Polyestercaravanbau und die Firma
Ferdinand Schäfer
Den ersten deutschen
Caravan aus Kunststoff entwickelte Franz Mahly aus Thiefenhagen im
Ruhrgebiet und brachte ihn 1957 auf den Markt. Aus diesem Grunde
wurde zur damaligen Zeit Maly auch als "Polyesterapostel"
bezeichnet. Der erste Caravan dieser Firma wurde "FATHI 600 LUXUS"
genannt, in Anlehnung an: Fahrzeugbau Thiefenhagen. Es war ein
leichter Wagen bei einer Aufbaulänge von 4,4 m wog er mit Bremse
ca. 490 kg und besaß ein zulässiges Gesamtgewicht von 770 kg. Die
allseits gerundete Form bedingte gewölbte Plexiglasscheiben. Da der
Caravanabsatz schleppend verlief verlegte Maly die Produktion an
den Bodensee zur Firma Schneider in Lindau, eigentlich ein
holzverarbeitender Betrieb. 1960 vergab Schneider eine Lizenz nach
Hengelo in den Niederlanden, wo die am Bodensee produzierten
Polyesterteile zusammengebaut wurden.
Heute noch existiert
diese niederländische Firma und baut unter dem Namen Biod
immer noch erfolgreich Kunststoffcaravans
Die kunststoffverarbeitende
Firma von Ferdinand Schäfer in Detmold-Loßbruch arbeitete bereits
in den 50er mit dem Werkstoff Kunstoff. Es wurden Lampen, Möbel und
Behälter bis zu einem Fassungsvermögen von 20.000 Litern
(Swimmingpools) angefertigt. Ab 1958 beschäftigte sich der Inhaber
der Fa. Schäfer, Ferdinand Schäfer, mit dem Gedanken auch Caravans
aus Polyester zu fertigen. 1961 war der erste fahrbereite Prototyp
fertig, und 1962 wurde die Serienproduktion aufgenommen.
Aufgrund äußerer
Ähnlichkeiten mit dem Caravan der Reihe FAHTI, soll es zu
gerichtlichen Auseinandersetzungen gekommen sein. 1962 lies sich
Schäfer deswegen sein SUperLEIchtCAravan patentieren. Am 22.Juni
1962 wurde die Auslegeschrift mit der Nummer 1 430 311 beim
Deutschen Patentamt angemeldet.
Auszug aus der
Schrift: " Die
Erfindung bezieht sich auf ein Wohnfahrzeug, insbesondere auf einen
Wohnanhänger, mit einem selbsttragendem Kunstsstoffgehäuse,
vorzugsweise aus Polyester, und nach außen gewölbten sowie mit
Versteifungs- oder Verstärkungsrippen ausgestatteten Wand- und/oder
Dachflächen.
Die bisher in
verschiedenen Ausführungsformen bekannten Wohnanhänger mit
Kunststoffgehäuse sind verhältnismäßig schwer, da auf Grund
unzureichender Eigenstabilität des Gehäuses eine gewichtsmäßig
schwere Chassiskonstruktion erforderlich und/oder das Gehäuse mit
zusätzlichen versteifenden und mittragenden Verstärkungselementen
aus Metall und/oder versehen bzw. verbunden ist. Da ein
Wohnanhänger vorwiegend an einen Personenkraftwagen als Zugfahrzeug
angehängt wird, sollte auch bei größerem Nutzfahrzeugen sein
Eigengewicht gering sein, um auch von Fahrzeugen mit schwächeren
Motoren sicher bewegt werden zu können. ... Selbsttragende
Kunststoffkarosserien für Wohnwagen sind bisher noch nicht
bekannt.
Aufgabe der Erfindung ist
es, ein verbessertes Wohnfahrzeug, insbesondere Wohnanhänger, mit
Kunststoffgehäuse zu schaffen, daß bei einfachem und gewichtsmäßig
leichtem Aufbau eine große Verwindungssteifigkeit und Steifigkeit
besitzt.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass das
Kunststoffgehäuse einen in sich geschlossenen Rahmen aus mehreren,
durch die Rad- und Deichselkästen miteinander verbundenen
Rohrstücken mit elipsenförmigem Querschnitt und zwei im Abstand
übereinander angeordnete, auf den Rohrstücken des Rahmens
aufliegende und mit diesen zu einem Werkstück verbundene Böden
aufweist.
Ein erfindungsgemäß
ausgebildeter Wohnanhänger ist trotz gewichtsmäßig leichtem Aufbau
knickfest und verwindungssteif. ... Auf Grund der geschlossenen
Rahmenkonstruktion ist bei der Verwendung als Wasserfahrzeug ein
vorteilhafter Luftraum im Bodenbereich vorhanden, der den Auftrieb
begünstigt.. Der doppelte Boden hat gute Isoliereigenschaften und
der darin eingeschlossene Luftraum, der auch ausgeschäumt sein
kann, bewirkt ebenfalls einen vorteilhaften Auftrieb.
Durch das Entfallen
jeglichem Gerüstes läßt sich die freitragende Karosserie schnell
fertigen. Mit nur wenigen Standardwerkzeugen (Formen) lassen sich
verschiedene große Ausführungen herstellen. Der erfindungsgemäße
Wohnwagen ist verwindungssteif und kann eine lange Lebensdauer
haben."
Wie aus den Unterlagen des Patentamtes hervorgeht war
der Bau von 340´er und 430´er Modelle 1961 geplant.
Marktreife erzielte aber letztendlich zuerst nur das 430 er
Modell.
Wie aus den obigen
Entwurf-Skizzen zu erkennen ist, gibt es
erhebliche Unterscheide zu den tatsächlich gebauten Modellen.
So wurde die einteilige Türe nicht links, wie in der Skizze,
sondern rechts angeschlagen, was bei vielen 430´ern aufgrund der
Krafteinwirkung zu Komplikationen führte. Die Türe sollte zuerst
auch zweiteilig hergestellt werden, durch Gummiprofile zum Fahrzeug
wasserdicht verschließbar.Die Fenster haben in den Zeichnungen sehr
schmale Rahmen und die Radkästen fehlen. Gebrauchsmusteranmeldung
1961: "Zweckmäßig ist
die Karosserie durch etwa in halber Höhe angeordnete gürtelähnliche
Verstärkungen versteift; weiterhin kann sie durch eine
stufenförmige Ausbildung in ihrer Längsrichtung verstärkt werden.
Auch kann die Decke durch eine sich von den Dachseiten abhebende,
beispielsweise rechtwinklig zu einer Verstärkungsrippe verlaufende
Dachrippe verstärkt sein. Die gürtelähnliche Verstärkung zieht sich
in halber Höhe in horizontaler Ebene um den gesamten Wohnwagen
herum. An vorderen Ende ist diese Verstärkung etwas schwächer
gestaltet und ausgespart, um an dieser Stelle einem relativ weit
heruntergezogenen Vorderfenster Platz zu bieten.
Der untere Bereich des Wohnwagens ist stufenweise ausgebildet und
erhält dadurch eine zweckmäßige, zusätzliche
Stabilität."
In den
Gebrauchsmusteranmeldungen 1961 und 62 wird immer auf die
Benutzung als Wasserfahrzeug eingegangen, wozu "die zweckmäßig
außerhalb der Wanne od. dgl. liegende Fahrzeugachse wasserdicht
ausgebildet wird. Da als Wasserfahrzeug das Gehäuse einen gewissen
Tiefgang hat, ist es besonders vorteilhaft, die Tür des Gehäuses
zweiteilig auszubilden, wobei der untere Teil wasserdicht
verriegelt werden kann. Hierzu kann es zweckmäßig sein, die Tür mit
Gummidichtungen od. dgl. auszustatten. Der obere Teil der Tür kann
dann unabhängig von dem unteren Teil der Tür geöffnet oder
geschlossen werden." Als ziehendes Zugfahrzeug waren Pkw,
Zugmaschinen oder Motorboot angedacht. ... Die das Gehäuse
umgreifende Verstärkungsrippe bildet bei einem Wasserfahrzeug eine
günstige Bordkante, beispielsweise zun Anlegen am Bootssteg
od.dgl."
Völlig aus
glasfaserverstärktem Polyester hergestellt, erlaubte dieses
Material wie beim FAHTI die extreme Stromlinienform. Von
1962-1968 wurde das 4,3 m lange und 2 m breite Modell Suleica
430 hergestellt, das bereits das typische Laternendach
besaß.
Präsentation
1963 auf dem Essener Caravan Salon
Präsentation
1966 auf dem Essener Caravan Salon Foto:
Wolfgang Hecht, caravaning 09/2006
Präsentation
1967 auf dem Essener Caravan Salon: der SBK-Suleica (Selbst-Bau-Kasten-Suleica)
Der Name
Suleica wurde von dem Sportjournalisten Fritz B. Busch kreiert:
SUperLEIchtCAravan.
Suleica
Produktion
Das größere Modell 500
kam Herbst 1966 parallel zum 430er hinzu, wurde in
verschiedenen Varianten bezüglich des Innenausbaus hergestellt und
war wie der 430 auch nur 2 m breit. Ab 1968 wurde die
500-Reihe 10 cm breiter, das Laternendach wurde bis vorne
durchgezogen, weshalb die runde Stirn wegfiel. Die Produktion des
430 wurde 1968 eingestellt. Die gleiche GFK-Karosserie wurde auch
auf den ORION gesetzt. Für zusätzliche Stabilität wurden drei
Querspanten aus Tischlerplatte einlaminiert.
Bis 1974 wurden die Suleica
500-Modelle in Detmold gefertigt. April 1974 brannte die Werkhalle
aus (alle Werkzeuge, die benötigt werden zum Zusammenbau der
Einzelschalen, wurden ein Opfer der Flammen), was einen
enormen finanziellen und materiellen Schaden bedeutete. Die
Fertigung der Laminatschalen war 1972 auch für kurze Zeit zudem
nach Ungarn verlegt worden. Ebenfalls 1974 schied der bisherige
Firmeninhaber, Ferdinand Schäfer, aus seinem Unternehmen aus. Die
Ölkrise 1974, die eingetretene finanzielle Schieflage des
Unternehmens und ein verändertes Käuferverhalten setzte der Fa.
Schäfer zu. Der letzte uns bekannte Wohnwagen der Reihe Suleica 500
(es handelt sich hier um einen Rally 70) datiert aus dem Jahr 1974.
1974/1975 versuchte die Fa. Schäfer noch einmal durch einen
Modelwechsel auf die Beine zu kommen. Geplant waren der Suleica
2000 und der Suleica TQ. Von diesen Modellen sind aber nur jeweils
ein Caravan gebaut worden. Daher kann gesagt werden,
dass die Firma Schäfer die Wohnwagenproduktion 1975
völlig eingestellt hat. Die Nachfolgefirma, die Teutoburger
Fahrzeug- und Gerätebaufirma, kurz TFG, führte zwar den Bau
des Orion-Wohnmobils weiter, die Produktion
der Suleica-Caravans wurde aber nicht mehr
aufgenommen. 1987 wurde auch die Produktion der Orionbaureihe
eingestellt. Das BMW-Autohaus Depping in Detmold betreute fortan
die Suleica- und Orion-Besitzer, später übernahm Herr Hermann Diehl
diese Aufgabe, vorallem die Versorgung mit Ersatzteilen.
In der gesamten
Produktionszeit sollen ca. 800 Suleicas (500er und 430er
zusammen) hergestellt worden sein. Aufgrund des hohen Preises, den
man für so einen "Primadonna"-Caravan hinlegen mußte, entschieden
sich nur Liebhaber oder eben Betuchte für einen
Suleica.
Creighton-Amphibien Caravan
"Gull"
1967 brachte die britische Firma
Creighton den Amphibien Caravan "Gull" (s. o.) heraus. Immer am
Puls der Zeit, machte Schäfer jedoch schon einige Jahre davor
Versuche mit dem schwimmfähigen F 430 S, der in die
Caravangeschichte eingehen sollte.
Wie weiter oben bereits erwähnt
ging Schäfer schon in seinen Gebrauchsmusteranmeldungen 1961 und 62
auf die Schwimmfähigkeit ein. Der 430 S sollte entweder von einem
25 PS starken Außenbordmotor fortbewegt oder von einem Amphicar
gezogen werden.
Zur serienmäßigen
Produktion reichte es aufgrund technischer Unwägbarkeiten jedoch
nicht. Heute gilt die öffentliche Präsentation dieses Caravans auf
der Hannovermesse als Mega-PR-Show ersten Ranges - die Legende
lebt!
Ferdinand Schaefer,
geboren 1925 in Berlin, mit 14 Jahren Segelflieger C, mit 16
Flackhelfer, mit 17 zur Luftwaffe eingezogen, mit 19 schwer
verwundet entlassen, studierte nach Kriegsende Publizistik und
Journalismus in Muenster und Mainz. 1951 uebernahm er die
Handelsfirma seines Vaters und baute sie zu einem
Produktionsbetrieb fuer glasfaserverstaerkte Kunststoffe um. Durch
seine Veroeffentlichungen ueber Silicon-Kautschuk wurde er in
Fachkreisen bekannt. Auch in der einschlaegigen Fachpresse sind
seine Artikel ueber dieses Thema immer wieder zu finden. Mehrere
Einladungen in die Vereinigten Staaten fuehrten ihn auch mit dort
deutschsprachig erscheinenden Zeitungen zusammen. Fuer diese
schrieb er in Santa Monica, Kalifornien, ueber 20 Jahre ueber
Politik und Gesellschaft. 2001 kehrte er nach Deutschland
zurueck.
Ferdinand Schaefer
Am 10. 06. 2006 gewaehrte
uns das Ehepaar Schaefer, im Beisein des Ehepaars Rintelen, welches
schon Recherchen ueber die Firmengeschichte angestellt hatte und
diese im Heft: „Suleica, Das patentierte Leichtgewicht“, s. Links
auf dieser Homepage, aufgefuehrt haben, die Moeglichkeit sie zu
besuchen, um viele, viele Fragen zu stellen, Unklarheiten
auszuraeumen und Geruechte endgueltig zum Schweigen zu bringen, die
ueber Suleica grassieren. Denn je mehr Antworten zu dem Thema
Suleica existieren um so mehr Fragen hat man nachher. So ging es
uns zumindest. 10.06.2006 Morgens frueh um 8 Uhr
machten wir uns auf den Weg zum Ehepaar Schaefer. Wir hatten einige
Stunden Fahrt vor uns, da Schaefers uns gebeten hatten, unseren
Suleica mitzubringen, den sie gern einmal genauer unter die Lupe
nehmen wollten......wie sehen ihre Schaetzchen heute aus, was haben
die Besitzer so d'raus gemacht und sie wollten einfach sehen, was
aus ihren Fahrzeugen so geworden ist. Gegen Mittag trudelten wir
dann bei Schaefers ein, strahlender Sonnenschein und im Garten war
schon ein Kaffeetisch gedeckt. Ehepaar Rintelen war ebenfalls schon
da und man begruesste sich herzlich. Unsere Neugier war natuerlich
so gross, das wir uns kaum mit Hoeflichkeitsfloskeln aufhielten,
sondern das Ehepaar Schaefer gleich mit allen moeglichen Fragen und
Anekdoten zutexteten. Auch mussten wir Ihnen erst einmal zeigen,
was wir den ueberhaupt schon an Fundus haben, damit wir uns auf das
stuerzen konnten was uns auf dem Herzen lag. Herr Schaefer betonte
allerdings gleich das natuerlich altersbedingt, er sei ja
mittlerweile ueber 80, doch vielleicht einiges in Vergessenheit
geraten sei bei ihm, aber soweit er sich erinnere wolle er unsere
Fragen so gut es ginge beantworten. Die Idee:
Frau Schaefer campte sehr, sehr gern und mit mehren Kindern war das
seiner Zeit die einzige Moeglichkeit Urlaub zu verbringen, wenn man
nicht gleich Reichtuemer ausgeben wollte. Die Fa. Schaefer
produzierte zwar schon viele Produkte aus Kunststoff, auch sehr
Grosse wie Schwimmbassins und ähnlichem, aber bisher war noch
keiner so recht auf den Gedanken gekommen aus diesem Material auch
einen Caravan zu bauen. Herr Schaefer hatte ihn! Was lag naeher
einen Wohnwagen zu bauen aus einem Material, das er bestens kannte!
Aus Fiberglas! Herr Schaefer war seit seiner Jugend Sportflieger
gewesen und kannte sich daher in der Leichtbauweise sehr gut aus.
Sein Vater war 1910 mit 16 Jahren der juengste Sportflieger des
Deutschen Kaiserreiches gewesen, es war Ferdinand Schaefer also
sozusagen in die Wiege gelegt worden. Ausserdem war Frau Schaefer
auch kein "Freund" von Hotels. Sie wollte frei und ungebunden sein
auf ihren Reisen mit ihren Kind an die Ostsee oder nach Italien.
Und so beschloss Ferdinand Schaefer seiner Frau eine Freude zu
machen „ ja, ich baue dir einen Wohnwagen“ soll er ihr gesagt
haben.......!!!! ein einziger sollte es werden nur fuer seine Frau
und die Kinder, also rein fuer den Eigenbedarf! Zu diesem Zeitpunkt
dachte niemand auch nur im Entferntesten an eine Serienproduktion.
Ca. 1959/1960 muss es gewesen sein, also der Prototyp fertig war,
schon sehr nahe an der spaeteren Serienversion, mit all seinen
Versteifungen und Sicken, die noetig sind, um einen Wohnwagen aus
diesem Material verwindungsteif zu machen, sicher fuer die
Strasse. Die ersten
Schritte:
Neben Ferdinand Schaefer versuchten sich natuerlich auch andere mit
dem Werkstoff „Fiberglas“. Zu dieser Zeit taucht auch der Name
„Maly" auf, der auch einen Wohnwagen aus diesem Material herstellen
wollte. Wiesel nannte er Anfangs sein Modell, spaeter wegen
Namensverletzungen wurde der Wagen in Fahti umbenannt. Die
Aehnlichkeit beider Fahrzeuge ist schon sehr frappierend, aber
absolut zufaellig. Oder sehen ein Knaus, oder Tabbert oder Wilk aus
dieser Zeit (sogar heute noch) nicht auch zum verwechseln aehnlich.
Da glaubt auch keiner, man haette von einander abgekupfert.
Maly und Schaefer waren sich persoenlich bekannt; Maly fragte
Ferdinand Schaefer oefters um Rat, denn dieser war ja der Fachmann
auf diesem Gebiet. Auf der Messe in Hannover, es muss so 1960 oder
1961 gewesen sein, stellten beide Maly und Schaefer ihre Prototypen
Fahti und Schaefers-Wohnwagen, der Name Suleica war noch nicht
geboren, aus. Man wollte die Kundenreaktionen testen und sehen, ob
sich wirklich eine Serienproduktion lohnen wuerde. Wie der Zufall
es wollte, standen beide Caravans unter dem Firmenlogo der Fahti
Wohnwagen U. Maly K.G. Und genau das fuehrte zu den bis heute
anhaltenden Geruechten Schaefer haette von Maly abgekupfert! Nichts
davon stimmt! Es war ein Irrtum der Presse! Man berichtete
euphorisch ueber diesen neuen Kunstoffwohnwagen.....meinte den
Suleica, der ja noch keinen Namen hatte, aber als Hersteller wurde
nur der Fahti und Maly genannt. Halt so, wie es halt auf der Messe
zu sehen war. Leider hat Maly diesen Fehler nie ausgeraeumt und
berichtigt, sondern ist, man koennte sagen, auf Suleica’s Lorbeeren
hervorragend geschwommen. Auch war nie an eine Zusammenarbeit
gedacht oder aehnliches.
Es wird
konkret:
Ein Name musste her!. Jeder weiss das Fritz B. Busch, der bekannte
Automobiljournalist, den Namen kreiert hat. Aber wer weiss schon
wofuer das „F“ bei den 430’ern steht? Ganz einfach fuer Ferdinand!
Und das „G“ bei den 500’ern? Fuer gar nichts! Ist ganz einfach der
naechste Buchstabe im Alphabet nach F. Und natuerlich wollte der
Suleica auch an den Mann und die Frau gebracht werden. Da die Fa.
Schaefer ihre Produkte schon immer auf Messen praesentierte, wurde
auch der Suleica dorthin mitgenommen, wie bereits oben erwaehnt z.
Bsp. auf die Industriemesse in Hannover 1960, allerdings eben im
Hof abgestellt, aus Platzgruenden. 1961 kam dann die IAA in
Frankfurt hinzu (hier feierte der Suleica auch seine Premiere und
erste offizielle Vorstellung) und ab 1962 der Caravansalon in Essen
(heute die Caravanmesse in Duesseldorf). Ein Haendlernetz gab es
nicht, die interessierten Kunden kauften auf den Messen oder im
Werk in Detmold. Ein Haendler aus Schweden hat z. Bsp. 12 Suleicas
auf einmal gekauft und diese dann in Schweden vertrieben. Auch in
die Schweiz und nach Oesterreich sind einige Suleicas gegangen. Es
kann gesagt werden das die Kundschaft aeusserst interessant war und
auf jeden Fall nicht alltaeglich. Es ist oft vorgekommen das Frau
Schaefer auf Ihren Urlaubsreisen Verkaufsgespraeche fuehrte, oder
Kunden traf; da gab es dann jede Menge Gespraechstoff. Spaeter gab
es natuerlich Haendler in Nord- und Sueddeutschland, die den
Suleica vertrieben. Auch in der Schweiz (in der Naehe von
Uezwill)und in Oesterreich soll es einen gegeben haben. Man produziert:
Neben dem Modell 430 war auch ein kleinerer Suleica angedacht ein
340er. Aber es stellte sich schnell heraus, das dieses Modell zu
unrentabel in seinem Preis-Leistungsverhaeltnis war. Denn zu der
damaligen Zeit kauften hauptsaechlich Familien einen Wohnwagen und
die haben einfach einen groeeren Platzbedarf als Paare. Aus diesem
Grund gab es nur einen produzierten 340er, den Prototypen eben.
Aber ueber ein groessres Modell wurde schon laengst nachgedacht.
Der 500er war geboren. Anfangs war der Stirnglatzen-500er ebenfalls
nur 2 m breit (wie der 430 aus einem Teil laminiert), dann aufgrund
der Produktion (2 Teile wurden zusammen gesetzt) 2,10 m und in
seiner zuletzt gebauten Form mit durchgezogenem Laternendach 2,10 m
(aus 6 Teilen zusammengefuegt). Auch einen SBK (Selbstbaukasten)
war angedacht, aber da bei diesen Wagen meist nur etwas unschoenes
herauskam, wollte die Fa. Schaefer ihren Namen nicht wirklich dazu
hergeben! Es waren auch nur sehr, sehr wenige von diesem Modellen,
die so den Hof der Firma in Detmold verliessen. Es eigneten sich
auch dafuer nur die normalen Baureihen, beim Rally z. Bsp. konnte
nichts eingeschraubt werden, da waren die Moebelwaende
einlaminiert. Der Erfolg der Baureihe Suleica ueberraschte selbst
das Ehepaar Schaefer. Immer oefter wurden auch spezielle Wuensche
seitens der Kundschaft and die Fa. Schaefer herangetragen.
Groessere und breitere Suleicas sollten es sein. Ein 6,3m
langer Suleica wurde einmal fuer eine schweizer Schaustellerfamilie
gebaut; und ein 6m langer wurde auch in Einzelproduktion gefertigt.
An eine Serienproduktion war aber nie gedacht gewesen. Aber fuer
den Innenausbau und die Laenge war man ja nicht festgelegt. Deshalb
wurde auch in den Schaefer Broschueren kraeftig geworben. Es sollte
zeigen was alles moeglich ist. Eine hervorragende
Marketingstrategie. So waeren auch Aufbauten mit Maasen wie 5,3m,
5,5m oder 5,7m denkbar gewesen. Aus diesem Grund ist es auch
schwierig zu sagen wie viele Suleicas jemals gebaut worden sind, da
Fa. Schaefer die Gesamtproduktionszahl nie richtig erfasst hat.
Anfang der 70er Jahre verlies je ein Suleica und ein Orion pro
Woche die Werkshallen, Zahlen aus den 60er Jahren koennen nur
gemuht masst werden.
Ehepaar Schäfer 2006
Details: Doppelverglasung:
Aber Ferdinand Schaefer ruhte sich auf seinem Erfolg nicht aus. Er
war immer bemueht den Suleica noch besser zumachen. So wollte er
die allgemein bekannte Schwitzwasserbildung an den Fenstern
verhindern. Ihm fiel das System der Isolierfenster beim Hausbau
ein. Einfach eine zweite Scheibe von innen vor die Frontscheibe
setzten und dann muesste das Problem eigentlich behoben sein. Da
die Einfachfenster schon in einer Gummilippe sassen, die ein
Schwitzwasserlippe hatten, wurde in diese einfach eine zweite
Scheibe dazugesetzt. Und aus war’s mit der
Schwitzwasserbildung.
Lackierung:
Die Firma Schaefer produzierte die ersten Suleica’s ohne
Lackierung, da es aus technischer Sicht keinen Grund gab, die Wagen
zu lackieren. Viele Kunden wuenschten sich aber eine Lackierung und
so vergab Ferdinand Schaefer diese Lackierarbeiten ausser Haus. Der
bekannte Rally-Streifen war einfach nur eine Folie, die aufgeklebt
wurde. Inneneinrichtung:
Fuer die Inneneinrichtung, die Materialien, Stoffe und Farben war
im Hause Schaefer hauptsaechlich Frau Schaefer zustaendig. Wie es
in einem Familienbetrieb eben so ueblich ist. Und man kann nur
sagen, das sie fuer die damalige Zeit einen sehr treffsicheren
Geschmack bewiesen hat. Marketing:
Hier spielte Ferdinand Schaefer seine Talente aus. Und neidlos muss man anerkennen, das er in diesem Genre ein Meister seines Faches war! Allein der
Suleica in schwimmfaehiger Form war ein Marktingschachzug von
allererster Guete. Die dunkelhaarige Dame, die man auf fast allen
Schaeferprospekten uebrigens sieht, ist ein Modell aus Bielefeld
gewesen. Zubehoer:
Vor allem das speziell angefertigte Vorzelt der Zeltfabrik Veltel
muss hier erwaehnt werden. Aber auch die Fa. Koch aus Lage fertigte
passgenaue Vorzelte und Sonnensegel fuer den Suleica.
Die Idee eines Fallwasserkanisters, wie er auf den ersten
Zeichnungen von Ferdinand Schaefer zu sehen ist, wurde uebrigens
nach Produktionsstart wieder fallengelassen. Dieser
Einbauwassertank, im Haengeschrankbereich in der Kueche, lag fuer
den Schwerpunkt unguenstig hoch und auch die Reinigung erschien
sehr schwierig und problematisch. Die Fusspumpe, die dann zum
Einsatz kam, war fuer die Kundschaft und das Publikum ausserdem
viel interessanter, weil einfach technischer und moderner fuer die
Zeit.
AVD-Rally vom 30.4. –
01.05. 1965:
Der deutsche Wohnwagenverband, dem Ferdinand Schaefer als 2.
Vorsitzender vorstand, veranstaltete mit dem ihm angeschlossen
Firmen eine Rally, die von Garbsen bei Hamburg bis zum Nuerburgring
gehen sollte. (zu diesem Zeitpunkt waren die Fa. Hymer und Tabbert
diesem Verband nicht mehr angeschlossen). Hierbei ging es
ausschliesslich um Geschwindigkeit. Auf dem Nuerburgring mussten
dann noch mehrere Spezialaufgaben absolviert werden, wie
Rueckwaertsparken, Kurvenfahren, nochmalige Zeitfahrt und all den
Dingen, die halt beim Gespannfahren auftreten koennen. Ferdindand
Schaefer fuhr mit der Gattin des AVD-Praesidenten im Citroen DS +
Suleica und Frau Schaefer zusammen mit Frau Wilk (Wilk-Wohnwagen) +
Suleica. Die Frauenwertung gewann dieses Paar uebrigens auch. Dem
Gesamtsieger dieses Rennens, Herrn Depping, auch mit einem Suleica
unterwegs, passierte auf der Fahrt zum Nuerburgring noch ein sehr
aergerliches Missgeschick, was fast das Aus bedeutet haette. Herr
Depping hatte einen Unfall, er war einfach zu schnell gewesen, der
Suleica kam ins Schleudern und stellte sich quer. Und leider war er
hin und nicht mehr fahr- oder ziehbar. An eine Weiterfahrt war
nicht mehr zu denken. Gott sei Dank stand im Hof der Fa. Schaefer
noch der erste Prototyp „herum“, also der Ur-Suleica aller
Suleicas. Der wurde kurzerhand hinten angehaengt und es wurde
weitergefahren. Trotzt dieses immensen Zeitverlustes konnte Herr
Depping noch dieses Rennen gewinnen, da er eine immense
Geschwindigkeit an den Tag legte. Die Spezialuebung „Zeitfahren
incl. Bremsung“ auf dem Nuerburgring gewann Herr Depping uebrigens
auch noch mit einer gemessenen Geschwindigkeit von 140 km/h.
Produktion in
Ungarn:
Die Firma Schaefer hatte, wie bereits erwaehnt, in Fachkreisen des
Fiberglases, ein sehr guten Ruf. Von daher war es nicht
verwunderlich, das auch andere Firmen, die sich mit diesem Material
beschaeftigten, die Fa. Schaefer kontaktierten und um Rat fragten.
1972/1973 tat dies auch eine Werft aus dem ungarischen Foeret am
Ballaton. Zuerst war seitens der Fa. Schaefer nur an eine
Kompetenz-Partnerschaft gedacht. Da aber die Fa. Schaefer bereits
wegen der zusaetzlichen Fertigung des Wohnmobils Orion an ihre
Produktonsgrenzen stiess, die Werft in Ungarn nicht voll
ausgelastet war, wurde eine Zusammenarbeit fuer den Formenbau der
500-Reihe in Ungarn ins Auge gefasst. Fuer einige Wochen kamen
ungarische Polyesterbootsbauer nach Detmold-Lossbruch, um sich mit
der Suleicaproduktion vertraut zu machen. Ebenso ging ein
Mitarbeiter der Fa. Schaefer, Herr Heinrich Schmideskamp, nach
Foeret, um dort alles notwendige einzurichten und teilweise auch
die Arbeiten zu ueberwachen. Das heisst, die Schalen wurden in
Ungarn produziert, dann nach Detmold gesandt, wo sie
zusammengesetzt wurden und wo auch der Innenausbau stattfand. Diese
Geschaeftsbeziehung war allerdings nur von kurzer Dauer.
Das Ende:
Wie bekannt, brannte 1974 die Werkshalle bis auf die Grundmauern
nieder. Dies war das „Aus“ fuer die Herstellung der Suleicas. Die
Formen selber waren nicht der Grund dafuer, den diese existierten
fuer den 500er ja noch in Ungarn und eine weitere Produktion waere
auch dort weiter moeglich gewesen. Das wirkliche Problem war aber,
dass das Werkzeug, mit dem die einzelnen Schalen zusammen gebaut
wurden, beim Brand verloren gegangen waren. Diese Neuherstellung
waere einfach viel zu kostenintensiv gewesen und so wurden nur die
noch vorhandenen Schalen weiterverbaut. Ausschliesslich in die
Weiterentwicklung des gut laufenden Orions wurde weiter investiert.
Die Suleicas liefen aus.
Die Interviewer und das
Ehepaar Rintelen
Wir bedanken
uns sehr bei dem Ehepaar Schaefer, das sich einen ganzen Tag fuer
uns Zeit genommen hat und uns sehr herzlich aufgenommen hat. Wir
wurden herrlich verkoestigt und koennen nur hoffen, das beide mit
uns und dem Ehepaar Rintelen einen schoenen Tag hatten. Auch dem
Ehepaar Rintelen, das waehrend des gesamten Gespraechs zugegen war,
gebuehrt hier unser Dank. Sie haben den Kontakt hergestellt und uns
mit Rat, Tipps und Hilfe tatkraeftig unterstuetzt.
„Caravaning 1968“Polyester – immer noch Zukunft oder schon Gegenwart?
Sehr geehrter Herr
Schmoll! Vor einiger Zeit las man in Ihrer Zeitschrift, es sei etwas still
geworden um die Polyesterwohnwagen. In der letzten Ausgabe nun konnte wieder
Laut gegeben werden. Ein neuer Stern am Caravanhimmel ist aufgegangen. Die
Carabelle von der Firma XY. Ich begrüße die Carabelle im erlauchten Kreise der
Polyester-Caravans und wünsche dem „Neuen“ alles Gute. Dieses Willkommen darf
ich einmal öffentlich aussprechen, weil ich mich über jede Neuerscheinung aus
Polyester freue, denn jeder Polyester-Caravan, egal vom wem gebaut, wenn er nur
gut ist, macht auch für unsere eigenen „Suleica“-Polyesterwagen Reklame. Im allgemeinen
spreche ich dieses Willkommen nur still vor mich hin, denn bevor man den neuen
Mitstreiter richtig kennenlernt, ist er oftmals wieder verschwunden. Möge also
der „Carabelle“ ein langes Leben bescheiden sein.
Aber war es wirklich vor dieser Neuerscheinung
still geworden um die Polyestercaravans? War es denn überhaupt schon mal
richtig laut? In den seligen Schlaf der Konstrukteure unserer Branche passt
auch recht gut das gleichmäßige Dösen der Fachpresse. Beide sind in den letzten
Jahren nur dann hellwach geworden, wenn es um immer niedrigere Preise und immer
einfacheren Verkauf ging. Der markt reguliert Angebot und Nachfrage, der
Wettbewerb bestimmt die Preise. Weil wir es wissen, richten wir uns danach. Das
bedeutet, auf unsere Branche angewandt: Nicht einmal 5% aller Wohnwagen sind
aus Polyester, obwohl einige Typen länger als ein Jahrzehnt mit gutem Erfolg
gebaut und verkauft werden. Während billige Wohnwagen gut weggehen und binnen
kurzem auf erhebliche Stückzahlen kommen, tun sich die Caravans der teuren
Klasse, - auch die herkömmlich gebauten, weit schwerer. Das ist verwunderlich,
denn im Bootsbau, eine recht artverwandte Branche, war der Verlauf der
Entwicklung ganz anders. Anfangs zögernd, dann aber unaufhaltsam, trat das
Polyesterboot vom kleinen Kahn bis zum Hochseekreuzer seinen Siegeszug an und ist
heute unbestritten Herr auf allen Gewässern.
Herr auf dem festen Boden sind dagegen die
Werkstoffe Sperrholz und Aluminium, die meist verwendeten Materialien für die
konfessionellen Wohnwagen, und das hat neben vielen anderem einen triftigen
Grund: die meisten Wohnwagen werden als „Wagenwohnung“ gekauft und nicht als
Caravan. Sie werden als Wochenendhaus des kleinen Mannes, in der näheren
Umgebung seines festen Wohnsitzes aufgestellt und bilden unter zahlreichen
Gleichgesinnten die modernen Laubenkolonien früherer Zeiten.
Räder hat die Konstruktion meist nur für den eigenen
Transport. Dieser Art der Benutzung dürfte für eine nicht abzusehende Zeit von
Jahren, die mit Abstand meist gebauten Caravans betreffen, und diejenige
Industrie, die heute schon scheinbar auf Kosten der Qualität billige Wohnwagen
anbietet, täte gut daran, ihre Kalkulation eiligst zu durchforsten, denn im
Vergleich zu den großen, stationären Mobilheimen ist der billigste Wohnwagen
wahrscheinlich noch zu teuer. Für die Anforderungen aber, die an solche
Benutzungsart gestellt werden, reicht eine noch geringere Qualität allemal aus.
Mag manchem auch die Zweckentfremdung der Camping-Idee missfallen, mag in
vielen Fällen der Kauf eines Wohnwagens nur eine Umgehung des
Bundesbaugesetztes sein, so ist die Tatsache, dass die hier genannte
Verbrauchergruppe, eine Konzeption wünscht und angeboten bekommen muss, die
sich in praktisch zwei Forderungen erschöpfen darf:
1. billig 2. großräumig
Das, was Geld kostet, wird nicht gebraucht und kann
entfallen. Der Fahrkomfort, weil der Wohnwagen fast ausschließlich steht. Die
meisten Besitzer betrachten Ihren Caravan ohnehin nicht als Fahrzeug. Sie
stellen kaum bremsen nach, kennen in den seltensten fällen die Stelle der
Schmiernippel und beschäftigen sich mit diesen Bingen erst dann, wenn eine TÜV-Kontrolle ansteht.
Wenn notwendig ist auch die campinggerechte
Ausstattung, weil der wohlbehütete Platz und die Möglichkeit schnell mal nach
Hause zu fahren, den Zwang des auf sich selbst angewiesen sein, ausschließt,
von der nur zwei- bis dreitägigen Wochenendbenutzung ganz zu schweigen.
Schließlich die Lebensdauer: Sicherlich eine ernstzunehmende Forderung an ein
Qualitätsfahrzeug. Aber, solange ich einen Kasten nicht bedrücke, wird er auch
nicht zusammenklappen. Was kann überhaupt passieren; dass sich der Aufbau
windschief wird, Wasser eindringt, die Tür nicht mehr richtig schließt, eine
Leitung undicht wird? Nun, das geschieht alles langsam und erkennbar, und dicht
vor der eigenen Hautür. Ich kann in die Stadtwohnung fahren, reklamieren, einen
Handwerker beauftragen; ich kann sogar selbst hand anlegen, wenn ich geschickt
bin.
Und nun der Polyester-Caravan. Das Material ist
witterungs- und alterungsbeständig. Ich brauche es nicht zu pflegen und zu warten.
Die Karosserie dürfte 20 Jahre und länger halten. Für soviel gute Eigenschaften
muss ich bezahlen. Wenn aber die Polyesterkarosserie schon um so viel teurer
ist als eine herkömmlich gebaute, dann muss ich alles herausholen, was das
material sonst noch hergibt, z.B. eine strömungsgünstige Form und ein leichtes
Gewicht, um gute Fahreigenschaften zu erzielen (Vorteil bei Polyester: die
leichte Verformbarkeit lässt Rundungen zu, die sonst schwer zu meistern wären).
Zum flotten Fahren ist natürlich auch ein gutes Fahrgestell nötig, gut
gedämpfte Bremsen, zusätzliche Teleskopstoßdämpfer usw. kurzum, das ganze wird
ein Reisecaravan. Und nun fangen die Kosten bei der Inneneinrichtung erst
richtig an. Schöner Polsterstoff, bunte Gardinen, elegante Holzmaserungen –
alles unwichtig. Das interessiert einen echten Campingtourist nicht. Aber
Isolierung – nicht etwa für Wintercamping, sondern gegen die südliche Sonne –
Belüftung durch ein Laternendach, Wasserversorgung mit Fußpumpe, -
Schiffspumpe, die nicht kaputt friert und teuerer ist, als sonst die komplette
Anlag -, Transistorbeleuchtung, absolut Strom unabhängig (Preis einer Lampe,
das 10fache einer normalen Lampe). Und so geht es weiter. Und am Ende steht
eine Spitzenleistung an technischer Vollkommenheit, die alle Wünsche erfüllt,
die man hat.
Aber nun muss man auch wünschen wollen: nach
Griechenland fahren, über schlechte Straßen und trotzdem ermüdungsfrei; auf
einem platz direkt am Wasser stehen, unversorgt von außen, und doch wie zu
Hause; 200 Meter hoch im Schnee, aber ohne kalte Füße und Schwitzwasser. Es
wäre schade, einen solchen hochwertigen und teuren Wohnwagen nur als Wohnlaube
benutzen zu wollen. Die Wohnwagenlaube aus Sperrholz, und der Reisecaravan aus
Polester sind zwei Extreme, die sich nicht einander annähern lassen, ohne den
Käufer zu hintergehen, denn wer die Laube aufwendig ausstattet, appelliert nur
an das Prestigedenken des Kunden. Und wer einen Reisecaravan nur zum Fahren
baut, nimmt keine Rücksicht auf das Komfortbedürfnis des Caravantouristen. So
werden die billigen Caravans vermutlich billiger, denn der Wettbewerb ist hart,
und die teuren Caravans teurer, denn der Komfort wird immer mehr. Während sich
nun den billigen Caravans neue Käuferschichten von selbst erschließen, wandern
zum teuren Caravan viel langsamer neue Kunden zu. Jeder Polyester-Caravan aber
ist ein teurer Caravan. Diese Tatsache ist die wesentliche Bremse für eine
größere Verbreitung des Polyester-Caravans – und hier liegt auch der
Unterschied zum Boot, denn einen komplizierten, wassergängigen Bootskörper aus
Holz zu fertigen, ist teurer, als den besseren aus Polyester herzustellen.
Deswegen ist es bisher so still gewesen um den Polyesterwohnwagen, deswegen
haben sich die „alten“ Polyesterfirmen keine Neukonstruktion gebracht, denn ob
ein Polyesterwohnwagen marktgerecht ist oder nicht, dürfte keine Frage der
Konstruktion sein, die ist vom material her eindeutig bestimmt und lässt 2
Versionen zu: die einschalige Bauweise und die Sandwichbauweise. Beide haben
Vor- und Nachteile. Die einschalige Bauweise ist eleganter, leichter und
unkomplizierter, die Sandwichbauweise ist raumgünstiger, aufwendiger und
schwerer. Die angewandten Verfahrenstechniken sind ebenfalls bekannt und soweit
verwendbar, in den Kosten voneinander kaum unterschiedlich. Aber nur von den
Kosten her könnte ein deutlicher Einbruch in den Markt gelingen. Möglichkeiten
dazu zeichnen sich ab bei kleineren Typen, und wir selbst arbeiten seit Jahren
an einem Verfahren, um Großteile aus Polyester kontinuierlich und deshalb
preisgünstig fertigen zu können. Außer Wohnwagen stellen wir technische Teile
und Behälter her, und sie werden sich denken können, das außerhalb der
Wohnwagenproduktion gleichermaßen rosarote Aspekte auftauchen, wenn es gelingt
andere Großteile mit einer für den Wohnwagenbau notwendigen, deutlichen
Preisverminderung herzustellen. Hierbei auch nur etwas weiterzukommen, ist
schon den „Schweiß der Edlen wert“. Glücklicherweise sind von den Rohstoffen
her einige Vorrausetzungen inzwischen geschaffen, wie die Infrarotaushärtung
und die verbesserten Möglichkeiten der Vorimprägnierung, aber darüber
vielleicht einander Mal mehr.
Damit nun die Polyesteranhänger bis dahin nicht
ganz ohne Mut bleiben, möchte ich auf die großen Möglichkeiten der
Polyesterkarosserien für Reisemobile zusprechen kommen. Wir selbst haben einige
gelungene Konstruktionen auf VW- oder Hanomagfahrgestell anzubieten: den 6 m
langen „Orion“, der mit allem Komfort eingerichtet ist und nicht viel mehr
wiegt, als ein Campingbus, 120 km pro Stunde fährt und sich wie ein PKW lenken
lässt. Und bei der einigermaßen erträglichen Serien nicht mehr als 20.000 DM
kosten dürfte. Das ist ein Preis, der unter dem der herkömmlichen Aufbauten
liegt und somit hier die Vorrausetzungen denen im Bootsbau ähnelt.
Aber zurück zum Caravan und genug von den Preisen. Ein
Kenner wird den Polyesteraufbau vorziehen, auch wenn er dafür einige Markt mehr
auf den Tisch blättern muss. Was gut ist, kostet oftmals leider mehr Geld. Und
das ein Polyester-Caravan unvergleichlich viele, gute Eigenschaften hat,
darüber gibt es heute in Fachkreisen glücklicherweise keine Zweifel mehr. Wenn
ich dagegen an frühere Zeiten denke, als Böswillige noch ernsthaft behaupten
konnten, Polyester schmelze in der Sonne, oder würde durch einen Fußtritt
zersplittern, dann bin ich stolz, das ich mehr als 12 Jahre geduldig auf die
Einsicht der Camper gewartet habe.
So bin ich in diesem Artikel durch die Schilderung der Polyestersituation auf
das ebenso interessante Thema der 2 grundverschiedenen Benutzungsarten von
Wohnwagen überhaupt gekommen. Beide Caravantypen haben ihre Berechtigung, wenn
sie sich nur auf das einstellen, was von ihnen erwartet wird: von einem der
günstige Preis, vom anderen die Qualität. Und etwas anderes sollte man
unterlassen: das der eine behauptet damit könnte man Wintersport in Jugoslawien
machen, und der andere, das sein Wohnwagen erst ab 10.000 DM sein Geld wert
sei. Wir wollen alle ehrlich bleiben.
Ergebenst
Ihr Herr „Suleica“, Ferdinand Schäfer
Nachtrag/Exkurs
eigentlich
mehr für OrionFahrer, aber den einen oder anderen SuleicaFahrer
interessiert es vielleicht auch.
Ein ebenfalls begeisterter
Orionfahrer machte uns auf einen Gästebucheintrag auf seiner HP
aufmerksam, der uns aufmerksam werden liess und wir stellten zu
diesem Unbekannten den Kontakt her. Hier seine Antwort: Kaiserslautern,26.06.2007 Sehr geehrte Herren
Brodnike-Geiger, besten Dank
fuer Ihre Reaktion zum Thema Orion-Suleica. Ich nutze das Internet
nur beruflich, surfe darin so gut wie nie und habe deswegen auch
nie nach "Suleica" und "Orion" geschaut. Erst durch meine Tochter
erhielt ich kürzlich einen Hinweis und habe irgendwo etwas
geschrieben. Ihre Homepage habe ich erst nach Ihrer E-mail
angeschaut. Ich bin schon erstaunt dass "Suleica/Orion" sich so
lebhaften Interesses erfreuen und finde Ihre Homepage sehr
gelungen.
Sie wollen von
mir etwas aus der Geschichte wissen, ich antworte klassisch, weil
mein Rechner an Sie keine E-mail herauslässt, und mach es
ausführlich:
Im Jahre 1963
kam ich mit Herrn Schäfer in Kontakt. Zu dieser Zeit war ich an
der TH Hannover als Oberingenieur eines elektrotechnischen
Instituts tätig und wollte mir einen Laborwagen als Messeaufgaben
anschaffen. Ausserdem interessierte mich die GFK-Technik. Ich
kaufte einen leeren Suleica 430 und baute ihn nach meinen
Bedürfnissen aus. Man konnte ihn ihm auch übernachten, und das
habe ich getan, nachdem ich meinen 1960 selbst zum Wohnmobil
ausgebauten VW-Transporter-Kombi verkauft hatte.
1967 wurde mir
die Anhaengerei im Urlaub lästig, meine Familie verlangte mehr
Platz. Ausserdem schwänzelte der Hänger hinter meinen MB 220 SE
wegen dessen langen Überhangs und seiner Pendelachse bisweilen.
Deshalb habe ich ein Wohnmobil konstruiert und Ferdinand Schäfer überredet, beim Bau eines Solchen mitzumachen. Ich würde das 1:1
Model selbst in seinem Betrieb anfertigen und vorab dazu die Form
der Bodengruppe beistellen, er sollte darauf danach die
sechsteilige Epoxydharz-Hohlform abformen und für mich die erste
Karosserie herstellen. Aus Kosten und Zeitgründen haben wir für
die hintere Hälfte einen zurechtgeschnittenen Suleica verwendet,
was zwar nicht ganz zu meinem Konzept und dem Vorderteil passte,
aber Wiedererkennungswert hatte.
Für Antrieb
und Fahrgestell waren VW-Transorter-Teil vorgesehen, die VW zu
liefern zugesagt hatte, wenn das erste Fahrzeug liefe. Im Interesse
niedrigster Kosten habe ich einen nur grundierten VW-Pritschenwagen
neu gekauft und sofort beim Händler zerlegen lassen, nicht
benötigte Teile verkauft, die Spur um 320 mm vergrössert, den
Radstand um 400 mm vergrössert, zwischen Motor und Getriebe kam
ein Distanstück 400 mm, und eine "Overdrive"-Stufe wurde
eingebaut. Für die im Konzept vorgesehene Wasserfahrerei wurde der
Motor genügend wasserfest gemacht und erhielt einen zuschaltbaren
Schiffsschraubenabgang, natürlich alles Eigenkonstruktion und
Eigenbau vom mir. Statt eines Fahrgestells gab es nur eine
Montagehilfskonstruktion, die Vorderachse mit Antrieb wurden je
für sich getrennt an der Kunstoff-Karosserie befestigt.
Suleica mit Führerhaus (HS 68), gesehen in Norwegen / Vorgänger des Wohnmobils "Orion" und erstmalig auf der Caravanmesse 1967 präsentiert
HS 68, Vorgänger des Orion-Wohnmobil
Die
Anfertigung des Modells war für mich nicht ganz einfach, denn ich
wohnte nun in Würzburg und fuhr deshalb jedes Wochenende zu
Schäfer nach Lossbruch, fast nur Landstrasse. Auf mich kam später
natürlich auch die Anpassung und der Einbau der technischen Teile
von den Drehfenstern über die Lenkung, die Befestigungen,
Vorder-und Hinterachse und die Elektrik zu. Dabei hatte ich etwas
Hilfe von Schäfers hilfreicher und freundlicher Mannschaft und von
einem begeisterten Niederländer, der seinen Suleica auf dem Hof
stehen liess und mitmachte. Schäfers Leute machten auch die
Einbauten nach meinen Angaben und mit meinen beigestellten
Teilen.
Alles lief
flott ab. Im Fruehjahr 1968 fuhren wir das erste Mal mit eigenem
Antrieb gleich zum Dorfteich zur Wasserprobe. Das klappte auch,
aber einer der Möbelbauer hatte zur Befestigung von irgendwas ein
kleines Loch in den Boden gebohrt, und nicht wieder verschlossen. So
lief das Fahrzeug langsam und lange unbemerkt voll und der Motor
hinten ging unter. Wir merkten das nicht gleich, denn es war schon
dämmrig und wir waren alle vorn. Windschutzscheiben hatten wir übrigens aus Sicherheitsgründen noch nicht eingebaut. Wir kamen
ohne Not-Austeigen mit Ach und Krach mit dem Fahrzeug noch an Land,
mussten uns aber ans Ufer schleppen lassen, da der wasserhaltige
Wagen hinten zu schwer war und der Motor nicht mehr lief. Danach
folgte natürlich eine zeitaufwendige Durchsicht mit Motorzerlegung
(Dreck, aufgewühlter Teichschlamm), und deshalb musste das
Fahrzeug zur Vorstellung auf der Hannover-Messe ohne eigenen
Antrieb gezogen werden.
Ich fiel
während dieser Reparaturarbeiten wegen eines nicht verschuldeten
schweren Verkehrsunfalls kurz vor Messebeginn und einige Wochen
danach aus und habe an der Vorstellung und den anschliessenden
Restarbeiten nicht teilgenommen. Schäfer hat anschliessend ein
halbes Jahr Vorstellungsrunden durch die Bundesrepublik gemacht,
den Wagen auch für längere Zeit an interessierte Leute verliehen
und hat ihn der Presse im Kieler Hafen vorgeführt. Ich selbst habe
ihn erst Ende 1968 erhalten und erst dann die endgültige Abnahme
nach StZVO besorgt.
VW war nun, da
der Konjunktureinbruch von 1967 vorüber war, nicht mehr bereit,
Teile zu liefern. Also habe ich auf Hanomag F20 (später von
Mercedes übernommen) umkonstruiert (das ging relativ leicht, weil
ich die Spur - und Radstandsmasse von vornherein auch passend zu
diesem Fahrgestell gewählt hatte und nur aus Komfort -
Geräuschgründen und wegen der Heckschraube den VW mit seinem
Heckantrieb gewählt hatte), aber dies aus Zeitnot nicht zu
Ende gebracht, denn Schäfer verlangte bei der Übergabe des Wagens
an mich 10.000,- DM, die ich später als Gewinnbeteiligung
wiedererhalten sollte. Ich habe Nolenz-Volenz bezahlt, denn ich
sah, das er finanziell in Not war, und wollte ihm wegen unserer
guten Zusammenarbeit auch helfen. Er hat sich dann allein
durchgefummelt und die Produktion mit der ersten Form aufgezogen,
natürlich mit dem nun unvermeitlichen Kühlergrill vorn. Später
hat er sie in Details verändert.
Mit meinem
Orion, Schaäer und ich haben dieses Modell so getauft, weil es
etwas fremdartiges hatte und gerade die Fernsehserie "Raumschiff
Orion" lief, bin ich bin ins neue Jahrtausend gefahren, Europa,
Afrika und Amerika. 1970 hatte ich einen Unfall. Ich stand im Stau
hinter einem Tanklastzug, hinter mir stand ein weiterer Lastwagen.
Der Tankwagen setzte plötzlich zurück und drückte mich gegen
meinen Hintermann. Dabei ging die Front zu Bruch. Ich konnte aber
trotz offener Vorderseite noch selbst in die Werkstatt fahren, denn
die beim Zusammenstoss nach hinten bis in den Fahrersitz gedrückte
Halterung der Lenksäule federte, anschliessend in die richtige
Lage zurück (ich war rechtzeitig zur Ausgangstür gesprungen). Die
Reparatur war einfach und bei der Gelegenheit habe ich gleich ein
neues Armaturenbrett für mehrere Kontrollinstrumente und mit 2
Handschuhfächern entworfen. Ebenso neue Stossstangen, vorn und
hinten, im Keller wurden die Stossstangenteile dafür gebaut.
Vorher hatte der Wagen verchromte Teile vom VW-Karman-Ghia. Die
Stossstangenformen hat Schäfer weiterverwendet. Ebenfalls 1970
rutschte, von einem vor mir fahrendem LKW, eine grosse, dicke
Riffelblech-Stahlplatte ab und trennte bei mir die rechte A-Säule
durch, wieder eine leichte Reparatur, die bei einem Blechauto seher
viel schwieriger gewesen wäre.
Wasserfahrten
habe ich selbst kaum gemacht, nur durch kleiner Gewässer. Die
Schraube war bei Schäfer abhanden gekommen, ausserdem hatte ich
die Tür nach unten verlängert. Sie war im geschlossenen Zustand
unten hinreichend dicht. Das "wassern" war mehr ein Gag und Wunsch
von Schäfer. Der Wagen stand ab Mitte der 90er Jahre meist
ungenutzt in der Garage, genutzt nur, wenn die Enkel beim Besuch
darin schlafen wollten. Deshalb habe ich ihn fuer 2.000,- DM an
einen begeisterten Architekten "verschenkt". Dazu alles, was man
dazu brauchen kann. Mit anderen Suleica- oder Orionfreunden habe
ich nie Kontakt gehabt. Erst von dem Architekten hatte ich
erfahren, das es Fans und hier in meiner jetztigen Umgebung einen
Orionbesitzer gibt. Wo "mein Kind" jetzt ist und was daraus
geworden ist, interessiert mich zwar schon einerseits, andererseits
will ich es doch nicht mehr wissen. Ich verbrauchte meine
Zeitüberschüsse in den letzten 12 Jahren mit Restaurierungen von
Kirchen, Museen, Flugzeugtechnik und
Luftfahrtgeschichte.
Man könnte
noch viel erzählen! Noch Fragen?
Ihr Prof. Dr.-Ing. E.h.
Werner Freise
Und das
sind unsere langjährigen Gebietshändler, die fachkundig und sorgsam
auch Sie beraten:
BERLIN:
Dr.
Fritz Schötzau, Ernst-Reuter-Platz
BREMEN:
Heinrich
Immoor, Ostfeuerbergstrasse 117/18
BIELEFELD:
Helmut
Welter, Milse B 61
DÜLMEN:
Nostro-Wohnwagen-Verleih,
Kreuzweg 77
ESSEN:
Gerhard
Mader, Dickebank 64
KIEL:
Walter
A. Köster, Eckernförder Chaussee
MANNHEIM:
H. L.
Kummer, Käfertal, Reichenbachstrasse 20
MÖNCHENGLADBACH:
A.
Volkenstein, Matthiasstrasse 29
NÜRNBERG:
Auto-ABC,
Reichelsdorf, Schalkhauserstrasse 46/48
StOCKACH/Baden:
Behrens-KG,
Hindelwangen, B 313
STUTTGART:
Joachim
Winkler, Degerloch, Gomaringer Strasse B27
Fahrgestell von
Hahn/Fellbach
-Drehstabfederung
-Auflaufbremse
-luftbereiftes Buglaufrad
-Handfeststellbremse
-4 Kurbelstuetzen
-Kupplung von der Firma
Winterhoff
Originalhahnfahrgestell
Glasfaserverstaerkte
Polyester-Karosserie
Die Fiberglass-Karosserie wurde in
Handarbeit gefertigt und faellt daher unterschiedlich
qualitaetsvoll aus. In der Materialstaerke wurde je nach Bauteil
unterschiedliche Dicken benoetigt, so ist der Bodenbereich bis zu 8
mm dick, das Dach aber oft nur 2mm. Es ist im Augenblick noch
nicht bekannt, welche genauen GFK-Komponenten zum Bau verwendet
wurden: Bekannt sind eben Polyesterharz und
Glasfasermatten.
-Isolation der Waende und des Daches
mit Styropor und Innenbespannung mit Adretta Stepp-Tex-Folie. In
den Sechzigerjahren war das "Rialto-Muster" sehr beliebt,
dieses wurde Ende der Sechzigerjahre von einem
beige-marmorierten Muster vollstaendig verdraengt.
-10-14 cm Luftschicht zweischen
GFK-Boden und Innenboden
-4 Rangiergriffe
-Vorzeltschiene und Markisenschienen
ueber den Austellfenstern
-Einfachverglasung in Acrylglas, aber
Vorrichtung fuer Doppelfenster vorhanden (Doppelscheiben kosteten
Aufpreis und erhoehten das Gesamtgewicht). Die Scheiben konnten
klar oder eingefaerbt sein. Bekannt sind Blau und in wenigen
Ausnahmen Gruen und Gelb.
-Laternendachlueftung. Das
Laternendach wurde mit drehbaren Fensterchen aus Plexiglas
belueftet. Diese Scheiben konnten klar oder eingefaerbt
sein wie die restlichen Scheiben. Abweichend von der restlichen
Verglasung wurden bei den Laternenfenstern auch gelbgetoente
Glaeser mit wabenartiger Struktur benutzt.
Wegen dieser Wandbespannung der
Sechzigerjahre mit Eisdielenmuster, wurden manche Caravans
scherzhafterweise "Rialto-Suleica" genannt. Hier abgebildet die
Heckdinette eines G500 L, von 1967.
Versorgungsanlage
-Vorrichtung fuer 2x5 kg Gasflaschen
im Inneren des Bugstaukastens -entweder frei zugaenglich, oder
noch mal durch einen GFK-Behaelter geschuetzt
-zwei verschiedene Beleuchtungsarten
-entweder: 220 Volt und 6/12 Volt, oder 220 Volt und
Gas-
-Wasserpumpe
-Nirosta- oder
Polysterspuele
-1x220 Volt Aussensteckdose (gemeint
ist die Ausseneinspeissung)
-mindestens 2x220 Volt
Innensteckdosen
-2flammiger Gaskocher
-Reduzierventil alle Gasgeraete sind
zuendgesichert! -Aussenleuchten: Hella
SB 102 CB
Inneneinrichtung
Bei der Innenausstattung gab einige Varianten, daher werden sie
teilweise in einer Tabelle aufgefuehrt.
Mobiliar
Die Moebel sind entweder aus
furniertem Sperrholz oder aus beschichteten Press-Spanplatten
gefertigt entweder in Birke, Kirschbaum oder Nussbaum. In den
Sechziger Jahren war Birke vorherrschend, ab dem Ende der Sechziger
kamen Kirschbaum und Nussbaum hinzu. Die Tueren und Klappen wurden
mit Klavierbaendern angeschraubt. Bis 1968/69 wurden
halbmondfoermig-gebogene und verchromte Moebelgriffe verwendet,
danach benutzte man viereckige Kunststoffgriffe in braun oder
schwarz. Die Spanten bei den Rallys (Tischlerplatte) wurden mit
perlweissem Reibeputz verschoent.
Bodenbelag Auf einer Bodenplatte, bestehend aus einer
Tischlerplatte, die mit Naegeln und Schrauben auf den
ueberkreuzenden Aussteifungen des Bodens befestigt wurden, wurde
entweder PVC-Filzbelag oder Teppichboden mit unterschiedlichen
Mustern verlegt.
Polster Die Polster
aus 12 cm dickem Schaumstoff, wurden je nach Geschmack mit modernen
Bezuegen versehen. Hier einige Beispiel von originalen
Bezugsdesigns:
1965
1968
um 1970
um 1971
um 1971
1973
1974
-Diolengardinen
& Obergardinen
-Trennvorhaenge
Sonderausstattung und
Zubehuer
-Gasleuchte
-6/12 Volt Steckdose innen und
aussen
-Transistorleuchte 6/12
Volt
-Zwischenzaehler
Deichselkasten
-Kleinventilator
oder Zwischenstufenventilator
-Einstiegstufe
Masse und Gewichte im
Vergleich -430 Eigengewicht ca. 560 kg Zul. Gesamtgew. 800 kg Gesamtlaenge 520 cm Aufbaulaenge 436 cm Aufbaubreite 200 cm -430T Eigengewicht ca. 590 kg Zul. Gesamtgew. 800 kg Gesamtlaenge 520 cm Aufbaulaenge 436 cm Aufbaubreite 200 cm -500/1967 Eigengewicht
ca. 650 kg Zul. Gesamtgew. 1000 kg Gesamtlaenge 610 cm Aufbaulaenge
500 cm Aufbaubreite 200 cm -500/ ab 1968 Eigengewicht ca. 680 kg Zul. Gesamtgew. 1050 kg
- 1200 kg Gesamtlaenge 610 Aufbaulaenge
500 cm Aufbaubreite 210 cm -500 Rally 70 Eigengewicht ca. 690 kg Zul. Gesamtgew. 1200kg Gesamtlaenge cm
610 Aufbaulaenge
500 cm Aufbaubreite 210 cm -600 Tandem Eigengewicht ca. 890 kg Zul. Gesamtgew. 1400 kg Gesamtlaenge cm
735 Aufbaulaenge 600 cm Aufbaubreite 210 cm -2000 Tandem Eigengewicht ca. 950 kg Zul. Gesamtgew. 1400 kg Gesamtlaenge cm
755 cm Aufbaulaenge 630 cm Aufbaubreite 220 cm Bei allen Modellen Gesamthoehe 240 cm Stehhoehe
Bei allen Modellen 196 cm
Vorsicht!!! Alle Angaben sind zeitgenoessische
Herstellerangaben. Wer selbst seinen Caravan gewogen hat weiss,
dass diese Angaben mit grosser Vorsicht zu bewerten sind. Zu diesen
Kilos kommen noch diejenigen fuer alle weiteren eingebauten Extras
hinzu, wie da waeren: Doppelverglasung, Heizung, Kuehlschrank,... .
Auch das zulaessige Gesamtgewicht kann unterschiedlich sein, bei
einer Veraenderung am Fahrgestell kann entweder ab- oder
aufgelastet werden.