftfeuchtigkeit erhöht, weil beim Verbrennen von Propangas Wasserdampf entsteht. Also, machen wir zum Kochen immer einige Fenster auf. Nachdem das Dach fertig war, ging es am unteren Teil weiter. Da wir einen 100 Liter Absorber-Kühlschrank einbauen wollten, musste jetzt die genaue Position des Gerätes bestimmt werden. Das hieß, die gesamte Küchenzeile musste schon jetzt auf den Millimeter genau geplant werden, damit die Be-.und Entlüftungsgitter genau positioniert und ausgeschnitten werden konnten. Zudem geschah hier der radikalste Eingriff in die Suleica Karosserie. Das Radhaus musste um 15 cm.am Ende gekürzt werden, damit der Kühlschrank dahin passte, wo er geplant war. Das bedeutete eine sehr aufwendige Verstärkung dieses Bereiches, da an dieser Stelle große Kräfte von der Achse her einwirken. Das gleiche galt auch im Bereich der oberen Entlüftung. Dort wurde die nun ausgesägte Querspante in ganzer Länge durch eine neu einlaminierte Hartholzspante ersetzt, die dann auch später die Küchenarbeitsplatte trägt. Da der angestrebte Stil der 50/60er Jahre bei Fahrzeugen dieser Zeit, wahren Chromorgien und Übertreibung, waren die originalen Rücklichter inakzeptabel klein und kümmerlich. Also musste eine Änderung her. Die fanden wir nach ewigem Suchen leider nur bei einem Fahrzeug der Anfang siebziger Jahre. Das war aber nicht dass einzige Problem. Da diese Rückleuchten drei Kammern hatten, einmal rot mit Katzenaugen, einmal rot klar für Bremslicht und einmal weiß für Rückfahrscheinwerfer, mussten also alle Kammern mit einem einheitlichen Glas versehen werden. Das hieß also, von diesem eh schon so raren Rücklicht mussten 12 Stück besorgt werden und 8 Stück zerstört werden, um die Gläser auszubauen. (In Wirklichkeit waren es 14 Stück, da es dabei zweimal daneben ging) Die Oldtimerfans dieses Autotyps würden mich bestimmt steinigen, wenn sie wüssten, was mit ihren Sammlerstücken geschehen ist. Nun waren noch die mittleren gelben Fenster auszusägen, um gegen stylishe Eistütenlichter ersetzt zu werden. Somit waren die Leuchten fertig. Die Originalen wurden entfernt und es konnte ein Gehäuse aus GfK angefertigt werden, das sich nach einigen versuchen ganz in die Rundungen eines Suleica eingefügt hat. Ebenso wurden die Gehäuse für die roten Dreiecke angefertigt, die unter dem Wagen zur Heckwand hervorkommen. Alles ist in die Karosserie einlaminiert worden und sieht nicht wie aufgesetzt aus.


An der Stelle, wo einmal die Luftgitter der Trumaheizung neben der Tür saßen, sollten eine Gas- und Wasserentnahme entstehen. Dazu musste ein GfK-Gehäuse von innen zur Aufnahme einer Mischbatterie und einer Gas-Schnellkupplung laminiert werden. Von außen wurde eine der Wagenform angepasste Verschlussklappe angefertigt. Ebenso ist an gleicher Stelle unter dem Wagen eine aufklappbare Stromeinspeisung und Außensteckdose entstanden.


Nach diesen Übungen im Umgang mit GfK, habe ich mich an das größte Teil das ich je aus diesem Material gebaut habe gewagt. Zu allererst habe ich lange am Design gefeilt, da es sich ja möglichst in das des Suleica einpassen sollte, nicht aussehend wie ein Fremdkörper und auch den Zeitgeist der 50/60er Jahre widerspiegeln sollte. Dabei kam ich auf die Idee mit den seitlichen Entlüftungsöffnungen im Styl eines Mercedes 300SL oder einer Chevrolet Corvette aus den 50ern. Die 3 Abdeckungen sollten mittig konkav geformt und an den Enden nach oben steigend auslaufen. Der Mittelteil musste klappbar sein, da sich in diesem Raum die beiden 10 Kg superleichten transparenten Gasflaschen befinden. Im linken Raum sollen die beiden 14 Liter Truma Warmwasser- Speicher stehen und im rechten Raum das Aggregat für die Gefriertruhe. Also wurden diese Teile alle gekauft und auf eine wasserfest verleimte Sperrholzplatte ausgerichtet, um die Größe zu ermitteln, die dieser Kasten haben musste. Als nächster Schritt wurde Styropor auf die Platte geklebt um einen Block entstehen zu lassen. Dieses Styropor konnte nun sehr gut in Form gebracht werden und es war sehr gut möglich, den gesamten Kasten direkt am Suleica zu sehen. Es konnten noch einige Veränderungen und Anpassungen gemacht werden bis zu seiner endgültigen Form. Somit konnte es jetzt ernst werden. Ich habe auf das Styropor eine Plastikfolie aufgebracht, quasi als Trennschicht zwischen Polyester und Styropor, denn die vertragen sich nicht besonders gut. Die ersten beiden Schichten Glasfaser habe ich aus sogenannter Rowingmatte aufgelegt. Gleichzeitig wurde auch das Sperrholz mit einlaminiert. Es wurden die Ausschnitte für die seitlichen Entlüftungen ausgesägt und der Hintergrund mit einlaminiert. Zum Abschluss kamen noch einige Lagen aus immer feiner werdenden Glasfasermatten auf die Rowingmatte. Dann war der spannende Moment da, wo das Styropor entfernt wurde. Waaauh!! Ein toller Anblick. ---Innen wurden die Trennwände der einzelnen Kammern einlaminiert und es erwies sich, dass der gesamte Kasten äußerst stabil war. An den Befestigungspunkten zur Karosserie wurden einige Verstärkungen auflaminiert und zur Befestigung auf der Deichsel habe ich einen u-förmigen Träger gebaut. Somit liegt die Unterseite gut und fest auf der Deichsel. Die obere Befestigung am Suleica ist später beweglich mit dem Wagen verbunden worden. Das ist ganz wichtig, weil das Deichselrohr sich ganz enorm durchbiegt. Bei Bodenwellen oder sonstigen Schlägen würde diese Befestigung ausreißen. Als Abschluss wurden die oberen Deckel nach demselben Verfahren laminiert. Hierbei kam mir wider die besonders leichte Bearbeitung des Styropors zu Gute, da sie ja in der Mitte konkav werden sollten.


Alle Deckel anpassen, Formen nachspachteln, Befestigungsflächen und Wasserablaufrinnen anlaminieren, sowie ein Scharnier einbauen. Ab jetzt begannen aber leider die unschönen Arbeiten. Alles zu Spachteln und zu Glätten, Schleifen, Staub und Husten. Und weil das So`n Spaß macht, gleich an der Karosse des Suleica weiter. Dabei ließ mir die Passform der Eingangstür keine Ruhe. Ich konnte oben und unten die Hand flach reinschieben, die mittlere Verstärkungsleiste war an einer Seite 2cm höher als die andere Seite. Ich entschloss mich, die Verstärkungsleiste zum Teil auszutrennen und neu anzupassen. Ebenso habe ich die eigentlich am Dichtgummi anliegenden Flächen aufgefüllt damit sie wenigstens an den Gummi heranreichen. Die Scharnierauflagen sind erhöht und neu angepasst und bei dieser Gelegenheit gleich zur Stromübertragung für die später in der Tür befindliche Bar bearbeitet. Aber es ist bis heute nicht eine 100% Lösung. Das Hauptproblem ist die unterschiedliche Formung des rechten und linken Türausschnittholmes. Wenn man seitlich am Wagen entlang blickt, sieht man ganz deutlich den unterschiedlichen Radius der beiden Holme. Es würde nur gehen, wenn die Tür ebenfalls rechts und links unterschiedliche Radiusform hätte. Das würde bedeuten, die Tür komplett mit der hinteren Verstärkung zu zerschneiden und neu herzustellen. Da sich GfK nicht so weit dauerhaft verformt, liegt hier ein schlichter Verarbeitungsfehler des Herstellers vor. Nun wird noch das ehemalige Wäschefach, Das so oft als Müllfach missbraucht wird, zu einer beleuchteten Bar umgebaut. Unten stehen die Flaschen und oben die Gläser. Später wird alles mit dem blau getönten Glas der Suleicascheiben verschlossen. Der weitere Verlauf für etliche Monate ist Spachteln und Schleifen. Hierbei ist es absolut wichtig mit dem Lackierer, der alles einmal lackieren soll, abzusprechen wie diese Arbeiten gemacht werden sollen. Somit kann er sich auch ein Bild von dem gesamten Wagen machen, wo und an welchen Stellen was geht. An unserem Wagen sind Flächen teilweise bis zu 2cm Tiefe aus der Form gewesen .Das geht natürlich nicht mehr mit Spachtelmasse zu machen. Dort muss entweder auflaminiert oder mit Glasfaserspachtel gearbeitet werden. Für normale Füllungen habe ich Aluminiumspachtel verwendet, weil der flexibeler sein soll. Das war die schlimmste Zeit der gesamten Restauration. Die Spachtelmasse habe ich nur noch kartonweise in 1,5Kg Dosen bestellt. Mittlerweile sind 11 Monate vergangen und es liegt jetzt die Lackierung an. Ich habe alle Fensterrahmen und Scharniere ausgebaut weil diese 2 farbig werden sollen. Dabei musste ich bei fast allen Rahmen etliche Hohlräume mit Polyesterharz füllen, weil sich die Rahmenhälften von einander gelöst haben. 2 Gewindeplatten haben sich auch aufgelöst und wollten erneuert werden. Die Befestigungen der Fensteraufsteller am Wagen sind auch nicht gerade sehr üppig ausgefallen und es ziehen sich einige Schrauben durch das Polyester. Sollte also bei einer Restaurierung berücksichtigt werden. Bei dem Besuch eines Oldtimertrödelmarktes, fand ich 2 Lampen, die meiner Vorstellung einer Begrenzungslampe für einen Wohni sehr entsprachen. Ursprünglich waren es wohl Begrenzungsleuchten für einen alten Motorrad-Beiwagenkotflügel. Die Form könnte auch halbwegs passen, also mitgenommen. Zu Hause angehalten und sie passten mit einigen kleinen Veränderungen exakt. Auf den Geschmack gekommen, sollte nun auch eine Lösung für die hinteren rot/weißen Begrenzungslampen her. Aus mehreren verklebten 1cm Polystyrolplatten wurde ein Unterteil für eine Begrenzungsleuchte in Form einer Apfelsinenscheibe gebaut. Es passt sich genau and die Karosse an und sieht aus, als währe es immer so gewesen.
Ab jetzt steht der Suleica beim Lackierer und die Auswahl der Farbe ist nun endgültig. Es wird ein zitronengelb mit einem kaltweißen Mittelstück auf dem später in hellem grau der originale Suleika-Schriftzug aufgezogen werden soll. Um Kosten zu sparen, helfe ich bei den weiteren Arbeiten in der Lackiererei mit. Es ist so deprimierend, wenn man alle seine Mühe in eine glatte Fläche gelegt hat, der Lackierer aber der Meinung ist < na hier müssen wir aber noch reichlich glatt spachteln > und auf die vermeintlich glatte, ewig geschliffene Fläche, eine neue Schicht Spachtel alles glatt Aussehende mit einem mal stumpf und grau werden lässt. Aber er hat Recht und es kann nur das Endergebnis verbessern. Nachdem alles gefüllert ist, wird wieder nass geschliffen und hier werden eigentlich die Weichen für das Aussehen gestellt. Wenn dieses Nassschleifen nicht absolut 100% wird, ist später jeder Schleiffehler zu sehen. Aufgrund der Höhe eines Suleicas musste das Dach jedes Mal in dem Vorbereitungsraum Lackiert werden, was aber nicht große Auswirkung auf das Endergebnis hatte. Es war nur mehr Arbeit, weil alles extra abgeklebt werden musste.


In der Spritzkabine wurden zwischenzeitlich die losen Teile wie Rahmen Tür und Deichselkasten lackiert. Danach ging der Wagen in die Kabine und nach dem Abkleben ging es mit dem Streifen in weiß los. Nach dem Trocknen wurde der weiße Streifen abgeklebt und es ging zur Hauptsache. Nach dem gelben Basislack wurden 3 Schichten Klarlack aufgetragen. Das Ergebnis war schier beeindruckend. Nach allen Mühen und Qualen vom Spachteln und Schleifen wurde ich mit diesem Anblick belohnt.





Ein besonderer Dank soll hier an den Lackierer gehen, der eigentlich der Hauptakteur für ein gutes Aussehen ist. Auch ein Lackierer macht nicht jeden Tag so ein großes Fahrzeug und daher war auch er schwer beeindruckt, wie viel Lack auf einen Suleica geht.
Nun ist bereits ein Jahr und einige Wochen vergangen und alles müsste nach der Planung fertig sein…………….Aber es ist doch beim Anblick auf den Suleica Licht am Horizont zu sehen.
An dieser Stelle möchte ich mal eine kurze Zwischenbilanz ziehen. Bei einem Projekt dieses Umfanges sollten doch einige Voraussetzungen gegeben sein. Die wichtigste ist die, das der Partner immer mitzieht, besonders wenn sich das so ergibt wie bei uns, wo die Restaurationszeit sich schlicht weg mehr als verdoppelt hat und bei 8-10 Stunden am Tag die ganze Woche lang ein Partner nur in der Werkstatt ist. Bei uns haben wir das Glück, dass die Werkstatt gleich auf dem Hof ist und wir uns jederzeit sehen können. Wenn allerdings schon die Werkstatt weiter entfernt von zu hause liegt, geht das nicht mehr ebnend mal so schnell. Auch ist die Frage der Beheizbarkeit wichtig, denn im Kalten härtet kein Spachtel oder Polyester. Wer jetzt zum Beispiel einen Raum für 1 Jahr gemietet hat, könnte schon Sorgen bekommen. Es hat sich bei mir auch herauskristallisiert, dadurch das wir auf dem Land leben und die nächste größere Stadt ca. 50 Km entfernt liegt, gibt es immer wieder Probleme der Beschaffung von Material. Wenn ich etwas aus der Campingbranche brauche, muss ich bis Berlin fahren, das sind dann bis zu 240 Km hin und zurück. Da summieren sich die Kilometer und die Zeit. Als sehr hilfreich erweisen sich da Bestellungen im Internet.



Nachdem nun unser Suleica wieder in der Werkstatt steht, kann es im Innenbereich weiter gehen. Als nächster Schritt sollte die Bodenplatte eingebaut werden. Dazu musste erst einmal festgelegt werden, wo und welche Versorgungsleitungen, Kabel und ähnliches sitzen und auch keines vergessen wird. Wenn hier ein Fehler passiert, währe es eine Katastrophe, weil man danach nicht mehr herankommt. Also wurden zuerst die Platten zugeschnitten in 4 Einzelteile und eine Verbindung zueinander eingebaut. Leider war es nicht möglich ein Plattenformat zu finden, was mit nur 2 Hälften gegangen währe. Die Platten wieder herausgenommen und alle Versorgungseinrichtungen installieren, sowie den Batteriestandort bestimmen. Alle Warmwasserleitungen isolieren, Steckdosenorte bestimmen und nicht vergessen, jedes Teil zu beschriften, damit man auch nach Tagen noch Bescheid weiss.


Jetzt war auch der Zeitpunkt gekommen, wo die Tiefkühltruhe eingebaut werden musste, da die Isolierung durch die Schrägheit des Bodens bis auf den selbigen gehen musste. Zu diesem Zeitpunkt musste auch schon der Radius der vorderen Polster feststehen, da der Deckel der Truhe gleichzeitig die Auflage der Polster ist. Die Form der Truhe wurde aus Hartschaumplatten ausgesägt und aufeinander verklebt. Da die rechte Seite hinter der Eingangstür nach vorne und unten rundlich ist, gab es keine andere Lösung. Somit ist aber der Raum optimal ausgenützt und auch hervorragend isoliert. Die Standflächen der Tische vorne und hinten wurden unterhalb der Fußbodenfläche verstärkt, damit sie später fester stehen. Nun durften die Fußbodenplatten wieder rein und miteinander verschraubt und verklebt werden. In der guten Hoffnung alle Versorgungselemente eingebaut zu haben, wurden die Platten ringsum wieder Laminiert. Das trägt erheblich zu Stabilität der Bodengruppe bei und sollte nicht Weggelassenwerden.



Leider habe ich bei verschiedenen Rallye 70 Modellen schon gesehen, dass dort die Platten von Hause aus nicht einlaminiert waren. Sparmassnahmen? …...
Nachdem nun der Fußboden drin war, gab es ein völlig neues Laufgefühl. Man musste nicht mehr über das Fußbodengerippe kraxeln. Als nächsten Schritt, galt es das Bad aufzuzeichnen und zur Probe ein Paar Wände zu stellen, um zu sehen, ob man sich darin auch noch bewegen kann. Es stellte sich schnell heraus, dass es nur möglich ist mit einem Klappwaschbecken einigermaßen Raum zu gewinnen. So wurden ein kompletter Schrank mit integriertem Klappbecken und ein drehbares WC mit Kassette gekauft. Im gesamten Raum von Bad und Schrank wurde die originale Wandverkleidung vorsichtigst entfernt, um sie später noch für andere schlechte Stellen zu verwenden. Als Ersatz wurden Moosgummistreifen aneinander geklebt, um der Struktur der alten Verkleidung zu ähneln und weißes Kunstleder aufgeklebt. Diese Arbeit ist nicht ohne, da etliche Spannten und das Radhaus sich nicht einfach so bekleben lassen. Daher ist es auch wichtig, sich am besten vorher Fotos zumachen davon, wie und an welchen Stellen wurde eingeschnitten oder überlappt. Somit konnte nun der Schrank und das Badteil aufgebaut werden und das auch noch an seinen alten Halterungen. Ich konnte auch die originalen Türen verwenden, bei einer allerdings mit einigen Veränderungen. Da aber das Holz (Birke hell) noch gut war, kam mir das sehr entgegen. Eine Wand musste ich erneuern, aber da ich vorsorglich bei einem Tischler 2 Tafeln Birkefurniertes Sperrholz gekauft habe, gab es auch damit keine Probleme. Einzigstes Problem war, es gibt kein 3mm mehr, nur noch 4mm aber damit kann man leben. Da die Toilette im Bad direkt an der Mittelgangwand Wand steht, wurde eine herausnehmbare Tür eingearbeitet und somit kann man die Kassette zum Innenraum heraus nehmen. Ist heutzutage ein absolut geruchsfreier Vorgang, zumal ich noch eine Geruchsabsaugung in der Toilette installiert habe. Ich hätte auch niemals die Klappe nach außen gesetzt, um damit die schöne gerade Seitenfläche zu verschandeln. Damit die Toilette ihr Spülwasser nicht aus den Frischwassertanks ziehen muss, wurde extra ein 20 Liter Kanister mit einer Tauchpumpe, die sich selbst entlüftet, hinter der Verkleidung des Waschbeckenschrankes installiert. Dieser sollte später noch einmal zu einer Überschwemmung führen, da der Schraubdeckel in der Mitte einfach ausgebrochen ist und beim fahren ein grossteil Wasser ausschwappte. Aber ein kleiner extra Bon Bon ist dieser: Der Tank wird über das Waschbecken gefüllt, indem ich zwei Ventile umstelle läuft das Wasser entweder in den Tank oder ins Freie und wenn er voll ist, läuft das Wasser nach draußen über. Man kann zwar nun nicht gerade sagen, dass da Platz in Hülle und Fülle währe, Aber weithin besser als Dixiklos und ähnliches. Zu dem könnte ich bei meinem nächsten Suleica alles noch breiter machen, da der Mittelgang ausreichende Breite hat und zum Abwaschen und Kochen noch genügend Platz ist. Gegenüber dem Badschränkchen mit der Spiegelfront habe ich noch einen originalen 50er Jahre Nierenformspiegel mit dazu passenden Lampen eingebaut. Sehr zur Freude meiner Frau, denn nun kann sie auch beim frisieren den Hinterkopf sehen. Im daneben stehenden Kleiderschrank blieb fast alles beim Alten. Lediglich unten wurde ein Zwischenboden eingebaut, der den Raum zum Stromaggregat abteilt. Dieser Raum wurde noch mit Schalldämmung versehen. Die hintere Ablage über den Fenstern wurde mittels neuen Furniers wieder belebt und bei der vorderen Ablage wurde die komplette Front entfernt, um den schrank-ähnlichen Charakter los zu werden, danach ebenfalls alles neu furniert. Mittlerweile konnten dann auch alle Scheiben mit neuen Gummis und verchromten Keder wieder eingesetzt werden. Diese Arbeit sollte man nie ohne passendes Einziehwerkzeug machen und schon gar nicht alleine. Dann kann es evtl. so passieren wie mir, dass die teuerste Scheibe, nämlich die hintere Eckscheibe ausbricht. Kostet satte 134€. Die Rahmen mit den neu lackierten Scharnieren und Feststellern eingebaut, die Laternendachfenster alle zuschneiden, (schön, wenn man die alten nicht vorher beschriftet hat, denn die sind nicht alle gleich) Beschläge auffrischen und zusammenbauen, von außen die neuen Hauben mit Dichtmasse und Chrom anschrauben und schon sieht äußerlich fast alles fertig aus. Wieder einmal ein Moment der großen Freude. Drinnen geht es mit der Heizung weiter. Die Ursprüngliche Idee einer Fußbodenheizung ist leider verworfen worden, da es zuviel an Höhe wegnimmt. Somit wurde diese Variante mit den Heizschlangen gewählt. Ein Aluminiumblech wurde oben und unten abgekantet zur Auflage und zum befestigen am Boden. Die Öffnungen zum belüften des Stauraumes wurden ausgesägt und bei der vorderen gleichzeitig die Ansaugöffnungen für die Umluftansaugung der Klimaanlage. Es wurde in die gewünschte Form gebogen und die Heizkörperventile mit einigen Umbauten daran befestigt. Von da aus wurden die Schlangen aus Kunststoffrohr verlegt, ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung. Das geht aber nur mit Wärme in den engen Radien. Mit Halter aus Kunststoff wurden die Rohre befestigt. Das gesamte Teil konnte nun eingebaut werden, ebenso das Hintere.


Im Bad gab es eine Sonderlösung, da wurde es direkt auf das Holz der Trennwand geschraubt. Alle Vor und Rücklaufleitungen verbinden und erst einmal fertig bis zum Einbau des Boilers. Und weil es gerade schön warm ist draußen und leider auch in der Werkstatt, wurde jetzt die Klimaanlage eingebaut. Der Platz befindet sich gleich hinter der Trennwand des Bades, unter den Polstern des vorderen Stauraumes. Eine Zeichnung gab zum Glück genau die Positionen der Durchbrüche im Boden an, wo die Anlage die warme Luft ausbläst und kalte Luft ansaugt. Aber es musste auch Luft verteilt werden. Sie sollte den hinteren, den vorderen Teil und das Bad kühlen, zu dem auch einzeln regulierbar sein. Dazu habe ich einen Kanal erdacht, der vom Aggregat unten, hoch zur Decke geht und von da aus abzweigt durch das Bad und den Schrank zum hinteren Teil. Am Ende jeweils mit einstellbaren Düsen. Am vorderen oberen Schachtteil wurde auch die drahtlose Ansteuerung untergebracht. Der gesamte Schacht ist inwändig mit Kälte-Absorbierender Aluminiumfolie verkleidet und außenseitig mit Birkenholz furniert. Somit fügt er sich kaum wahrnehmbar in das Gesamtbild ein. Die anzusaugende Luft holt sich die Anlage aus den Öffnungen am vorderen Heizungsträger. Als kleinen Luxus kann man die Klimaanlage mit einer Fernbedienung steuern. Mittlerweile wollte man aber auch mal sitzen und damit wurden die hintere und vordere Sitzgruppe angefangen. Oberste Priorität hatte dabei aber der Sitzkomfort, der im Originalzustand eigentlich unglaublich ist. Beim Anlehnen an das Rückenkissen hat man immer die rundumlaufende Spannte im Rücken und man weiß nach einer Weile schon gar nicht mehr wie man sitzen soll.


Aber bevor das alles beginnt, mussten noch die neuen Rückleuchten eingebaut werden und von der Innenseite her verkabelt und verschlossen werden. Zudem war auch jetzt der richtige Zeitpunkt um die beiden 65 Liter Frischwassertanks rechts und links einzubauen. Nun konnte die Sitzgruppe beginnen. Die besondere Herausforderung war bei der hinteren ja die, sie musste zum Schlafen umwandelbar sein. Für die vordere viel das weg, da wir nur zu zweit sind. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Tische erstens einen Trompetenfuß haben sollten und die Tischplatte nierenförmig sein musste. Also viel die Möglichkeit des Tischversenkens schon mal gänzlich aus. Das Endresultat sah dann so aus:


Es wurden die Sitzflächen aus wasserfesten Sperrholz gebaut und jeweils vorne und im hinteren Teil eine große Klappe für den Stauraumzugang integriert. Zum Schlafen wird der Tisch, der mit einer im Boden verankerten Gewindehülse mit wenigen Drehungen festgezogen wird, einfach weggenommen. Die Tischplatte lässt sich dazu ganz einfach vorher abnehmen und an der Wand am Fußende über Nacht abstellen. Dort stört sie nicht und ist aus dem Weg. Der Trompetenfuß wird dann unter den vorderen gleichen aber etwas höheren Tisch abgestellt und ist ebenfalls aus dem Weg. Die nun große Lücke zwischen der linken und rechten Seite wird einfach mit 2 genau passenden Sperrholzeinlagen geschlossen, und von unten her mit einem quasi zusammenfaltbaren Würfel gegen einbrechen abgestützt. Dieser Würfel befindet sich dann später zusammengefaltet im Stauraum und die beiden Sperrholzeinlagen werden einfach unter die Polster geschoben. Etwas ungewöhnlich und vielleicht auch umständlich, aber wie schon eingangs erwähnt, hat das Design Vorrang vor der Nützlichkeit



Als nächstes kam erst einmal die Küche an die Reihe. Eigentlich wurde sie wieder so aufgebaut wie im Originalzustand. Vorne 4 Türen und rechts der Kühlschrank, in der Mitte ein Zwischenboden. Es musste aber so gut wie jede Leiste erneuert werden, da hier fast alles weggefault war. An der Seite wo früher einmal die Truma-Gasheizung stand, ist jetzt ein Abfallbehälter (beleuchtet) entstanden, den man einfach nur ankippt und befüllen kann. Darüber ist ein neues Klappfach entstanden und auf der linken Seite ist eine große Klappe. Dahinter befinden sich im oberen Teil 3 Absperrventile für alle Gasgeräte und Außensteckdose. Im unteren Teil wird die Außenbrause mit Schlauch aufbewahrt und an der Tür werden alle Wagenschlüssel angehängt. Im unteren Teil der Küche befinden sich ein Batterie-Hauptschalter und eine 100Ah.Batterie. Die Druckwasserpumpe mit Isolierung gegen Geräusche sitzt unter dem Kühlschrank und auf der linken Seite befindet sich unten hinter der Frontverblendung ein selbstgebautes, gefaltetes Basshorn (Lautsprecher). Obendrauf ist eine Spüle mit Glasdeckel und ein Gas-Cerankochfeld. Seitlich ist zwischen dem Kühlschrank und der Arbeitsplatte noch genug Raum für einen herausziehbaren Besteckkasten. Über die gesamten Frontseite im oberen Bereich erstreckt sich eine Plexiglasfrontblende, die es im wahrsten sinne des Wortes in sich hat. Für ein einheitliches Aussehen der Bedienelemente mussten alle Bedienungsknöpfe von Ceranfeld und Kühlschrank einheitlich im Design werden und wenn sie noch ein wenig leuchten würden…….Es endete schließlich damit, dass die Bedieneinheit vom Ceranfeld zerlegt wurde und mit neuen Verbindungswellen, Lagerungen u.s.w. an einer anderen, besser passenden Stelle platziert wurde. Beim Kühlschrank lief es nicht anders. Als Bedienungksnöpfe fand ich nach langem Suchen eine akzeptable Lösung. Aus transparentem Kunststoff bestehende Wasserhahngriffe waren fast perfekt dafür. Da ich eine kleine Drehbank besitze, konnte ich die Kunststoffteile einfach runterdrehen, so dass sie nicht wie ein Wasserhahn weit heraus standen. In das Plexiglaspaneel wurden dann kleine Leuchtdioden eingelassen, die diese Knöpfe beleuchten. Beim einschalten des jeweiligen Drehknopfes geht dann das Licht aus und eine sich hinter dem Paneel befindende LED kreist mit dem Knopf und zeigt damit auf der Skala die Einstellung an. Eine super Spielerei, seit dem macht kochen viel mehr Spaß. Und es schmeckt viel besser ……..??  Der Kühlschrank hat noch 3 Zusatzlüfter auf der Rückseite bekommen um bei hohen Temperaturen mittels eines Thermoschalter zusätzlich gekühlt zu werden. Aus dem Paneel befindet sich zwischen den Bedienelementen eine LCD Display-Anzeige, die mich darüber informiert, welche Temperatur im Kühlschrank herrscht. Schmeckt neuerdings alles viel frischer aus dem Schrank……?? Einige andere LCD Anzeigen informieren mich über die Stromspannung der Batterie, die Stromspannung der 230 Volt-Anlage oder des Aggregates und jeweils eines für die Temperatur im Wagen sowie außerhalb des Wagens. Der Wassertankinhalt wird mittels LED`s angezeigt, die Druckwasserpumpe wird von hier geschaltet, die gesamte Hängerbeleuchtung kann von hier aus eingeschaltet werden, und von hier aus wird auch das Stromaggregat gestartet. Ein weiteres LCD-Display befindet sich auf dem Bedienpaneel unten an der Tiefkühltruhe. Nach dieser Aktion, die erhebliche Mengen an Zeit gekostet hat, konnte ich mich nun wieder den Holzaufgaben zuwenden -->>--Ach ja, da war noch etwas…….Eines morgens komme ich in den Suleica, und mir fällt auf, das die Temperaturanzeige, die sonst immer eingeschaltet ist, nicht geht. Nach weiterem Prüfen, stelle ich fest, dass alle anderen LCD-Displays ebenfalls nicht gehen. Es war absolut kein Fehler im System zu finden. Vermutlich sind sie aller Wahrscheinlichkeit nach durch eine Überspannung zerstört worden. Erst nach dem ich alle neu gekauft und eingebaut hatte ging alles wieder wie gewohnt. Die Vermutung liegt nahe, dass in unmittelbarer Nähe ein Blitz eingeschlagen haben muss und durch die Atmosphärische Überspannung sind die Displays gestorben.--<<--
Die originalen Schranktüren habe ich mit einer neuen Außenplatte belegt und das Birke-Furnier zum richtigen Farbton hin gebeizt. Der obere Schrank war noch durch einige kleine Verstärkungen zu Retten. Da in diesem Oberschrank auch unser Geschirr drin ist, was nach der ersten Fahrt gleich durcheinander lag, wurde später noch aus Polystyrolplatten für jede Tasse und Glas u.s.w.. eine Halterung angefertigt. Das hat sich gut bewährt und auch dass scheuern des Geschirrs aneinander ist vorbei. Das Scheuern verursacht insbesondere am Dekor nicht zu reparierende Schäden. Die Türen wurden ebenso wie die Unteren mit einer neuen Frontplatte versehen. Das gleiche ist auch bei den beiden oberen Seitenschränckchen hinten so gemacht worden. Einzigst mussten 2 Fangbänder erneuert werden, die heute noch fast identisch aussehen. Im oberen Mittelteil des Küchenschrankes habe ich komplett eine HiFi Anlage installiert, welche mittels Fernbedienung angesteuert werden kann und somit praktisch unsichtbar ist. Die Lautsprecher verteilen sich auf 2 Bassreflexboxen hinten unter den Oberschränkchen, wo sich harmonisch einfügen, da diese auch in der Farbe der Wandverkleidung lackiert sind. Vorne oben auf der Ablage stehen noch rechts und links 2 Bose Systeme, die sich dort auch einigermaßen integrieren. Im Mittelgang unten auf Fußbodenniveau befindet sich ein selbstgebautes gefaltetes Basshorn im Küchenschrank, was mittels einer Fosgate Endstufe manchmal für Verwirrung sorgt. Im rechten Teil des unteren Küchenschrankes steht ein automatisches Batterieladegerät, was noch zusätzlich mit einem leisen Lüfter ausgestattet wurde. Diese Stelle ist absichtlich dort gewählt, weil im Fußbodenbereich Lüftungsgitter eingesetzt sind, die auch das Ceranfeld mit Sauerstoff versorgen. Als nebeneffect hört man auch den Lüfter nicht.
Als nächster Schritt wurde im vorderen Stauraum dort wo früher die Gasflaschen standen, eine 230 Volt Schalt und Sicherungsanlage installiert. Die gesamte Anlage ist mit einem FI-Schalter gesichert und jede Steckdose und Gerät hat einen eigenen Sicherungsautomaten. Im Inneren befindet sich noch ein Vorrang-Relais, was die Aufgabe hat, vorrangig immer den Landstrom Freizuschalten und zu verhindern, das Aggregatstrom und Landstrom aufeinander treffen. Zusätzlich hat der FI-Schalter noch eine Fernbedienung erhalten. Der löst hin und wieder mal beim ersten einstecken in ein Fremdnetz aus. Ist aber bei Wechselstrom ganz normal. Im selben Stauraumbereich unten ist ein Teil der 12 Volt Anlage und Sicherungskästen installiert Um möglichst reichlich Energie an Bord zu haben, wurde eine Einstiegsstufe gebaut, die 2 Stück 12 Volt 140Ah Batterien in sich zu stehen hat. Man kann sie relativ leicht aus der Stufe rausnehmen und ins Auto stellen oder wenn man einige „Harte Jungs“ dabei hat, auch im ganzen. Von außen ist sie mit grünem Kunstrasen verkleidet und es fällt somit gar nicht auf, welchen Zweck sie eigentlich wirklich hat


Das macht dann mit der im Wagen stehenden Batterie, fast 400Ampere Gesamtleistung. Die Steckdosenverbindung von der Stufe, geht nach vorne unter den Deichselkesten. Die Kabel sind alle mit Cekonstecker versehen und haben das Format „Starthilfekabel“ Und somit auch kaum Verlust. Um nicht schon am Reiseziel mit eine leeren Batterie anzukommen, (mein Tiefkühlschrank braucht immer Strom für sein Aggregat) habe ich mir an jedem Fahrzeug das ich zum Ziehen nehme eine extra Steckdose neben der Hängerkupplungsdose angebaut. Die wird direkt von der Autobatterie im Starthilfekabelformat gespeist. Das armselige kleine Kabelchen in der Kupplungsdose dürfte bei einer Gespannlänge von guten 12Metern nur noch dem elektrischen Rasierapparat eine laue Bewegung entlocken.
Zwischendurch muss ich hier einmal erwähnen, dass ich immer das Eigengewicht des Suleicas im Auge behalten habe und vor dem Einbau größerer Teile gewogen habe. Ich habe mir extra noch eine Caravanwaage gekauft, um keine Überraschungen zu erleben. Bei 1200Kg zul.Gesgw.sind noch knappe.100Kg bei einer Kontrolle für kleines Geld zu verhandeln. Ebenso ist die Stützlast nicht zu vernachlässigen.
Im nächsten Arbeitsgang habe ich mich den Polstern zugewendet. Es wurden Zeichnungen und Muster angefertigt, denn wenn hier etwas schief geht und nicht zusammen passt, gibt’s grobe Verluste. Der Schaum wurde gekauft in 10, 12 und 14cm, sowie auch in 2cm zum Ausgleichen und noch einiges in Rollenform. Es war so eine rießige Menge, die kaum in unseren Van passte. Eigentlich war ich mir sicher bei dem Anblick, da hast du dich verrechnet. Aber zu guter letzt war die Menge doch richtig. Nun ging es ans Zuschneiden, aber wie? Mit dem obligatorischen elektrischen Küchenmesser wurde alles krumm und schief. Eine Maschine kaufen lohnte sich bei ihrem Preis nicht. Was also tun? Das elektrische Messer ging mir nicht aus dem Sinn und somit versuchte ich alles Mögliche damit, bis mir die richtige Idee kam. Da wir ohnehin 2 Stück hatten konnte ich wenigstens eines versauen. Ich befestigte am Ende des Gehäuses 4 Winkel, mit denen ich das Messer unter eine große Sperrholzplatte über einem Schlitz für die Klingen festschrauben konnte. Erste Probe, schon nicht so schlecht. Aber die Länge der Messer war zu gering, da später auch einiges schräg geschnitten werden musste. Also wird an die erste Klinge noch eine zweite Klinge angeschweißt. Funktioniert, aber wackelt wie ein Lämmerschwanz. Abhilfe schafft jetzt eine Führung in der die Messer gut einliegen und auch druck aus allen Richtungen vertragen. Einziger Nachteil war, da man nicht an das Messer zum aus und einschalten unter der Platte kam.

die neuen Positionslichter

Also musste immer mit dem Stecker geschaltet werden. Nach einigen Schnitten bekam ich auch heraus, dass wenn man Zeitungspapier zwischen Holz und Schaumgummi legte, das Messer nur so durchflutschte. Der Schaumgummi rutschte nicht so gut auf dem Sperrholz. Die rund werdenden Rückenlehnen mussten aufgeschnitten werde und mit Schaumstoffkeilen zu einer Rundung geformt werden. Zu dem sollten alle Rückenlehnen nicht steil im 90° Winkel stehen, sondern eine angenehme Neigung haben. In der vorderen Polstergruppe sollten die Rückenlehnen oben nicht eckig enden, sondern rund sein. Der Deckel der Tiefkühltruhe sollte sich auch mit dem Kissen zusammen öffnen lassen. Nach dem alles zugeschnitten war, wurde erst einmal alles ausgelegt und der Sitzkomfort geprüft. Ohne Spannte im Rücken beim anlehnen war die reinste Wohltat. Hinten wurde jetzt umgebaut zum Bett und das Maß ermittelt, was die zusätzlichen 2 Kissen zum Ausfüllen der Mitte haben mussten. Probieren, ob alle nicht gebrauchten Rückenlehnen in den Stauraum passen und ein kleiner Design-Check. Wir stellten fest, dass der Abschluss oben nicht so optimal aussieht und auch nicht später die Gardinenenden verdecken wird. Die Lösung lag in einer bis zum Klappfenster gehenden Schaumgummirolle, die am Ende des Fensters schräg ausläuft. Da die Oberfläche des späteren Stoffes nicht nur glatt liegen sollte, beschlossen wir rundherum Muschelförmig von der Sitzfläche außen bis zur Rücklehnenoberkante so genannte Pfeifen absteppen zu lassen. Die große Schwierigkeit liegt hier darin, dass die Pfeifen von der Sitzfläche zur Rücklehne genau zusammenpassen mussten und die Abstände der Pfeifen oben sollten gut vermittelt werden, da sich die Zwischenräume bedingt durch die Rundungen verändern. Nach dem alles gut aufgezeichnet war, ging es daran, was nun oben rauf kommt. Nach etlichem suchen und probieren entschieden wir uns für mintfarbenes Alcantara. Und nun begann ein nicht zu glaubendes Problem. Wir haben keinen Sattler gefunden, der uns die Polster nähen wollte. Man hatte bei fast allen den Eindruck, dass es ihnen zu viel Arbeit ist. Bei keinem kam die Verhandlung bis zum Preis, nur mehrfach wurde der Vorschlag gemacht, „warum machst du das denn nicht glatt, ist doch viel einfacher“ einige stellten auch Unverholen fest, „du hast den Stoff ja nicht bei mir gekauft, dann kann ich ihn auch nicht nähen“ Auf die Frage ob er auch den Stoff liefern würde, wusste er nicht woher er ihn bekommen könnte. Einfach unglaublich! Ich war schon drauf und dran, den Auftrag nach Polen zu vergeben, zumal es nur 40Km entfernt ist. Durch einen Tipp, haben wir dann einen Polsterer gefunden. Der kam auch und hat sich alles angesehen und gleich mitgenommen, weil er momentan ein bisschen klamm ist. Diese Ansage hat uns auch nicht gerade Freudengefühle bereitet. Zwischendurch musste ich nämlich noch 2 zugeschnittene Rückenteile von ihm abholen, da diese in einer Stickerei mit einem Schriftzug bestickt werden sollten. Dabei habe ich natürlich seine Werkstatt gesehen und war schlicht weg entsetzt, wie es da drin aussah. So sah nicht einmal meine Werkstatt nach 2 Jahren Suleica Restauration aus. Mir war wirklich nicht gut, bei dem Gedanken an unseren teuren Stoff.
In der Zwischenzeit, habe ich mich mit dem Deichselkasten beschäftigt. In die linke Kammer wurde erst der Warmwasser Bereiter, der für dass Erwärmen des Heizungskreislaufes zuständig ist, zusammen mit einer Umwälzpumpe eingebaut. Dazu musste noch ein Ausgleichbehälter installiert werde, der aber auch gleichzeitig zum Füllen der Anlage diente. Es wurde ein Frostschutzmittel mit einem Zusatz eingefüllt.


Dieser Zusatz färbt das Wasser in einem Neonfarbenen gelbgrünlichen Farbton. Somit erstrahlen die milchigweißen Heizschlangen jetzt in Neonfarben. Nach einer langen Entlüftungsphase, heizte das Gerät wie erwartet und es wurde warm im Suleica, was ja nicht unbedingt so hätte sein müssen. Denn es ist ja kein Heizungsboiler und so viel Leistung hat er auch nicht. Aber es ist eine sehr angenehme gut zu dosierende Wärme, vor allem aber für jede Stelle einzeln regelbar und keine Geräusche. Die ganze Nacht über ein warmes Bad.
Über den Heizungsboiler steht direkt der Warmwasserboiler. Der hat die gleiche Leistung wie der Heizboiler, lässt sich aber noch zusätzlich mit 230Volt beheizen. Weil es mir schon immer ein Graus war, wenn der Warmwasserhahn geöffnet wird und erst mal eine ewige Zeit lang nur kaltes Wasser kommt, sollte hier etwas anders werden. Um das zu realisieren, musste die Warmwasserleitung zurück in den Boiler führen, quasi eine Ringleitung, um einen Kreislauf zu bilden. Eine Umwälzpumpe hält den Kreislauf in Bewegung. Am Boiler wurde oben ein Loch gebohrt und ein 10mm Nirorohr nach innen geführt. Das ganze dichtgeschweißt und mit der Rücklaufleitung verbunden. An den Objekten wo eine Mischbatterie sitzt, habe ich stets die Ringleitung möglichst dicht bei der Batterie angeschlossen und somit gleich warmes Wasser beim öffnen. An beiden Boilern wurde das Abgasrohr angeschlossen und durch die seitliche Öffnung im Deichselkasten nach draußen geleitet. Später musste ich feststellen, dass dort noch eine Stauklappe zwischen muss, weil der Wind die Gasflamme ausblasen kann. Auf der rechten Seite des Kastens, habe ich das Aggregat für die Tiefkühltruhe eingebaut. Leider musste ich das wieder ausbauen, weil es nicht funktionierte. Und weil man mir nicht bei Waeco gesagt hat, dass es ausreicht nur die Elektronik einzuschicken, ist natürlich das Kältemittel entwichen. Was wiederum bedeutete, dass ich mir später, wenn der Suleica zugelassen ist, eine Werkstatt suchen muss, die das wieder auffüllen kann. Aber trotzdem wurde alles nach der Reparatur wieder eingebaut und das Abluftrohr zu der rechten Öffnung im Kasten gelegt. Im Mittelfach des Kastens wurden 2 Compolight Gasflaschen untergebracht und die entsprechenden Halter dafür befestigt.

der Badbereich

Beide Flaschen sind mit einer Umschaltautomatic zusammengeschlossen, die verhindert, dass alles ausgeht bei einer leeren Flasche. Die Zweite wird automatisch zugeschaltet. Das schöne an Compolightflaschen ist, man sieht wie viel noch drin ist und sie sind noch leichter als Aluflaschen. Der Nachteil ist allerdings, nicht alle Füllstationen wollen sie füllen.
Noch ein wichtiger Tipp: Es sollte unbedingt bei der Installation einer neuen Gasanlage oder auch nur einer Veränderung der alten Anlage, vorher mit dem Mann darüber gesprochen werden, der diese Anlage auch später abnehmen wird. Ich habe nämlich festgestellt, dass jeder Prüfer leicht unterschiedliche Ansichten über das Aussehen der Gasanlage hat. Aber ebnend diese „leichten“ Unterschiede können einem Stress bereiten. Und am Rande: Wenn der Mann vorher befragt wird, fühlt er sich gleich ein wenig wichtiger und das vereinfacht gewiss die Abnahme.
Mittlerweile sind auch die Polster fertig und warten auf ihren Platz im Suleica. Der Polsterer hat alles nach meinen Vorstellungen gemacht, aber trotzdem sitzen einige Pfeifennähte nicht hundert prozentig. Es macht auch keinen Sinn, ihn diese Nähte ändern zu lassen. Es sind bei diesem Stoff immer die alten Stiche zu sehen und dass würde dann wegschmeißen bedeuten. Der gesamt Anblick der Polster entschädigt doch noch einiges. Und so sind wir zufrieden, dass wir diese Farbwahl und diese muschelförmige Absteppung gewählt haben.


Jetzt kann es gleich weitergehen mit Gardinen. Wieder einige Tage mit Suchen vertrödelt und dann doch noch etwas passendes gefunden. Im Suleica müssen erst alle unteren Laufschienen neu verlegt werden. Dazu muss eine breitere Auflagefläche geschaffen werden. Bei den älteren Suleicas wurden die Laufschienen nur auf der schmalen Kante der umlaufenden Spannte getackert. Damit sitzen die Gardinen an der Wandverkleidung. Bei den Neueren hat man das mit einer Auflage verbreitert. Nach der Fertigstellung aller Schienen stellte sich jetzt nur noch die Frage, wer näht uns die Gardinen? Damit ging das gleiche Problem los, wie mit den Polstern. Ich habe alle im Umkreis von ca.100Km im Branchenbuch gefundenen Gardinenstudios, Nähereien und sonstigen Firmen, die dafür in Frage kommen angerufen. Unsere Vorstellung war die, eine von oben nach unten straff und in der Breite in vielen Falten hängende Gardine und Stores. Es wollte keiner machen. Zum Teil kamen ein Paar Leute vorbei und die musste ich erst noch auf die Problematik hinweisen. Alle dachten ein Paar rechteckige Zuschnitte passen. Geht aber nicht auf Grund der besonderen Form des Suleica. Wenn man jede einzelne Gardine ausmisst, ist keine gleich mit der Anderen. Selbst die rechte zur linken Seite ist unterschiedlich. Und dass bei 16 einzelnen Gardinen, dazu hatte keiner Lust, oder besser vielleicht die dafür notwendige Ahnung. Es kamen Ausreden wie nein, das geht mit rechteckigen schnitten (geht nicht, habe ich vorher probiert) bis wieder hin zur Standartausrede „sie haben ja den Stoff nicht bei uns gekauft“ und auf die Frage, ob sie denn diesen Stoff oder ein vergleichbares Design liefern können, mussten alle passen. Weil ich nun restlos verärgert war auf die Klein- und Mittelunternehmer in den neuen Bundesländern, die permanent nur am Jammern und Seiern sind, kann mir deren Armut nur noch ein müdes Lächeln entlocken. Solche Unternehmer gehören nun mal „aussortiert“ Ich machte mich nun aus der Not heraus, selbst daran, mit unserer Nähmaschine „Freundschaft zu schließen“. Erst einmal ein Paar Proben genäht, und mich bei Bekannten schlau gemacht. Nach dem ich nun eine ausgemessen und zugeschnitten hatte, wurde die erste Gardine angefangen. Hat zwar lange gedauert, mit Kräuselband und Bügeln, aber sie passte exakt an ihren Platz. Nach mehreren fertigen Gardinen, bemerkte ich schon, dass die gekauften Gardinenhaken niemals reichen werden und eine gleich mit eingenähte Fahne mit der Bezeichnung der Gardine ist auch sehr hilfreich. Die ganze Nähaktion hat gute 2 Wochen gedauert, aber letztendlich hat alles gepasst und sitzt so wie es geplant war. Und alle Gardinen und Stores halten nun an sagenhaften 994 Gardinengleitern.


(Unglaublich) aber war.
Wir haben natürlich auch über die ganze Restaurierungszeit immer wieder nach Accessoires der 50/60er Jahre gesucht und sind einigermaßen fündig geworden. So haben wir mehrere alte 50er Jahre Lampen gleicher Ausführung ergattert, die nun als Beleuchtung über unsere Tische erstrahlen. Ein alter Top verchromter Toaster, der noch mit einem Uhrwerk seine Zeit bestimmt, eine Obstschale in den Wagenfarben, Salzstangen und Brezelhalter, eine Trompetenfußuhr,  Bilder mit 50er Jahre Autos und etliches mehr dienen nun dem inneren Flair des Suleicas. Die Nierentischplatten wurden mit Gold und Silberglitzer im alten Styl belegt und als Umrandung habe ich noch originale goldfarben eloxierte Aluminiumprofile von einem Freund bekommen, die ebenso die Küchen-Arbeitsplatte umranden. Die Tiefkühltruhe ist jetzt innen mit Aluminium ausgeschlagen und lässt sich somit gut reinigen. Die Bar in der Tür wurde auch beleuchtet und außen wurden ringsum gelbe, ovale LED Seitenmarkierungsleuchten angebracht. Auch habe ich unterdessen eine wunderschöne verchromte Kennzeichenbeleuchtung bekommen.


3 Suleica-Schriftzüge für außen wurden in Auftrag gegeben und aufgezogen und über die Eingangstür noch eine Regenhutze befestigt. Später werden noch über alle Fenster solche Hutzen kommen, da diese leider beim Lackieren zu Hause geblieben waren. Ich traue auch den neuen Dichtungen nicht so recht, da bin ich mit den Hutzen doch auf der sicheren Seite. Das kleine rote Schäfer Suleica Schild an der Heckseite musste sich auch einer Restaurirtung unterziehen und erstrahlt nun wieder im alten Glanz. Leider mit einer falschen Beschriftung, da steht nämlich Suleica F 430 drauf. Das würde ich sehr gerne gegen ein passendes tauschen. Ich glaube, beim 500er steht gar keine Typ-Bezeichnung drauf. Zwischenzeitlich kam auch die Gasanlagenabnahme oder Prüfung zustande, die ohne Mängel verlief. Dafür gibt es gegen „Bares“ eine goldene Plakette und ein Prüfbuch. Ab jetzt geht es auf der Hebebühne unter dem Wagen weiter. Zuerst wurden mal die Bremstrommeln abgezogen, da alle Lager ziemliche Geräusche machten. Dabei entstand gleich ein neues Problem. Die alten Achsen haben hinter den Radlagern, da wo heutzutage ein Simmerring die Lager gegen die Bremsankerplatte abdichtet, einen Schleifring. Der sieht ähnlich aus, wie ein Kolbenring eines Motors und ist auch ebenso spröde. Da nun das innere Teil des Schrägrollenlagers (der Käfig) auf dem Achszapfen fest sitz, geht das in 90 % nicht ohne dass dieser spröde Dichtring zerbricht. Der Lagerkäfig passt nicht durch den Dichtring. Es kann natürlich sein, dass es bei den neueren Modellen anders, also mit einem Simmerring abgedichtet ist. Aber das lässt sich leider nicht von außen feststellen. Hier ist größte Vorsicht angesagt wenn die Bremstrommel. abgezogen werden soll. Ich konnte mir in meinem Fall weiterhelfen, da ich eine Drehbank habe. Somit konnte ich eine Hülse drehen und polieren, die das Maß eines neu besorgten Simmerring hat. Nun vorgewarnt habe ich auf der anderen Seite mit allen erdenklichen Tricks und Streicheleinheiten versucht die Trommel abzuziehen, was mir wiedererwartend auch nach langen Gefummel gelang, ohne dass der Dichtring zerbrach. Es wurden die alten Kegelrollenlager ausgepresst und durch 4 neue, nicht gerade billige ersetzt.

das ehemalige Wäschefach, jetzt Bar hinter Plexiglas

Die Bremsbeläge waren völlig am Ende und total Glashart. Hier half mir ein großer Zufall. Bei eBay hat ein Kfz- Zubehörladen seine alten Lagerbestände der 60/70er Jahre ausverkauft. Nun hat natürlich keiner Suleica oder Hahn Bremsbeläge, die würde kein Mensch kennen. Der Zubehörladen hat aber zum Glück die auf der Packung stehenden Maße angegeben und weil es von diesem Fahrzeug 2 verschiedene Bremstrommeldurchmesser gab, stand dieses Maß auch auf der Packung. Siehe da, sie passen genau auch für meine Hahn-Achse. Ich habe alles gereinigt, lackiert, zusammengebaut. und eingestellt. Die Stoßdämpfer haben trotz ihrer Jahre noch volle Leistung, die Bremsseile waren nach kleinen arbeiten auch O.K. Die Auflaufeinrichtung wurde gezogen und begutachtet, war auch in Ordnung, aber der Auflaufdämpfer war schon fast in seine Einzelteile zerlegt. Das war damals schon beim Abholen des Wagens klar, denn beim Bremsen lief er immer voll auf und blockierte kurz. Nach seinem Austausch wurde alles wieder zusammengebaut und eine neue Staubmanschette zierte nun die Auflaufeinrichtung. Am ewig ausgeschlabberten Feststellbremshebel wurde ich auch einige Zeit los, bis der wieder einigermaßen fest saß. Auch hier ging nichts ohne Drehbank, um kleine Hülsen oder Reibscheiben zu drehen. Als kleinen krönenden Abschluss wurde nun auch der Suleica von unten geschliffen und diesmal allerdings mit Pinsel und Rolle lackiert. Ich war schwer beeindruckt, dass da unten 4 Kg vom teuren Autolack locker verschwanden. Aber gelb deckt nicht so ohne weiteres. Das Achsrohr wurde, so gut man ran kam, mit silberfarbenen Hammerit gestrichen. Ein Paar schöne Schmutzlappen mit einem extra angefertigtem V8 Logo aus poliertem Nirostastahl, gleich passend zu denen des Zugfahrzeugs, krönten nun den Unterboden. Da wir nun schon beim Niro waren, wurde auch noch ein polierter Rahmen für die Anhängerdreiecke am Heck gefertigt. Als i-Tüpfelchen standen ein Paar verchromte 6 J 14 Stahlfelgen mit 195/70 R14 meines 69er Ford Mustang bereit.
Das sah absolut oberscharf aus, denn die hatten ein so gute Einpresstiefe, das sie fast an dem Außenkotflügel kamen. Ich habe mich dann aber erst einmal anders entschieden. Zum einen passt der Lochkreis nicht 100% vom Mustang, da diese Felgen aber für einen variablen Lochkreis waren, sie hatten also Langlöcher, ist das in America kein Problem. In Deutschland allerdings undenkbar. Und um meinen eigentlich Super Dekra-Mann (ist auch ein Oldtimerfan) nicht ganz zu verschrecken, zog ich die 195er Reifen vorerst mal auf eine Mercedes-Felge.


Zum Anmelden lief allerdings der volle Staatsapparat an. Mit Unbedenklichkeitsbescheinigung aus Flensburg, (leider war kein Kfz-Brief beim Kauf mehr vorhanden) diese und jene Bescheinigung oder Nachweis. Die Vollabnahme bei der Dekra lief ohne Probleme und mit mehreren Reifengrößeneintragungen ab. Somit stand nun der Zulassung nichts mehr im Weg. Selbst ein Wunschkennzeichen mit SU 500 war noch machbar. Bei soviel Freude musste ich mir ja schon Gedanken über ein adäquates Vorzelt machen. Mit meine vorhandenen Vorzelten, wenn auch original zum Suleica passend, konnte ich mich nicht anfreunden. Folglich haben wir ein neues und modernes, in der Farbe halbwegs passendes gekauft. Hinter diesem Zelt, kommt der Suleica sehr gut zur Geltung. Erst hatte ich doch Bedenken, wegen der rundlichen Form des Daches und der nicht winkelig nach unten gehenden Einzugsschiene. Aber bis auf das vordere Ende passte es gut ran. Am vorderen Ende habe ich ein wenig Abnähen lassen und einen kleinen Spanner mit eingesetzt, dass es nicht aus der Schiene gezogen werden kann. Die Campingmöbel sahen nun allerdings ein wenig armselig aus. Ich machte mich daran, neue Klappstühle mit Hochlehne zu kaufen, und einen großen Aluminiumrolltisch. Um der ganzen Sache ein wenig Stil zu geben, Habe ich die Auflagen aus dickem Schaumgummi selbst hergestellt und sehr üppig werden lassen. Man sitzt jetzt wie in einem Sessel. Als Polsterstoff kam dann nur etwas in Wagenfarben aus zitronengelben Leinentuch und weißem Synthetikstoff in Frage. Also wieder ab zum Polsterer und nähen lassen. Wieder wie immer das Gejammer darüber, das es ja auch einfacher geht. Zwischendurch nach dem Zuschneiden wurden die oberen Rückenteile wieder zur Stickerei gebracht und in jedes Kissen ein silbergrauer Suleica-Schriftzug gestickt.


Nachdem alles fertig genäht war, zog ich die Bezüge auf die Kissen und wurde wieder für einigen Stress belohnt. Ein toller Anblick. Auch die eigens angefertigten Armlehnen erwiesen sich als saubequem. Und da ich schon beim Sattler war, sollte er mir gleich noch einen vorher besorgten Barhocker aus den 50ern mit kegelförmigen Oberteil und einem Trompetenfuß beziehen, mit dem mintfarbenen Polsterstoff. Der sollte im Suleica als Beistellhocker am Tisch stehen.


Das war allerdings unglaublich, was er da gemacht hat. Weil er scheinbar nicht wusste, wie man den Kegel zuschneidet, hat er einfach einzelne Stücke zusammengesetzt. Diesen Hocker habe ich dann selbst noch einmal neu bezogen und mit einem Reissverschluß versehen. Leider geht so ein dicker Stoff nicht richtig auf einer Haushaltsmaschine zu nähen, aber irgendwie ist es mir doch gelungen und sieht jetzt topp aus. Der Fußboden wartete auch auf etwas Belag. Wir haben aus mint und gelbem Velours-Teppich gleich große Karos geschnitten und im Schachbrettmuster verlegt.


Auch hat nun jedes Fach und jeder Stauraum eine Beleuchtung bekommen, was sich schon als relativ aufwendig erwiesen hat. Aber im dunklen Schrank ist halt schlecht etwas zu finden und mit der Taschenlampe im Stauraum ist auch eine schlechte Lösung. Im Bad wurde eine furnierte Sperrholzleiste zugeschnitten und auf die rundumlaufende Spannte geschraubt. Somit ist eine zusätzliche Ablage entstanden. Aus der Leiste wurde der Schriftzug Suleica 500 ausgesägt und dahinter mit einer Goldglimmer belegten Plexiglasscheibe wieder gefüllt. Als kleine optische Aufwertung, habe ich hinter die Mittelblende der Heizelemente rundum und unsichtbar ein aus unzähligen LED`s bestehendes Designerlicht installiert. Man kann damit unzählige Farben vom grellsten violett bis zum dunkelsten blau erzeugen, oder Bewegungsabläufe ansteuern und somit den Suleica Fußbodenbereich in den schönsten Farben tauchen. Alles via Fernbedienung. (Der Mensch braucht auch mal etwas Welness für die Augen)
Die erste große Ausfahrt, oder auch die Fahrt der Ernüchterung:


Nach nunmehr guten 2 Jahren Bauzeit, jeden Tag bis zu 10 Stunden auch die meisten Wochenenden, nahte jetzt Ende September die erste Ausfahrt. Es ging zu einem sich jedes Jahr wiederholenden US-Car Treffen am Kummerower See in Mecklenburg Vorpommern. Unser Suleica wurde quasi mit der „Erstbestückung“ versehen, Wasser vollgebunkert, der gute Schluck war auch dabei, Bettwäsche, Lebensmittel für die nächsten Monate, das Tiefkühlfach voll, Klamotten auch für eine plötzlich hereinbrechende Eiszeit und was man sonst alles nicht braucht. Der Van hatte leichtes Spiel mit dem Suleica, aber über 80 musste man doch ordentlich aufpassen. Er ließ sich schnell ins Schlingern bringen, insbesondere wenn einem auf enger Strasse ein Lkw entgegen kommt. Der Luftzug ist dann schnell ein Auslöser zum Schlingern. Auf dem Treffen, war der Suleica ein gern besichtigtes Fahrzeug und alle waren begeistert. Auch einen zweiten Suleica haben wir dort getroffen, aber der arme Kerl hat alles noch vor sich. Ein schönes Wochenende ging vorbei und wir fuhren wieder nach Hause. Wieder daheim denke ich mir, du musst doch mal die Stützlast messen, denn es fehlen ja nun einige Liter Wasser. Die Messung ergab schon einen bedenklich nahen Wert an der 100Kg Grenze. Das ließe sich aber durch eine bessere Verteilung regulieren. Ach wenn du schon mal die Waage in der Hand hast, kannst du ja auch mal den ganzen Wagen drüber schieben. Nach dem schieben dachte ich erst, die Batterien sind sicher leer. Aber nichts war da, stramme 1400 Kg hat das Display abgestrahlt. Dabei fehlte schon einiges Wasser und meine Frau hat auch schon einiges ausgeladen. Bei so einer Überladung ist der Führerschein wahrscheinlich weg, oder es wird richtig teuer. Nach dem mir alle möglichen Tricks einfielen, wie z.B. man müsste bei einer Kontrolle schnell den Wagen mit Helium füllen, oder das Wasser schnell rauslassen, am besten wegzaubern oder sonstigen Mist, blieb eigentlich nur die teuerste Variante Realität. Eine Neue Achse muss runter, und meine liebe Frau muss die bezahlen, weil sie soviel mitnimmt. Oder so.
Wieder auf der Bühne stehend wurde die Achse von der Karosse getrennt. Das geht auf meiner 4 Säulen Hebebühne hervorragend. Die 6 alten rostigen Schrauben taten sich recht schwer, aber mussten dann letzten Endes doch aufgeben.


Es war trotzdem sehr deprimierend, wieder etwas restauriert zu haben, was nun umsonst war. Schwer beeindruckend war, wie man bei Schäfer die Achse am Wagen befestigt hat. Da der Boden an den Achsaufnahmepunkten doppelt ist, muss dort eine Hülse zwischen gesetzt werden, um ihn nicht zusammen zudrücken beim anziehen der Bolzen. 3 Hülsen waren derart schief eingesetzt, dass einen angst und bange werden konnte. Aber es lässt sich an dieser Stelle nichts mehr verändern, weil ansonsten die Aufnahmepunkte zu sehr geschwächt werden. Nun begann die Suche nach einer neuen geeigneten Achse. Und wieder ist es wichtig, vorher mit seinem, in meinem Fall ein Dekra Mann, abzusprechen was geht und was nicht. Sehr hilfreich war dabei auch noch der Hinweis, das unbedingt für die Achse ein Bremsdiagramm und für die Zugvorrichtung ein Überhangslast-Diagramm mitgeliefert wird .Da bei ist das Internet wieder sehr nützlich, da fast alle renommierten Achsenhersteller ihr Achsenprogramm mit genauen Angaben über Maße und Gewichte einstellen. Das gleiche gilt auch für die Zugdeichsel. Es gibt beides nur noch einzeln zu kaufen. Nach einigem Suchen und vergleichen, entschied ich mich für eine 1500Kg Achse und entsprechender Zugdeichsel von Knott mit Stoßdämpfer als Zubehör. Es war noch zu Überlegen, welche Variante die bessere ist: es gibt die Zugvorrichtung in gerader und gekröpfter Ausführung. Nach einigen Überlegungen entschied ich mich für die gerade Ausführung. Es ist dabei abzuwägen, in welcher Höhe die Anhängerkupplung sitzt, um nicht den Wagen schräg am Haken zu haben. Es gab eine Ausführung, wo alle Maße mit der Hahn Achse bis auf den Abstand der Auflageflächen zueinander gleich waren. Die Differenz betrug 40mm. Nach dem alle Teile mit einer Spedition geliefert waren, ging es ans anpassen. Zuerst die Achse untergelegt und eine kleine Stelle im GFK ausgetrennt und Laminiert. Somit passte die Achse erst einmal gut unter den Wagen.


Zur Probe auch noch ein Paar Räder aufgesteckt, um zu sehen, ob sie in das Radhaus gehen. Als nächstes stand die Verbindung von Achse zum Suleica an. Ich fertigte mir aus einem stabilen Rechteckprofil ein Zwischenlager an, was dann die Maßdifferenz ausgleichen konnte. Dieses wurde dadurch erreicht, in dem die Gewindemuttern oben und unten versetzt eingeschweißt sind. Ein Problem war die extreme Schräglage der Muttern genau hinzubekommen, weil ja die Löcher im Suleica leider schräg gebohrt waren. Somit konnte alles festgeschraubt werden und ein angenehmer Nebeneffekt war nun, im inneren des Wagens standen keine langen hässlichen Bolzen mehr heraus. Jetzt wurde die Zugdeichsel angepasst und soweit gekürzt, das der freitragende Teil genau dem Maß des Diagramms um 100Kg zu tragen entsprach. (Das ist die Stützlast) Das Rohr wurde mit der Achse mittels eines besonderen Verbindungsschuhs verschraubt. Die vordere Verbindungsshalbschelle und die für den Deichselkasten wurden montiert. Für die Stoßdämpfer musste noch eine Aufnahme an der Achse angeschweißt werden. Da ich kein Risiko mehr zum Thema Schlingern eingehen wollte, habe ich eine Anti-Schlingerkupplung montiert. Der gesamte Wagen ist jetzt gute 70m höher gekommen, was bei unseren schlechten Strassen gut von Vorteil ist. Bei dieser Gelegenheit habe ich mir gleich noch einmal die Kurbelstützen angesehen und mir überlegt, wie ich beim hochdrehen die Reibungskräfte verringern kann. Das geht ziemlich schwergängig. Die gefundene Lösung war, jeweils 2 Drucklager pro Stütze einzubauen. Von nun ab gehen sie erheblich leichter. Als Abschluss stellte sich wieder die Frage nach einer ansehnlichen und Zeitgemäßen Felge. In meinem Fundus Stieß ich auf 4 verchromte rundum gelochte Felgen mit einem nett anzusehenden Speichenvorsatz.


Die Größe war genau richtig und der Lochkreis passte genau. Da alle unsere Fahrzeuge entweder Speichenräder oder gelochte Chromfelgen hatten, kam mir das sehr recht mit dem abnehmbaren Speichenteil. Der Zustand war auch wie neu, einfach perfekt. Diese wurden nun mit neuen 185 14 C Reifen bestückt, aber es war leider nicht möglich diese Größe in einer Weißwandausführung zu bekommen. Man kann ebnend nicht alles haben. Ein Versuch mit nachträglich einzulegenden Weißwandringen scheiterte schon beim Einbau. Die schoben sich nach einiger Zeit von ganz alleine aus der Felge. Also kann man nur abraten und sich fragen, was geschieht dann erst beim fahren damit? Wenn die da rausfliegt, fehlt wahrscheinlich der Kotflügel. Eine erste Probefahrt zeigte eine deutliche Verbesserung. Es schlingert auch bei 140Kmh nichts mehr und das Rückwärtsfahren ist eine wahre Freude durch die Rückfahrautomatic. Ein ordentliches massives Stützrad sorgt auch für ordentliches Rangieren. Die Eintragung der neuen Achse gestaltete sich wieder als ein Behörden-Hürdenlauf. Da es wahrscheinlich nicht so oft vorkommt, dass eine Achse gewechselt wird, zu dem auch die Fahrgestellnummer darauf eingeschlagen ist, hat jeder im Amt etwas anderes erzählt was zu machen ist. Selbst eine Erklärung warum ich denn die alte Achse nicht mehr haben möchte, sollte ich schreiben. Unglaublich was hier alles möglich ist. Ich musste insgesamt 4mal zu Dieser Zulassungsstelle fahren, weil man mir falsche Auskünfte gegeben hat. Wenn ich diese Ausgaben für Zeit, Benzin und Gebühren aufrechne, erreiche ich locker 400€. Ach ja, ein fünftes Mal musste ich noch hinfahren, weil die nette Dame zu dämlich war, die Daten von einem Blatt auf das andere ohne Fehler zu übertragen. Sei es drum, es ist jetzt alles ein und umgetragen und ich habe meine Felgen und Reifen amtlich genehmigt. Sogar eine 100 Km/h Zulassung habe ich bekommen. Leider ist die Plakette so groß wie ein Frühstücksteller und am Suleica undenkbar. Also liegt sie nun im Suleica.


Somit ist nun nach gut 2 Jahre eine Restauration zu Ende gegangen. Es hat manchmal genervt, oftmals Ärgernis über die Unprofessionalität einiger Firmen gegeben, aber auch immer wieder schöne Augenblicke der Freude.
Wir wollen uns noch einmal bei all Denen recht herzlich bedanken, die in irgendeiner Weise zum gelingen diese Projektes beigetragen haben.
Monika und Werner
Neuhardenberg, Anfang 2007


Bericht VI
Suleica F430

Wie alles begann
(oder: „Nein Schatz, wir brauchen keinen Wohnwagen!“)
Im Jahr 2006 trug es sich zu, dass Familie Kittner samt Oldtimer zu einem langen Campingwochenende aufbrach (Jahrestreffen des Buick-Clubs auf dem Campingplatz Weissenthalsmühle, Nähe Kassel). Das Equipment bestand zu diesem Zeitpunkt aus einem neuen Zelt (ja, es war nur einmal zu Testzwecken aufgebaut worden, man will sich ja schließlich nicht vor anderen auf einem Campingplatz blamieren), welches mit zwei Innenkabinen ausgestattet war (schließlich soll der Sohnemann im damals zarten Alter von 3 ½ Jahren auch sein eigenes „Zimmer“ haben). Alle neidvollen Blicke auf diverse Constructams, SMVs und Suleicas von Carsten wurden von mir mit dem Einwand „Schatz, wir brauchen keinen Wohnwagen! Das ist reine Verschwendung!“ abgetan.
Auf dem Campingplatz angekommen, wurde zunächst das Zelt ausgepackt. Carsten wollte nur kurz den Wagen versetzen, um das Zelt dann davor aufbauen zu können, als plötzlich die holländischen Campingnachbarn durch winken und laute Rufe auf sich aufmerksam machten. „Nun gut“ dachte ich, „ich freue mich ja, dass sie unser Auto so schön finden, aber müssen sie deshalb gleich so einen Aufstand machen?“ Als Carsten mir aus dem offenen Wagen zurief „Sag mal, war der Huckel über den ich gerade gefahren bin eben auch schon da???“ wich mir die Farbe aus dem Gesicht, denn mir schwante Böses. Der Huckel entpuppte sich als unser Zelt und im Geiste ging ich schoneinmal die letzten gefahrenen Kilometer auf der Suche nach Ersatzfieberglassstangen die Geschäfte durch. Glücklicherweise hielt sich der Schaden in Grenzen. Die Aussentasche des Zeltes war um einige Spuren von Fett und Wachs reicher, aber das Zelt als solches hatte dem Crashtest standgehalten.
Nun weiß jeder, der schon einmal in Deutschland Urlaub gemacht hat, dass beständiges Wetter nicht eine unserer Stärken ist. Am nächsten Tag verliessen wir morgens den Platz um ein wenig die Umgebung zu erforschen. Gegen Mittag sahen wir drohende Wolken heranziehen und beschlossen, zunächst in einer kuscheligen Pizzeria für unser leibliches Wohl zu sorgen und den Regenguss abzuwarten. An dieser Stelle sei nur kurz erwähnt, dass wir natürlich morgens unser Zelt offen hatten stehen lassen…
Ein Mittagessen, einige Getränke und unzählige Gesangsvorführungen unseres Juniors später, hatte es sich ausgeregnet und wir traten die Heimfahrt zum Campingplatz an. Dies schon in der Hoffnung, dass unsere Clubfreunde sich unseres Problems des offenen Zeltes angenommen hätten.
Zum Campingplatz führte ein langes kleines Strässchen und uns überkam ein ungutes Gefühl, als wir sahen, das die Strassen mit Erdreich überspült waren – offensichtlich war der vorausgegangene Schauer doch etwas heftiger. Als uns dann aber auf der Zufahrt zum Campingplatz auch noch die Feuerwehr entgegen kam, waren wir von Panik nicht mehr weit entfernt. Auf dem Campingplatz angekommen, wurden wir in heller Aufregung begrüßt. Einige unserer Clubfreunde, welche ihre Zelte und Wohnwagen ganz in der Nähe eines idyllischen kleinen Bächleins aufgeschlagen hatten, wurden evakuiert. Alles musste schnellstens abgebaut werden, da ein drastisches Ansteigen des „Bächleins“ offensichtlich war und ein über die Ufer treten befürchtet wurde. Um so dankbarer waren wir, dass sie trotz der Aufregung daran dachten, unser Zelt zu schliessen. Von den Bierfässern, die zur Kühlung in dem Bächlein lagen, war allerdings nur noch eines zu retten – und das auch nur dank des beherzten Einsatzes eines weiteren Clubfreundes, der ungeachtet aller Widrigkeiten in kompletter Bekleidung in die Fluten sprang.


Langsam legte sich die Aufregung und nachdem das gerettete Fass angestochen und die ersten Becher geleert waren, waren alle der Meinung, das eben solche Erlebnisse so einen Urlaub doch in der Erinnerung verbleiben lassen...
Kurz bevor mein Bett mich rief, trat ich noch einmal den Weg zur Toilette an, um nicht in der Nacht noch einmal raus zu müssen Jeder Zelter kann nachvollziehen, dass man sich das mitten in der Nacht nicht wirklich antun muß: Im engen Zelt wenigstens notdürftig anziehen, im Dunkeln die Adiletten finden, nicht zu laut fluchen, um die Nachbarn und den schlafenden Junior nicht mit aufzuwecken, durch die nasse Wiese wandern und anschließend das ganze wieder rückwärts (dabei fällt mir ein: hat es eigentlich jemals jemand geschafft, einen Zeltreisverschluss lautlos zu öffnen oder zu schliessen?) – und dann hellewach sein und nicht mehr einschlafen können. Nee danke! Jedenfalls hörte ich kurz nach dem Öffnen meines Gürtels – keine Angst, ihr könnt ruhig weiter lesen, es wird nicht zu intim! – ein deutlich vernehmbares „Pluntsch“, welches nur eines bedeuten konnte. Rrrrrrrichtig, mein Mobiltelefon hatte sich, von mir unbemerkt, vom Gürtel gelöst und sich – wie sollte es anders sein – in die kühlen, noch klaren Fluten, der Keramikschüssel verabschiedet.
Mit einem beherzten Griff und einem für alle vernehmbaren, lauten „Sch…“-Ruf zog ich mein pitschnasses Telefon aus dem Klo. Statt des neckischen Ledertäschchens hätte ich mich damals doch für die Neopren-Ummantelung entscheiden sollen, aber für diese Erkenntnis war es leider zu spät. Ich öffnete direkt das Gehäuse und entnahm das Akku, trocknete alles, so gut ich konnte mit Toilettenpapier ab (zum Glück nicht Hakle feucht!) und entschloss mich, Gelassenheit an die Nacht zu legen und alle weiteren Tests und Versuche auf den nächsten Morgen zu verschieben. (Das Telefon hat mehr schlecht als recht überlebt, man konnte noch telefonieren, aber das Display quittierte seinen Dienst. Weiterhin dankte es mir die Taufe mit mehr oder weniger zufälligen und lästigen Signaltönen, aber für den Rest des Urlaubs konnte ich damit leben).
Es muß dann irgendwann gegen frühen Morgen gewesen sein, als Carsten ebenfalls die Blase drückte. Er griff zu seiner Hose, die neben unserer selbstaufblasenden Komfort-Lutzmatratze lag und versuchte die Einzelteile seiner Kleider zu ertasten, als ich unvermittelt ein deutlich vernehmbares „Sch…“ hörte. (Komisch, das hatte ich vor nicht allzu langer Zeit auch schon gesagt). Mit dem Wissen, dass dies wiederum nichts Gutes bedeuten konnte, frage ich nur: „Was?“ Sämtliche am Abend zuvor abgelegten Textilien waren pitschnass. Nein, nicht feucht, sondern eher wie nach einem abgebrochenen Spülgang der Waschmaschine entnommen, richtig nass, nur der Schaum fehlte. Allerdings räumt man vor Gebrauch der Waschmaschine üblicherweise die Hosentaschen aus. Dies hatte er am Abend zuvor mit seiner Hose nicht getan. Der Grund für Nässe war schnell gefunden: Wir waren das einzige Zelt mit fließendem Wasser. Dies lief – dank einer undichten Bodenplane – quer durch unser Zelt. Seit dem sind wir um eine Erkenntnis reicher: Digitalkameras in Hosentaschen vertragen kein Wasser und Jeanshosen sind nicht der Dämmstoff der Wahl. Somit standen bereits zwei elektronische Geräte auf der Verlustliste.
Geweckt durch das Gerummel im Zelt, wurde auch unser Junior wach. Der Nässe nicht genug, tönte es weinerlich aus seinem Zeltabteil „Mamaaaaa, ich hab’ Pipi gemacht, hier ist alles nass!“ Dieser „Schaden“ hielt sich jedoch dank der Hilfe der Campingplatzinhaberin und modernster Technik wie Waschmaschine und Trockner in Grenzen und war gegen Zahlung eines kleinen Obulusses bis zum Abend wieder behoben.
Ganz ehrlich: In diesem Moment kam mir der Gedanke, dass ein Wohnwagen doch gewissen Vorteile gegenüber einem Zelt haben könnte:
Fließendes Wasser beschränkt sich in der Regel auf den Wasserhahn.
Eine gewisse Grundordnung ist aufgrund des Vorhandenseins von – wenn auch kleinen – Schränken gegeben und beschränkt sich nicht auf das kategorische Sortieren in verschieden bunte Plastiktüten.
Die nächtliche Safari durch Kälte und Nässe zur 1000 m entfernten Toilette entfällt.
Eine gewisse Privatsphäre ist – zumindest im Vergleich zum Zelt – gegeben und nicht jeder kann und muss die diversesten Flüche und etwaige Gründe dafür im Umkreis von 20 m mithören.
Kurzum: In mir reifte der Gedanke, dass ein Wohnwagen doch ganz nett sein könnte und zumindest in weitere Überlegungen einfliessen könnte.
Die Suche
(oder: Welches Modell passt zu uns und unserem Portemonee?)
September 2006 – März 2007
Während einer meiner ausgiebigen Steifzüge durchs große weite world wide web stolperte ich über einen einen Importeur für Airstreams. „Schatz, stell Dir vor, er hat einen 51er Airstream Bambi im Angebot. Wäre das nicht ein Traum??? Ein 51er Buick mit einem 51er Airstream im Schlepptau???“ Ich brauche hier vermutlich nicht erwähnen, dass dieser äußerst apparte Gedanke auf weit geöffnete Ohren stiess. Innerlich waren wir schon beim Transport von Hamburg nach Oberhausen und ich hatte bereits vor meinem geistigen Auge die Inneneinrichtung geschmackvoll zusammengestellt und den Gardinenstoff ausgesucht. Ein einziger Anruf brachte dann allerdings ganz schnell die Ernüchterung. Wir hatten nicht geplant, ein ganzes Containerschiff zu kaufen, die Preise, die durch den Importeur für einen unrestaurierten, ausgeschlachteten, allerdings mit deutschem TÜV und deutscher Zulassung versehenen Airstream angeschlagen wurden, liessen allerdings genau diesen Schluss zu. Somit war diese Idee ganz schnell in sich zusammen gefallen. Nun gut, im nachhinein trösteten wir uns dann mit der Erkenntnis, dass so ein Airstream ohnehin viiiiiel zu schwer für unseren kleinen Buick gewesen wäre…



Airstream war also tabu, aber welcher Wohnwagen passte von seiner Form her hinter unseren Ami? Er musste auf jeden Fall schön rund sein. Und mindestens 2 Schlafplätze sollte er auch aufweisen, schließlich gehen wir davon aus, dass Junior mindestens noch die nächsten 10 Jahre mit uns fahren und zumindest einen Großteil dieser Zeit dann auch im Wohnwagen schlafen wird. Die Zeltzeit für ihn kommt erst später (dann soll er seine eigenen Erfahrungen mit fließendem Wasser machen!). Constructam? Jo, ganz nett, aber nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. SMV? Yepp, sehr schön, schöne Form, aber extrem schwer zu bekommen. Heureka! Wir haben’s: SULEICA! Das Zauberwort. Schön rund, schön für den Geldbeutel, schön gross von innen, schön leicht für den Buick. Die aktive Suche konnte beginnen. Etliche Internetforen wurden durchsucht und natürlich immer ein aufmerksames Auge auf die diversen EBay-Auktionen geworfen.
Der Fund (oder: fahren oder nicht fahren, das ist hier die Frage!)
März 2007
Ende Februar 2007 war es dann so weit: Bei EBay erschien UNSERE Suleica – Vollständig, aber zur Restaurierung. Bei uns brannten alle Sicherungen durch und wir boten mit. Bei 1.800 Euro stiegen wir dann aber aus, der Verstand übernahm wieder die Kontrolle. Irgendeine Stimme in meinem Hinterkopf blieb aber hartnäckig dabei: Dieser Suleica wird Euch gehören…
Etwa 10 Tage später bekam ich eine Mail vom EBay-Verkäufer des Suleica. Der Käufer wäre abgesprungen, ob wir noch Interesse hätten. Was für eine Frage!!! Diese Begeisterung behielt ich allerdings für mich, als ich telefonisch den Kontakt aufnahm. Wir einigten uns ungesehen auf 1.750 Euro und vereinbarten die Abholung für den Freitag darauf. Im Nachhinein müssen wir sagen, dass der Kaufpreis sicher kein Schnäppchen war, aber wir ärgern uns nicht darüber. Unsere Einstellung ist: Uns war er zum damaligen Zeitpunkt das Geld wert und wir waren bereit es zu bezahlen.
Carsten fuhr also nach Ostbevern, um die Knutschkugel abzuholen. Mittags um kurz nach zwölf stand das Schätzchen (an dieser Stelle ist der Wohnwagen gemeint, nicht Carsten) dann vor der Tür. Bis zu diesem Zeitpunkt wollten wir uns offen halten, ob wir diese Saison noch damit auf die Strasse gehen, oder ob wir direkt mit der Restaurierung beginnen. Als Carsten die Türe öffnete, war ich zunächst positiv überrascht, dass mir nicht der erwartete Muff entgegenschlug und der Verkäufer offensichtlich auch vorher alle Haustierchen entfernt hatte. Als wir dann jedoch alles näher betrachteten, war schnell klar, dass wir ihn in diesem Zustand nicht bewohnen wollten. Wir wollten uns nicht eine Saison und wohlmöglich längerfristig den Spaß verderben, indem wir in einem Wohnwagen wohnen, in dem wir uns nicht wohl fühlen und der Muff von vier Jahrzehnten nicht nur durch die gammeligen Polster sondern auch durch alle aufgelegten Decken und Schlafsäcke des nächtens in die Nasen zieht und Kopfschmerzen und wer weiß was noch verursacht.



Die Schränke wiesen zum Teil alte Wasserschäden auf, die Polster und Vorhänge waren alt, verranzt und es war ein Wunder, dass sie sich nicht von selbst bewegten. Die schöne Rialto-Tapete war im Vorderbau gar nicht mehr und im restlichen Wohnwagen nur noch in Fragmenten vorhanden – will heissen, sie wurde mit Klebeband an den wichtigsten Stellen zusammen gehalten. Innerhalb von etwa 30 Minuten war also der Entschluss gefallen: Wir restaurieren!
Von ambitionierten Lackierern und Zeitplänen (oder: nicht aller Anfang ist schwer)
März 2007 – Mai 2007
Wir begannen noch am selben Nachmittag, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, indem wir zunächst sämtliche Polster und Übergardinen entfernten. Das bedeutete im Klartext: Fenster auf, tiiiiiief durchatmen, Luft anhalten, Polster greifen und rausschmeissen. Erst dann wieder tiiiiiief durchatmen. In den nächsten Tagen beschriftete ich mit Edding sämtliche Schränke und Einzelteile, da wir die Möbel neu, allerdings nach den Originalvorlagen, wieder aufbauen wollen. Die so beschrifteten Teile wurden alle per Digitalkamera festgehalten, damit wir anschließend noch wissen, wo was hingehört. Dann wurden sie zerlegt und wanderten in den Keller. Desweiteren begann Carsten mit dem Ausbau der völlig blinken Kunststofffenster. Alle Befestigungen, Haken, Ösen, Griffe, wurden abgebaut und beiseite gelegt.


Die Zeit, die wir nicht tatkräftig an dem Suleica schraubten, nutzten wir nebst arbeiten noch um Kontakte mit diversen Leuten aufzunehmen. Unter anderem fanden wir über die ein- oder andere sehr informative Website (*wink* an Sven und Bine und an Mark und Uwe) unter anderem den Namen von Herrn Diehl, bei dem wir umgehend eine ausgiebige Ersatzteilbestellung aufgaben. Weiterhin fanden wir in Düsseldorf einen Fachmann für GfK, der uns für die Schleif- und Lackierarbeiten einen fairen Preis machte. So kam es dann, das das Knutschkügelchen Ende März 2007 im völlig ausgeschlachteten Zustand seine Reise zum Lackierer antrat.
Achja, Lackierer: Prinzipiell ist es ja immer sehr lobenswert, wenn ein selbständiger Handwerker hohe Ansprüche an sich hat. In diesem Fall führte genau dies jedoch zu einer erhöhten Einnahme von Herztabletten seitens des GfK-Fachmanns. Sein Anspruch war und ist: sämtliche Beulen sollen verschwinden und dementsprechend nach Fertigstellung seinerseits auch nicht mehr zu sehen sein. Er wusste vermutlich ebenso wie wir, dass das bei einem über 40 Jahre alten Wohnwagen nur eine Illusion sein kann. Die Ausführung dieser Illusion wurde allerdings von uns und ihm anders interpretiert. Uns war klar, dass Beulen zurückbleiben – wir versuchen nur ihm klar zu machen, dass diese möglichst großflächig sein sollten. Er wiederum versucht die Illusion perfekt zu machen, in dem er uns einen Matt-Lack schmackhaft machen möchte. Matt-Lack kommt jedoch für uns keinesfalls in Frage, der Suleica bekommt Buick-Farbe oder gar nichts (also einen Vanille-Ton, Farbbezeichnung „GM Flax 50“). Diese unterschiedliche Auffassung führte zunächst zu einer etwas längeren Diskussion, die auch jetzt noch nicht ganz abgeschlossen ist und immer mal wieder anklingt (schließlich wird der Wagen erst nächste Woche lackiert), nach dem Motto „Sagt mal, seid ihr euch sicher, dass ihr den Wagen nicht matt lackiert haben möchtet???“
Ansonsten haben wir zwischenzeitlich unser Sparbuch geplündert und zum Gas- und Zeltdepot Pieper in Gladbeck transferiert. Hier findet das Camperherz alles was es braucht und braucht plötzlich Dinge, von deren Existenz es zuvor noch nicht einmal wusste. Der erste Besuch nahm über 3 Stunden in Anspruch und nach einer guten Beratung verließen wir mit einer Truma-Klimaanlage, einem Edelstahl Koch- und Spülfeld, einer neuen Truma-Gasheizung und jeder Menge Zubehör (Schläuche, etc) den Laden. Nachdem wir aber am Pfingstwochenende in Zeeland bei Roger und Sandra diese wunderbare kleine Mini-Trumatic gesehen haben, war klar, das wir unsere Trumatic noch einmal umtauschen werden. Da diese kleine Trumatic nicht nur über eine Gebläsefunktion verfügt, sondern außerdem auch noch im Sitzkasten verstaut werden kann, gewinnen wir dadurch ein großes Schrankfach an Fläche hinzu.
Außerdem lagern bereits im Keller: Alle Fenster und Dichtungen, der neue Bezugsstoff für Dach und Wände (ein helles grau, an den Wänden leicht gemustert) und wir warten jetzt nur noch darauf, dass der Lackierer sein Werk vollendet und wir endlich richtig loslegen können.
Achja, ein letzter Satz zum Timing: Als wir den Suleica zum Lackierer brachten (Schätzung des Lackierers: 2 – 3 Wochen), hatten wir uns vorgenommen, bis zum Buick nationals am 7./8. Juli (wieder in Weissenthalsmühle bei Kassel) zumindest die Achse überholt, die Fenster und die Deckenbespannung wieder drin und die Bodenplatte wieder verlegt zu haben, so dass wir zumindest unsere selbstaufblasende Komfortluftmatratze zum schlafen darin hätten benutzen können. Von diesem Plan sind wir inzwischen abgerückt, da wir das ganze inzwischen doch als unrealistisch einschätzen. Der Suleica steht seit inzwischen 6 Wochen beim Lackierer… Aber nächstes Jahr, da sind wir als Gespann mit dabei!
Zwei Wochen – höchstens aber 14 Tage! (oder: Warum Fingernägel Zeit zum wachsen brauchen und gute Geschäftsbeziehungen durch nichts zu ersetzen sind.)
31. Mai 2007
Eben waren wir bei unserem Karosserie- und Fahrzeugbauer, um den Fortgang der Arbeiten an der Außenhaut unserer Knutschkugel zu begutachten. Zunächst fiel mir die abstrakte Lackierung auf: Dunkel blau im wilden Graffiti-Look. Spontan brachte ich den Vorschlag vor, die Dauer der Arbeiten stark zu verkürzen, in dem wir einfach Klarlack aufsprühen und das Design so belassen, was mir natürlich nur mitleidige Blicke einbrachte. Die Bemerkung, dass es sich bei meiner Aussage um einen Scherz handeln sollte, sparte ich mir. Hinter dem ursprünglich geplanten Zeitrahmen liegen wir ja nun schon weit zurück (2 Wochen war einmal die ursprüngliche Schätzung, inzwischen steht der Suleica seit ca. 6 Wochen abwechselnd entweder bei der Fahrzeugbau-Firma oder beim Lackierer). Auf die Frage, wie lange es wohl noch dauern würde, verfiel unser Ansprechpartner in ein fast unverständliches Gebrabbel, aus dem wir nur entnehmen konnten: „…grml, murmel, meine Leute haben schon keine Fingernägel mehr“, „mmhm, grmpf, jetzt noch mal schleifen, dann noch mal Grundieren, dann Spachteln, dann wieder schleifen, dann Gel aufziehen, dann noch mal grundieren und alles wieder von vorne“ (Anm. der Verfasserin: Für die Wiedergabe der korrekten Reihenfolge wird keine Haftung übernommen) . Außerdem hat wohl nicht nur er die Einnahme seiner Herztropfen gesteigert, nachdem ihm deutlich wurde, wo überall Schwachstellen sind. Er hat bei seinem Arzt jetzt eine Anstaltspackung geordert, um seinen Lackierer ebenfalls mit einer ausreichenden Dosis versorgen zu können. Dieser erklärte sich nämlich nur aufgrund der langjährigen, hervorragenden Geschäftsbeziehung bereit, überhaupt Hand an den Suleica zu legen. But so what - das Leben ist manchmal eines der Härtesten, oder? Die neue Schätzung beläuft sich im übrigen auf weitere 3 – 4 Wochen. Worauf hin ich im Geiste weitere 2 Wochen hinzuaddierte.
Und dann war da noch: Der Besuch bei unseren Freunden von Gas und Zelt Pieper in Gladbeck, um die ursprünglich gekaufte Trumatic-Heizung gegen das kleine Schmuckstück um- bzw. auszutauschen (Kostenpunkt für die kleine E2400 669,- Euro). Außerdem habe ich gestern Kontakt zum TÜV aufgenommen, um abzuklären, welche Auflagen beim Einbau einer LPG-Autogasanlage in einen Caravan zu beachten sind (anstatt der Nutzung der üblichen Propangas-Flasche). Die Auskunft war höchst erfreulich: Grundsätzlich gibt es keine großartigen anderen Auflagen, als bei einer regulären Installation (Edelstahl- oder Kupfer-Leitungen (kein Alu), Abnehmer müssen gleiche Abnahmemengen haben, Tank muß zulässig und geprüft für KfZ-Einbau sein). Naja, warten wir’s ab, die tatsächliche Prüfung kommt ja erst später!
Zelten ist auch schön (oder: die Relativität der Zeit).
26. Juli 2007
Inzwischen sind fast 2 Monate ins Land gegangen. Wie sich in der Zwischenzeit zeigt, war auch meine letzte Schätzung bzgl. der Lackierung seeeehr optimistisch: Die Knutschkugel steht immer noch nicht wieder in der heimischen Halle.


Manchmal zweifele ich, ob wir überhaupt einen Wohnwagen haben. Ich hatte schon die Befürchtung geäußert, das die Karosseriefirma vielleicht ein bisschen zuviel GFK abgeschliffen haben könnte und man sich bislang nicht traut uns unser gutes Stück, zu Staub zerrieselt aber dafür praktisch verpackt, in 2 Müllbeuteln wieder zu geben. Über die zeitlichen Einschätzungen der Karosseriefirma und des Lackierers zum möglichen Fertigstellungszeitpunkt möchte ich hier am liebsten nichts mehr erwähnen, aber ich glaube, die letzte Aussage (in der vergangenen Woche) belief sich in etwa auf 3 – 4 Wochen (beim Schreiben dieser Worte überfällt mich der Drang, mir vor Lachen auf die Schenkel zu klopfen!). Zeit ist eben relativ und wird von jedem anders empfunden und „dem glücklichen schlägt keine Stunde“ – ob das von den vielen bösen Lösungsmitteldämpfen kommt? Vielleicht sollte ich die Herrschaften fragen, ob ich auch ein bisschen von diesem Mittel bekommen kann, das könnte der ein oder anderen alltäglichen Situation zukünftig eine unerwartete Wendung geben. Nunja, wie auch immer. Unser eben zurück liegender Urlaub wurde ob der oben geschilderten Tatsachen wieder im Zelt verbracht. Die gute Nachricht: Wir sind dieses Mal nicht abgesoffen. Ich vermute aber, es könnte etwas optimistisch gewesen sein, das ein oder andere zum Campingequipment gehörende Teil (z.B. die wunderschönen billigen Plastikteller) feierlich und ungespült mit dem Hinweis, dass wir ja bald einen Wohnwagen haben und alles besser wird, zu entsorgen.
Wie auch immer, die Erinnerung an das Aussehen unseres Suleica und auch an die viele Arbeit, die uns erwartet, verblasst immer mehr und außerdem ist der Winter ja ohnehin die schönste Zeit zu schrauben. Wir warten ab und wundern uns über nichts mehr…
und wieder zu Hause......getrennt, was eigentlich zusammengehört



und wie sieht das ganze mit Vorzelt aus?

Kneif mich Schatz – ich glaube, ich träume!
(Oder: Das ich das noch erleben darf!!!)
10. September 2007
Ich kann es nicht fassen: Nach fast 6 – oder in Worten:   S E C H S   - langen Monaten steht unser Suleica endlich wieder in der heimischen Halle. Seitdem hat das Kind auch einen Namen: „WELLI“. Doch eins nach dem anderen…
Freitag, 07. September 2007
Familie Kittner tritt feierlich und geschlossen nach Arbeits- bzw. Kindergarten Ebde die Reise zum Lackierer an, um endlich das verlorene Kind wieder in die Arme zu schließen und „heim ins Reich“ zu holen. Flugs ist das gute Stück – entledigt sämtlicher überflüssiger Teile, wie Türen, Fenster, etc. - an das Alltagsauto angehangen. Dummerweise geben nicht nur Fußboden und Fenster der Karosserie einen gewissen Halt, sondern auch die Türe, die ebenfalls als schon als fertiges Einzelteil in der heimischen Halle der Rückkehr seines restlichen Korpus weilt. Da dies alles zur Zeit nicht vorhanden ist und als einziger Ballast das Kennzeichen und die Beleuchtung  mitgeführt wird, kommt es ab einer Geschwindigkeit von etwa 80 km/h zu einer Vibration der Karosserie, die bei bebehalt vermutlich dazu geführt hätte, das der, in einem – wie ihr wisst - langwierigem Prozess aufgetragene Lack, während der 70 km langen Fahrt, in großen Placken die für ihn vorgesehene Fläche verlassen und dafür die Autobahn verschönert hätte. Da dies so nicht vorgesehen war, probierten wir kurzerhand den schönen Spruch aus: Sie stehen nicht im Stau – sie sind der Stau! Ich glaube, wir haben uns nicht beliebt gemacht, als wir im Freitags-Nachmittags-Feierabend-Verkehr mit 70 km/h über die rechte Spur geschlichen sind. Trotz allem blieben wir von bösen Verwünschungen der Brummi-Fahrer verschont – oder haben sie zumindest nicht gehört - und haben seitdem entdeckt, wie entspannend so eine Autobahnfahrt sein kann, wenn man sich nicht dem zeitlichen Druck des allgemeinen Verkehrsflusses unterwirft und eine gewisse Ignoranz gegenüber dicht auffahrenden 40-Tonnern an den Tag legt.
Petrus blieb uns treu und verschonte uns mit Regen, so dass wir nach ca. 50 Minuten Fahrt das Schmuckstück in die heimische Halle schieben konnten. Endlich konnte auch ich es einer näheren Sichtprüfung unterziehen (zuvor ging doch alles recht schnell). Nunja, es dauerte keine fünf Minuten und ich wusste nicht nur, warum der Lackierer so lange auf Matt- statt Hochglanzlack bestanden hatte, sondern auch der Name für unsere Knutschkugel stand fest: „Welli“! Ich denke, dass ich an dieser Stelle auf eine Begründung des Names verzichten kann, da der Name sich selbst erklärt. Egal, ich find ihn toll und ab jetzt kann es nur noch besser werden. Außerdem lassen wir jetzt immer das Licht in der Halle brennen, da die Wellen bei dieser Beleuchtung überhaupt gar nicht mehr so auffallen. Geistig entstand vor meinem Auge schon die Idee, für den etwaigen Aufenthalt im Freien ausklappbare Strahlerleisten unter Welli anzubringen, um eine optimale Ausleuchtung der Flächen zu erreichen…
Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir bei Welli und planten und überlegten, grübelten und diskutierten, maßen und notierten und waren uns am Ende klar darüber, das wir noch viele solcher „Sessions“ abhalten würden. Müde aber glücklich und mit vielen Ideen ließen wir uns an diesem Abend in die Federn fallen.
Phoenix aus der Asche
(Oder: Wer ist der fremde Mann da in meiner Wohnung???)
Irgendwann im Mai 2008
Merkwürdig, seit einigen Tagen lebt ein fremder Mann in meiner Wohnung. Irgendwie kommt es mir so vor, als hätte ich ihn schon einmal gesehen, aber das muß in einem früheren Leben gewesen sein. Oder Moment – könnte das vielleicht der Mann sein, mit dem ich bis September 2007 das Bett teilte und den ich dabei unterstützte, uns ein zweites Bett auf Rädern zu restaurieren. Mir schwant einiges…
Nein, keine Sorge – unsere Ehe hat auch diese Restaurierung gut verkraftet und gesehen habe ich ihn zwischendurch auch einmal – wenigstens zum Essen fassen. Anders hätte sich die reine Restaurierungszeit von nur acht Monaten auch nicht bewältigen lassen. Ich habe in den ganzen vergangenen acht Monaten keinen einzigen Absatz dieses Restaurationsberichtes geschrieben. Zum einen hätte ich ihn dann vermutlich in Form eines Buches drucken müssen, zum anderen blieb in den vergangenen acht Monaten nur Zeit für elementare Dinge wie Kinderaufzucht, Etat für Restaurierungsausgaben erwirtschaften (sprich arbeiten) und die nötigsten Festivitäten wie Weihnachten und Geburtstage schnellstmöglich hinter sich bringen, damit wieder Zeit ist, sich um unseren Welli zu kümmern.
Aber – es ist vollbracht! Er steht geschniegelt und gestriegelt in der Garage und wartet, genauso wie wir, auf den ersten Urlaub, der in etwa 4 Wochen ansteht. Welchen Kraftakt das bedurfte, kann nur jemand ermessen, der schon einmal einen Wohnwagen restauriert hat – oder noch dabei ist.
Folgende Arbeiten wurden in den vergangenen acht Monaten ausgeführt und fotodokumentarisch festgehalten.(die Entkernung bis auf die GFK-Haut erfolgte ja schon vor der Lackierung, ebenso wie der Ausbau der Fenster und aller Anbau-Teile):
-Verstärkung aller Stützen und der gesamten unteren Karosserieschale mit GFK (Matten und Kunstharzanstrich).
-Verlegung aller Kabel und Anschlüsse, inclusive der Anschlüsse für den kleinen LCD-Flachfernseher mit Wandmontage.
Verkleben der Isolierung (Armaflex-Matten, kein Styropor), Verkleben der Nahtstellen mit Sikaflex, Schleifen der Übergänge.


-Einpassen der Bodenplatte (wasserfeste Sperrholz-Hartfaserplatte)
-Einkleben der Wand- und Deckenbespannung mit Armaflexkleber (Kontaktkleber). Hierfür wurden sage und schreibe 15 Liter Kleber und 20 Kartuschen Sikaflex 221 verbraucht.




Wenn zwischendurch mal Langeweile aufkam (zum Beispiel am 2. Weihnachtsfeiertag, als alle Legosteine unseres Junior verbaut waren), wurde mal wieder ein Fenster montiert. Diese Fenster haben uns wirklich den allerletzten Nerv geraubt. Herr Schäfer, bitte, bitte teilen Sie uns mit, wie das damals in der gewerblichen Fertigung gemacht wurde! Sie können doch unmöglich permanent neue Leute eingestellt haben, aber mehr als eine Scheibe konnte ein Mitarbeiter unmöglich mehr oder minder freiwillig montieren wollen. Nachdem sämtliche Teelöffel unserer diversen Bestecke – ja, auch das gute silberne von Uroma – dem Druck der Fenster, Dichtungen und Kräfte meines Gatten nicht standhielten, musste eine andere Lösung her. Abhilfe schuf hier ein gebogener Schweißdraht in eine Klemmzange gespannt. Diese Konstruktion hat dann auch den Einbau sämtlicher Fenster überlebt.



-Demontage der alten Achse und Deichsel. Einbau einer neuen Alko-Achse und Deichsel (gekröpft), um die Auflastung auf 1300 kg bekommen zu können.

-Aufbau des Flüssiggastanks (LPG-Autotank hochstehend) und Verlegung der Leitungen.

-Wochenlange Suche nach dem richtigen Holz (Pappelsperrholz mit Resopal-Furnier, Dekor Buche). Gar nicht so einfach, das für den Hobbybau aufzutreiben. Die Großhändler geben das nur an Händler weiter und die wiederum nehmen astronomische Preise. Fündig wurden wir letztendlich in einem Campingmarkt im bergischen Land.
-Aufbau der Möbel, weitestgehend nach Originalvorlage (12 m² wurden verbraucht). Geändert gegenüber dem Original haben wir letztendlich die Schranklänge mit zusätzlichem Halbschrank, in den wir eine ausziehbare Campingtoilette eingearbeitet haben.


-Einbau der Heizung und der Klimaanlage (schließlich wollen wir ja auch mal ins sonnige Italien – obwohl ich dem Trip über die Alpen noch nicht so ganz traue und wir dieses Jahr ersteinmal das Norddeutsche Flachland vorziehen).
-Erledigung aller tausend Kleinigkeiten wie z.B. Montage und Einrichtung des Türschlosses, Anschluß des Sicherungskastens, Wassertank-/Spül-/Herd-Installation.


Nun kam auch ich wieder ins Spiel: Nähen der Gardinen und Übergardinen – oh mein Gott, hätte ich doch bloß vorher einmal den Grundkurs bei der VHS besucht. Das hätte mir vermutlich einige graue Haare erspart. Alle Gardinen haben unterschiedliche Breiten und um eine halbwegs gescheite Spannung hinein zu bekommen auch unterschiedliche Längen vom Start- zum Endpunkt. An dieser Stelle einmal einen herzlichen Dank in die Schweiz an Roger und Sandra für den Tipp mit den Gummis an den Gardinenröllchen, um die Spannung auf den Gardinen zu halten. Ein kleines Problem mussten wir aber vorher noch lösen: Woher bekommt man mind. 700 Gummis in gleicher Farbe und Länge? Haushaltsgummis erschienen uns für diesen Zweck zu lang und Kürzen und Knoten hätte wieder zu unterschiedlichen Längen und Blutblasen an den Fingern gesorgt. In einer ruhigen Minute kam Carsten eine geniale Idee und Ebay macht ja vieles möglich: Eine Yorkshire-Terrier-Züchterin verkaufte Silikongummis, die man den kleinen Fußhupen (sorry an die Hundebesitzer unter Euch, war nicht so gemeint) normalerweise ins Kopfhaar knüpft. Diese kleinen Dinger erwiesen sich als genial für diesen Zweck.




Am vorletzten Maiwochenende stand einem „Einzug“ und der Vorführung beim TÜV nichts mehr im Wege. Achja TÜV, wir werden dort inzwischen namentlich begrüßt, da die vielen Besuche und Telefonate in den vergangenen Monaten doch zusammenschweißten. Das Problem war in diesem Fall nicht unser Welli, sondern vielmehr die Tatsache, dass es für ein 57 Jahre altes Auto heute nicht mehr die Anhängerkupplung von der Stange bei ATU zu kaufen gibt. Da wir immer nach dem Motto verfahren „nur dem redenden Menschen kann geholfen werden“, haben wir uns frühzeitig über Machbarkeit und Auflagen beim TÜV erkundigt. Zunächst wurde uns nur die Anhängerkupplung mit einer erlaubten Zuglast von 750 kg eingetragen. Während der Restaurierung wurde uns aber schnell klar, dass das wohl nicht reichen würde. Aus diesem Grund fuhr Carsten beim Institut für Fahrzeugtechnik in Essen vor, um dort ein Mustergutachten für die Aufnahme der Westfalia-Kupplung erstellen zu lassen. Der Ingenieur vor Ort hatte offensichtlich Freude daran, einmal etwas nicht Alltägliches vor den Taschenrechner zu bekommen und stimmte der Zuglast in Höhe von 1300 kg per Gutachten zu. Bei dieser Berechnung stellte sich heraus, dass aus technischer Sicht ebenso eine Zuglast von zwei Tonnen machbar gewesen wäre. Als Hersteller für die Aufnahme der Kupplung wurde der Name „Kittner“ in das Gutachten – und später dann auch in den Fahrzeugbrief eingetragen. Nach etwa 1 ½ Stunden beim TÜV (die nicht durch lange Wartezeiten zustande kamen), hatten wir dann endlich die Gasabnahme und die Abnahme der neuen Deichsel und Achse des Suleica, sowie alle Papiere für das Straßenverkehrsamt zusammen.


Tja, nun steht unserem ersten Urlaub mit Wohnwagen – und hoffentlich gutem Wetter – in knapp drei Wochen nichts mehr im Wege. Wir sind superglücklich, dass alles dann doch noch termingerecht fertig wurde und freuen uns irre, nicht mehr das nächtliche Reissverschlussirren mit gefühlten 120 Dezibel verursachen zu müssen.
Sollte jemand Fragen haben oder weitere Fotos sehen wollen, kann er uns gerne mit uns in Verbindung setzen.

Bericht VII
Restaurierungsbericht Suleica 500
von Volker & Simone

Nach zahlreichen Urlauben mit Zelt haben wir schon länger mit einem Wohnwagen geliebäugelt. Wir besuchten die Campingmessen in Essen und Düsseldorf und fanden einfach keinen Wohnwagen der unseren Vorstellungen entsprach . Der Gedanke an einen Wohnwagen-Oldtimer kam auf. Bei einer Internetrecherche fanden wir am 05.11.2006 ein Bild von einem Suleica und die Begeisterung war groß. Schnell fanden wir www.suleica-caravans.de und die Begeisterung wurde immer größer. Besonders von den tollen Berichten angetan fingen wir mit der Suche nach einem Suleica an. Uns war direkt klar, DER oder keiner.
Bereits am 08.11.2006 hatten wir Kontakt zu einem Suleica-Experten, der sich glücklicherweise von seinem Exemplar trennen wollte (so ein Glück!). Am 12.11.2006 fuhren wir 200km zur Besichtigung. Eine Woche später, am 19.11.2006, fuhren wir mit frisch montierter AHK hin und nahmen das gute Stück mit.
Ein Suleica 500 von 1966 mit Stirnglatze und 2,10m Breite. Der Wohnwagen hat ein paar individuelle Merkmale. Am auffälligsten ist sicher der aus GFK (was sonst) gefertigte Gaskasten, der sich auf die volle Breite streckt und neben zwei 5kg-Gasflaschen auch noch einigen Stauraum bietet.
Der Suleica war seit Jahren stillgelegt, die Fahreigenschaften waren aber perfekt. Einen Tag später brachten wir den Wagen zum Anhängerfachbetrieb um den Wagen gründlich durchprüfen zu lassen und die nötige TÜV-Vollabnahme durchführen zu lassen.  Am 28.12. konnten wir unseren Suleica dann endlich auf seinen endgültigen Stellplatz bringen


Nach einem eingehenden Beratungsgespräch mit Mark und Uwe stellten wir einen Plan auf  wie wir den Wagen renovieren wollten. Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns dafür den Wagen in zwei Schritten komplett zu restaurieren.
Schritt 1 - Innen: Den Innenraum zu modernisieren und nach unseren Bedürfnissen herzurichten war uns am wichtigsten, so dass wir uns entschieden den Wagen zuerst komplett leer zu räumen und neu aufzubauen. Daher nahmen wir uns für 2007 den Innenraum vor, damit wir im Sommer mit dem Suleica nach Frankreich und Spanien fahren konnten.
Schritt 2 - Außen: Der Wagen wurde 2008 neu lackiert, neue Dichtungen und neue Scheiben wurden montiert. Außerdem wurden Metallteile (Rangiergriffe, Fensteraussteller, Scharniere) verchromt bzw. vernickelt. Außerplanmäßig erhielt der Wohnwagen auch ein neues Fahrwerk - dazu aber später mehr. Anschließend ging es im Sommer in die Schweiz und nach Italien.
Vorkenntnisse: keine; immerhin etwas technisches Verständnis; Elektro- und Nähkenntnisse, laienhafte Schreinergrundkenntnisse
Werkstatt: keine, aber immerhin einen überdachten Stellplatz mit Strom, auf dem man auch ohne Probleme bis in die Nacht Lärm machen darf und einen Kofferraum voller Werkzeug
Schritt 1 - Neuausbau Innenraum
Zeitraum: 03.01.2007 - 11.08.2007
Arbeitszeit: fast 100% Eigenleistung (rund 1500h)
Recherche, Bestellung und Besorgung von Material: 150h
Zunächst entwarfen wir ein Raumkonzept, wie der Wagen innen aufgeteilt werden sollte. Nachdem das Raumkonzept stand, legten wir die Vorgehensweise fest, an die wir uns auch fast durchgehend gehalten haben.


Vorgehensweise:
•Suleica innen komplett ausräumen inkl. Gasanlage
•wo es für unseren Innenausbau notwendig war Haltewinkel (für die Möbel) mit Glasfaser auf die GFK-Haut laminieren
•die wichtigen Seitenteile der Möbel montieren (kann man sicher auch nachträglich machen, unsere sind aber an die GFK-Haut laminiert, deshalb vor der Isolierung) und lackieren
•neue Isolierung einkleben
•neuen Innenbespannung einkleben
•Gasleitung im Unterboden verlegen
•Strom- und Signalleitungen im Fußboden verlegen (gerade hier ist es unendlich wertvoll das Raumkonzept und den Sitz der ganzen Stromanschlüsse vorab geplant zu haben!)
•Heizungsrohre (-> diese braunen flexiblen Papp/Drahtrohre) im Unterboden verlegen
•Fußboden montieren
•dann haben wir um die Heizung, die seitlich in der Küchenzeile sitzt, die Küchenzeile gebaut
•anschließend Kleiderschrank, Kommode und Toilettenraum
•in den unteren Teil der Kommode wurde die Elektrozentrale eingebaut - also Ladegerät, Batterie usw.
•dann kam das Bett und die vordere Sitzecke (Tisch) dran
•die Ersatzreifenhalterung und die Schublade unter dem Bett haben wir erst 2008 nachträglich eingebaut
•Einbau Regal über Bett und über Küchenzeile
•Einbau von Jalousien inkl. spezieller Halter für die Fenster über Kommode und Küche
Zunächst wurde der Suleica komplett ausgeräumt. Alles musste raus, inklusive der Bespannung und der Isolierung. Das ging zwar relativ schnell (5 Tage) war aber recht mühevoll, da man stellenweise leider nur mit brachialer Gewalt vorgehen konnte. Viele Schraubenköpfe waren angerostet oder überlackiert. Den Fußboden im Mittelgang ließen wir drin, da dessen Substanz 1a war; der restliche Fußboden wurde später neu angefertigt. Nackt sah der Suleica so aus:



Nach der Suleica nackt war, klebten wir eine neue Isolierung ein. Wir benötigten ca. 35qm Trocellen-Isolierplatten, die wir im Lagerverkauf der Trocellen GmbH (in D-53840 Troisdorf) sehr günstig erwarben. Verwendet haben wir Platten mit 2cm Dicke, für die Seitenteile rund um die Laternenfenster 1cm Dicke. Um die vielen Rundungen und Vertiefungen auszugleichen, muss man stellenweise doppelt (also insgesamt 4cm Dicke) verkleben. Wir entschieden uns die Platten mit Pattex comfort zu kleben. Leider gibt es den Kleber nur in 750g Dosen. Davon haben wir letztendlich 30 Stück benötigt. Wir gingen wie folgt vor:
•Platte anpassen / zuschneiden
•Kleber auf die Platte mit einem Spachtel (oder bei kleinen Stücken mit einem Pinsel) auftragen
•Platte nicht direkt aufkleben, sondern Kleber etwas anziehen lassen bis dieser bei der "Fingerprobe" Fäden zieht
•Platte an einer Stelle (genau) ansetzen, und dann komplett andrücken, ggf. mit Händen oder Gummirolle anpressen
Die Platten lassen sich nach dem Anpressen bereits sehr schlecht lösen! Also direkt sauber arbeiten. Je wärmer es ist, desto besser und schneller klebt der Kleber. Unter 15°C taugt der Kleber nichts. Viele Tipps & Tricks diesbezüglich haben wir von Sven & Bine (s. Bericht Sven & Bine) übernommen.



Nachdem wir die Isolierung fertig eingeklebt hatten ging es an die Innenbespannung. Wir entschieden uns für Gisatex Amaree Classic in weiß. Geklebt haben wir mit dem speziellen Textilkleber von Gisatex. Die geraden Flächen zu kleben ist relativ unkompliziert, im Gegensatz zu den Rundungen vorne (Stirnglatze) und hinten. Wir haben mit Schneiderpapier zuvor Schablonen angefertigt, den Stoff geschnitten, und passend zusammengenäht. Den Stoff um die Fenster herum haben wir zunächst überlappen lassen und erst anschließend um die Dichtungsgummis herum mit einem scharfen Skalpell zugeschnitten, ebenso wie bei den Laternenfenster.



Nachdem die Innenbespannung fertig war, konnten wir uns um die Technik (Strom, Gas, Wasser) und die Möbel kümmern.
Um den engen Zeitplan einzuhalten, war es erforderlich alle Details möglich zu Beginn der Restauration zu planen und die benötigten Teile zu erwerben. Es spart wirklich Zeit und Nerven möglichst alle Teile rechtzeitig einzukaufen. Hier ein kleiner Auszug der Technikteile:
Zunächst das "Rundumsorglospaket" von Hr. Diehl mit neuen Scheiben, Dichtungen, Regenhauben. Obwohl dies erst 2008 dran kam, haben wir das alles schon vorab gekauft um besser planen zu können:


Auf diesem Foto sind die wesentlichen Teile für Gas und Heizung (Truma 3002, Trumavent, Ultraheat):

Auf diesem Foto sieht man das Zubehör für die Küche (Gasbrenner, Spülbecken, Osram UV-Entkeimer) und Elektrik (12V Ladegerät, Sicherungen, Stecker, Kabel).

Teile der Holzkonstruktion, wie die Seitenteile der Möbel, und die Sitzbank haben wir übernommen und lediglich frisch lackiert (diese Teile sind teilweise auf den Fotos zur Isolierung bzw. Bespannung zu erkennen). Alles andere haben wir komplett neu angefertigt. Wir haben für tragende Teile Tischlerplatte (10-12mm) verwendet, für Teile die keine übermäßige Last zu tragen haben verwendeten wir Pappel-Sperrholz (8-10mm), welches relativ leicht ist. Diese Teile erwarben wir im Baumarkt. Für die Schranktüren kauften wir 8mm Esche-Sperrholz in 3x2m-Platten bei einem Holzhändler. Behandelt wurde das Furnier mit Mahagoni-Lasur und anschließend wurde mit Schellack versiegelt. Die Tischplatte, die Küchenarbeitsplatte, und die Ablagefläche der Kommode ließen wir bei einem Schreiner aus 20mm Birkensperrholz sägen und mit Resopal verkleiden.
Wir montierten auch eine komplett neue Gasanlage. Dabei rüsten wir auf 30mbar um und gönnen uns allerlei Schnickschnack wie z.B. Duomatic (automatische Umschaltung der beiden Gasflaschen inkl. Enteiser) und externen Gasanschluss. Die Sache mit dem externen Gasanschluss haben wir von Werner & Monika (Bericht VI) übernommen. Auch bei uns sitzt in diesem "Versorgungsschacht" der Stromanschluss.
Gas- und Rauchmelder (ams camp signal) gehören für uns selbstverständlich zur Grundausrüstung dazu, ebenso wie eine neue Heizung. Wir nahmen die Truma 3002 inkl. Ultraheat und allerlei Zubehör (Komfortpaket, Lüftungsdüsen vorne/hinten; das Bett wird von unten erwärmt).
Die Elektrik ist ebenfalls komplett neu, lediglich die Rückleuchten und die Positionsleuchten haben wir übernommen. Dabei setzten wir konsequent auf 12V-Technik. Alle Leuchten im Wagen werden mit 12V betrieben. Das ist wichtig, wenn man mit dem Wohnwagen auch mal abseits einer 230V-Steckdose steht, damit sich alles aus der 12V-Batterie speisen kann. Wenn man, wie wir, auch alles mit LED-Leuchten ausstattet (die haben einen deutlich geringeren Verbrauch als herkömmliche 12V-Glühlampen), kann man so locker mehrere Tage ohne 230V auskommen.
Nur der Kühlschrank erhielt, wie vom Hersteller vorgesehen, auch einen 230V-Anschluß, ebenso wie die Truma-Ultraheat.
Als "Kraftquelle" verbauten wir eine 80Ah-Vlies-Gel-Akku. Für "Notfälle" haben wir auch einen Spannungswandler, der die 12V Batteriespannung in 230V  Wechselspannung wandelt.


Die Küchenzeile bauten wir, inklusive aller Geräte wie Spüle, Kocher und Kühlschrank, um die Truma-Heizung herum.

Anschließend bauten wir die Toilette, die restlichen Möbel und das Bett.




Die letzten Tage vor unserem Urlaub mussten wir noch einmal Vollgas geben. Wir wurden wirklich erst einen Tag vor der Abfahrt fertig. Vor unserer Abfahrt haben wir unseren Wohnwagen mit einer mobilen Wohnwagenwaage gewogen. Das Ergebnis ist geheim :-), aber uns war klar, dass wir nach unserem Urlaub eine Auflastung, oder ein neues Fahrwerk benötigen werden.
Der Urlaub war übrigens sehr schön und wir kamen mit dem Suleica viel besser zurecht, als wir vorab gedacht hatten. Trotz dem 40 Jahre alten Fahrwerk lag der Suleica wie ein Brett auf der Straße und Tempo 100 war kein Problem.
Schritt 2 - Außen (und auch noch mal  Innen)
Zeitraum: 18.02.2008 - 13.09.2008
Arbeitszeit: 50% Fremdleistung (Arbeits-Stunden unbekannt) und 50% Eigenleistung (rund 700h)
Recherche, Bestellung und Besorgung von Material: 70h
Vorgehensweise:
•neues Fahrwerk montieren
•Lackiervorbereitungen: alle Anbauteile demontieren, Löcher zu spachteln
•Lackieren: schleifen, spachteln, spachteln, spachteln, Grundierung, 2-Lackschichten und Klarlack
•in der Zwischenzeit: Rangiergriffe verchromen, alle Teile für Fensteraussteller und Scharniere vernickeln
•nach der Lackierung die Anbauteile wieder montieren
•neue Dichtungsgummis und Fensterscheiben einbauen
•Fensteraussteller und Scharniere montieren
•Reserverad unter das Bett gebaut
•große Schublade unter das Bett gebaut
•rundes Regal in die Stirnglatze eingebaut
•diverse Details (z.B. verchromte Radkappen, Weißwandreifen)
Nach unserem Urlaub 2007 haben wir die weiteren Restaurationsschritte auf  Anfang 2008 geschoben. Wir hatten immerhin monatelang  an unserem Suleica gearbeitet, und wollten etwas Abstand gewinnen - man hat ja noch anders Hobbies.
Anfang 2008 wollten wir zunächst das Fahrwerksproblem lösen. Auflasten war nicht möglich. Daher entschieden wir uns für ein neues Fahrwerk der Firma Knott mit einer 1300kg Achse. Wo wir schon mal dabei waren, ließen wir direkt eine Winterhoff 3000 Antischlingerkupplung montieren. Diese Arbeiten wurden, genau wie bei Mark und Uwe, von der Firma Dorit Reis in Brühl bei Köln perfekt ausgeführt, die man nach der Erfahrung von zwei Suleica-Fahrwerkeinbauten wohl zurecht als Suleica-Spezialisten bezeichnen kann. Eine Tempo 100 Zulassung haben wir jetzt auch, wobei wir es nicht über´s Herz bringen unseren Suleica mit dieser hässlichen, überdimensionierten 100km/h-Plakette zu verschandeln.
Nachdem wir unseren Suleica wieder auf dem Stellplatz hatten, konnten wir mit den Lackiervorbereitungen beginnen. Alle Anbauteile (Rangiergriffe, Vorzeltleisten, Regenhauben, Kühlschrankgitter) wurden entfernt. Bohr-Löcher wurden mit Glasfaserspachtel zugespachtelt. Das erschien uns die sauberste Lösung zu sein. Löcher kann man ja sehr leicht neu bohren, aber später die neuen  Kühlgitter und Regenhauben den vorhandenen Löchern anpassen dürfte schwieriger sein. Wir bauten auch alle alte Fenster und Dichtungen aus, die wir dann später durch neue ersetzten. Es dürfte der späteren Dichtigkeit zuträglich sein, wenn die Flächen auf denen die Dichtungsgummis aufliegen schön glatt sind. Die Öffnungen haben wir dann mit Malerpapier abgeklebt. Von den Berichten auf dieser Seite wussten wir, wie mühevoll es ist einen Suleica zu schleifen, zu spachteln und zu lackieren. Deshalb sollte das ein Fachmann machen. Es  war übrigens nicht so einfach einen Spezialisten zu finden der bereit war die Arbeit zu übernehmen. Auch unser Fachmann wusste nicht auf was er sich ein eingelassen hat....auf jeden Fall wurden aus den verabredeten 6 Wochen letztendlich 14 Wochen. Dafür hat er absolute Top-Arbeit abgeliefert. Die Lackierung ist ein Traum.
Hier ein Eindruck der Arbeiten:


Nach den Schleif- und Spachtelarbeiten wurde der Wagen mit Spritzspachtel grundiert und mit zwei Schichten LKW-Lack in Cremeweiß (RAL9001) lackiert. Zur optischen Auflockerung ließen wir längs noch einen schwarzen Streifen und auf das Heck den Suleica-Schriftzug anbringen. Anschließend wurde noch eine Schicht Klarlack aufgetragen. Hier das Ergebnis:


Zunächst wurden dann alle Anbauteile wieder montiert. Um bezüglich Dichtigkeit auf Nummer sicher zu gehen, haben wir alles (Rangiergriffe, Kühlgitter, Regenhauben, selbst die dreieckigen Rückstrahler), was wir von außen angeschraubt haben, mit 3mm bzw. 5mm Moosgummi unterlegt.
Dann wurden die Dichtungen, Fenster und Regenhauben neu montiert. Dies waren sehr anstrengende Arbeiten und kosteten inkl. sägen der Scheiben ca. 80h Arbeitszeit und unendlich viele Nerven. Um die Scheiben zu sägen haben wir glücklicherweise eine große Bandsäge zur Verfügung gehabt. Die ersten Versuche mit einer Stichsäge + Kunststoffsägeblatt waren nur suboptimal.
Für uns war die Montage der Fenster die mit Abstand härteste und komplizierteste Arbeit der ganzen Restaurationsphase. Das geht wirklich unheimlich schwer und erfordert vier, besser sechs Hände.
Wichtig ist es bei Hr. Diehl nicht nur die Scheiben, Keder und Dichtungen zu kaufen, sondern auch das Spezialwerkzeug (für Scheiben und Keder). Auch die Loewe-Schere (auf dieser Homepage unter "Links") ist empfehlenswert um gerade Schnitte bei den Dichtungen hin zu bekommen.
Auf dem folgenden Bild ist das Werkzeug abgebildet. Sinnvoll ist auch eine Flasche Spülmittel, damit kann man die Fensterkanten und vor allem den Keder einreiben - dann geht alles viel leichter von der Hand.


Da wir beim Dichtungseinbau einiges Lehrgeld zahlen mussten, wollen wir unbedingt folgende Tipps los werden:
-Die Dichtungen für die fest eingebauten Fenster werden nicht eingeklebt, sondern nur aufgesteckt.


•Die Dichtungsenden auf gar keinen Fall "passgenau" zuschneiden! Die Dichtungen müssen ca. 2cm überstehen und dann "zusammengequetscht" werden. Wenn man das nicht macht, wird sich mit ziemlicher Sicherheit an der Stoßkante ein Spalt bilden.
•Die Stoßkanten sollen immer an Seite liegen, auf keinen Fall unten. Das ist sinnvoll, weil sonst ablaufendes Wasser eindringen könnte.
•Die Stoßkanten der Kederleiste soll nicht identisch sein mit der Stoßkante der Dichtung - auch aus Dichtigkeitsgründen.
Die Dichtungen zur Abdichtung zwischen Fahrzeugkabine und Ausstellfenster bzw. Tür werden aufgeklebt. Wir haben übrigens mit Terokal 2444 (von der Firma Teroson) geklebt. Bei uns war es erforderlich an der einen oder anderen Stelle mit Dichtungsgummi zu unterfüttern um Unebenheiten auszugleichen.


Die alten Fensteraussteller und die Scharniere haben wir aufbereitet. Die Teile der Fensteraussteller waren zuvor zusammengenietet. Diese Nieten wurden aufgebohrt und alles in seine Einzelteile zerlegt. Die Metallteile wurden gesandstrahlt und anschließend wurde alles, außer die äußeren Führungsschienen, vernickelt (ist halt deutlich billiger als verchromen). Die äußere Führungsschiene wurden dann ebenfalls in Cremeweiß lackiert. Alles wurde mit Edelstrahlschrauben (statt mit Nieten) und selbstsichernden Edelstahlmuttern verschraubt. Das Ergebnis waren 40 Jahre alte Fensteraussteller die absolut neuwertig aussehen.


Innen haben wir noch einige Detailverbesserungen vorgenommen. So haben wir z.B. ein Reserverad unter das Bett montiert, ebenso wie eine zusätzliche Schublade.

Der Suleica wurde dann noch angehübscht mit frisch verchromten Original-Rangiergriffen, verchromten Radkappen, Weißwandreifen uswusf. Der Wagen wiegt jetzt mit vollem Urlaubgepäck ca. 1250kg und sieht heute so aus.

Camping Lido Mappo, Lago Maggiore, Empfehlung von Mark & Uwe, toller Platz

Camping Lido Mappo, Lago Maggiore



Auch hier haben wir wieder eine Punktlandung hingelegt und waren erst einen Tag vor der Abreise fertig. Mit dem Suleica ging es für 3 Wochen in die Schweiz und  nach Italien. Die Resonanz auf den Wagen war unglaublich - wir wurden in 3 Wochen bestimmt von 60-70 Leuten angesprochen...... Die Gespräche fingen fast alle mit dem Satz "Entschuldigen Sie, ist der Wagen neu und auf alt getrimmt, oder ist der wirklich alt?" an.
Heute, 2 Jahre nachdem wir den Suleica im Internet entdeckt haben und nachdem wir zu zweit fast 2400h Eigenleistung in unseren Suleica gesteckt haben, ist dieser noch nicht zu 100% fertig. Es fehlen noch richtige Gardinenhalter und Gardinen (z.Z. ist beides noch provisorisch) und ein paar Kleinigkeiten.

Auf der Seite http://www.vecchia-scuola.de können ergänzende Details und Fotos abgerufen werden. Fragen beantworten wir gerne unter der eMail-Adresse suleica@vecchia-scuola.de

Private Homepages mit dem Thema Suleica

http://www.flickr.com/photos/embegestalt/sets/72157602665444545/

http://www.altmuehlnet.de/~picassouwe/Suleica.htm

http://www.bilder-speicher.de/08082915471689.gratis-foto-hosting-page.html